Broadcom und Costco: Hohe Bewertungen unter Druck durch KI-Sorgen und Konsumwandel

Broadcom und Costco: Hohe Bewertungen unter Druck durch KI-Sorgen und Konsumwandel

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Die hohen Bewertungen von Technologie- und Einzelhandelsriesen wie Broadcom und Costco lassen wenig Spielraum für Fehler. Aktuelle Entwicklungen bei KI-Chip-Aufträgen und im Konsumverhalten stellen die Märkte vor Herausforderungen, die eine genaue Analyse der zugrunde liegenden Fundamentaldaten erfordern. Investoren beobachten die Situation genau, da Unsicherheiten die Kursentwicklung beeinflussen könnten.

Broadcom: Hohe Bewertung und Unsicherheiten im KI-Sektor

Broadcom, oft als "Nervensystem" vieler Hyperscaler bezeichnet, versucht, seine Position gegenüber dem führenden KI-Chiphersteller Nvidia auszubauen. Das Unternehmen zählt namhafte Kunden für sein kundenspezifisches KI-Chip-Geschäft, darunter Alphabet (Google), Meta Platforms, ByteDance (Muttergesellschaft von TikTok) und OpenAI. Zudem wurde kürzlich bekannt, dass das KI-Startup Anthropic ein Kunde mit einem Volumen von 10 Milliarden US-Dollar ist. Gerüchte besagen, dass Microsoft erwägt, sein Geschäft im Bereich kundenspezifischer Chipdesigns von Marvell Technology zu Broadcom zu verlagern. Marvell-CEO Matt Murphy dementierte jedoch, Geschäft verloren zu haben.

Eine weitere Unsicherheit betrifft OpenAI und dessen Zusammenarbeit mit Oracle. Bloomberg News berichtete kürzlich, dass Oracle die Eröffnung einiger Rechenzentren für OpenAI von 2027 auf 2028 verschieben könnte, wobei Arbeits- und Materialengpässe als Gründe genannt wurden. OpenAI hat sich verpflichtet, über fünf Jahre 300 Milliarden US-Dollar für Rechenleistung von Oracle auszugeben, was mehr als die Hälfte von Oracles verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) von 523 Milliarden US-Dollar ausmacht. Oracle dementierte die Verzögerungen in einer Stellungnahme und erklärte, dass "keine Verzögerungen bei Standorten zur Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen" bestünden und "alle Meilensteine im Zeitplan" lägen. Die Glaubwürdigkeit von OpenAI, einem privaten Unternehmen, wird von einigen Marktbeobachtern hinterfragt.

Die jüngsten Quartalsergebnisse von Broadcom zeigten einen KI-Auftragsbestand von rund 73 Milliarden US-Dollar, was die Wall Street zunächst begeisterte und die Aktie nachbörslich um etwa 15 US-Dollar steigen ließ. Später im Call erklärte CFO Kristen Spears jedoch, dass das KI-Systemgeschäft aufgrund von Durchlaufkosten mit geringeren Margen weniger profitabel sei als reine Chip-Bestellungen. Diese Offenbarung führte zu einem starken Kursrückgang: Die Broadcom-Aktie fiel von ihrem nachbörslichen Hoch um 35 US-Dollar auf etwa 380 US-Dollar und beendete den Handelstag bei 359,93 US-Dollar. Dieser Rückgang wurde sowohl auf die Margenproblematik als auch auf die möglichen Verzögerungen bei Oracle/OpenAI zurückgeführt.

Die Finanzierung von OpenAI bleibt ein Diskussionspunkt. Das Unternehmen gibt an, Zugang zu 40 Milliarden US-Dollar Kapital zu haben und erhielt kürzlich eine Milliarde US-Dollar von Disney für eine Beteiligung. Trotzdem gibt es Bedenken hinsichtlich der Transparenz und der Geschäftspraktiken von OpenAI, die von einigen Marktbeobachtern als "Verrücktheiten" bezeichnet werden. Eine Äußerung von CFO Sarah Friar, die Regierung könnte das Unternehmen "rückendecken", wurde später dementiert, trug aber zur Skepsis bei.

Trotz des jüngsten Rücksetzers von 11,4 % oder 46 US-Dollar am Freitag liegt die Broadcom-Aktie im Jahresverlauf immer noch 55 % im Plus. Der langjährige CEO von Broadcom, Hock Tan, genießt das Vertrauen einiger Marktbeobachter, die glauben, dass der Markt in der Vergangenheit bereits falsch lag. Dennoch lässt das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von fast 42 vor den jüngsten Zahlen wenig Spielraum für Fehler. Die Position wird von einigen als schwieriger zu verteidigen eingeschätzt, wobei das Halten der Aktie dem Nachkauf vorgezogen wird.

Costco: Bewertungsdruck und Herausforderungen im Einzelhandel

Costco steht ebenfalls unter Beobachtung, insbesondere wegen seines hohen Kurs-Gewinn-Verhältnisses. Mit dem 43-fachen der Gewinne des nächsten Jahres liegt es deutlich über dem S&P 500, der bei etwa dem 22-fachen der zukünftigen Gewinne gehandelt wird. Historisch gesehen ist eine höhere Bewertung für Costco nicht ungewöhnlich; vor einem Jahr lag das KGV laut FactSet-Daten sogar bei über 50, während der S&P 500 ebenfalls bei etwa 22 verharrte. Die aktuelle Sorge ist jedoch, dass die Anleger nicht mehr bereit sind, so viel für zukünftige Gewinne zu zahlen, was zu einer "Multiple Compression" führen könnte.

Die jüngsten Quartalsergebnisse von Costco waren solide und entsprachen den Erwartungen, übertrafen diese jedoch nicht. Für die Aufrechterhaltung eines so hohen Multiples wären jedoch bessere Ergebnisse erforderlich. Mehrere Faktoren tragen zum Bewertungsdruck bei:

  • Mitgliedschaftserneuerungen: Die Erneuerungsraten der Kunden sind rückläufig, insbesondere bei jüngeren Mitgliedern, die ihre Mitgliedschaft online abschließen. Dies wird von Marktbeobachtern als "rote Flagge" interpretiert.
  • "Lumpiness" im Quartal: Das Quartal zeigte eine gewisse Uneinheitlichkeit, die jedoch zum Ende hin besser wurde.
  • Konsumentenverhalten: Der neue CFO Gary Millerchip, der von Kroger kam, um den langjährigen Finanzchef Richard Galanti zu ersetzen, verwendete den Begriff "choiceful" (wählerisch) in Bezug auf die Konsumenten. Dies wird von einigen als Code für "zu teuer" interpretiert, was nicht typisch für die Wahrnehmung von Costco ist.

Analysten konzentrieren sich laut einigen Beobachtern stärker auf Costcos Technologieinitiativen als auf die Erneuerungsraten. Obwohl gezielte Initiativen eine "etwas bessere" Erneuerungsrate für Online-Mitglieder versprechen, wird dies nicht als ausreichend beruhigend empfunden. Wenn die vergleichbaren Umsätze nicht deutlich besser als erwartet ausfallen, kann das hohe Multiple nicht gehalten werden.

Einige Marktbeobachter äußern Bedenken, dass Wettbewerber wie Walmart, dessen KGV bei 40 liegt, aufholen oder sogar überholen könnten. Zudem könnten Auseinandersetzungen mit der Regierung, etwa über Zölle oder Diversitätsbemühungen, einige Kunden abschrecken. Der Einzelhandel gilt als ein schwieriges Geschäft, in dem Unternehmen schnell ins Straucheln geraten können. Angesichts dieser Herausforderungen und der hohen Bewertung wird von einigen Experten erwartet, dass Maßnahmen bezüglich der Position ergriffen werden könnten, auch wenn dies ungern geschieht.

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