
China erhöht Verteidigungsetat um 7%: Langsamstes Wachstum seit 2021
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China plant, seinen Verteidigungshaushalt für das Jahr 2026 um 7 Prozent zu erhöhen, was den langsamsten Anstieg seit 2021 darstellt. Diese Entscheidung fällt in eine Zeit erhöhter geopolitischer Spannungen und eskalierender Konflikte im Nahen Osten. Der Vorschlag wurde im Rahmen des jährlichen Nationalen Volkskongresses in Peking bekannt gegeben.
Chinas Verteidigungsbudget 2026 im Detail
China hat für 2026 eine Erhöhung seines Verteidigungshaushalts um 7 Prozent angekündigt. Dies wurde am 5. März 2026 im Rahmen des jährlichen Nationalen Volkskongresses (NPC) in Peking bekannt gegeben. Der geplante Etat beläuft sich auf 1,9096 Billionen Yuan, was umgerechnet 276,8 Milliarden US-Dollar entspricht.
Dieser Anstieg markiert die langsamste Zunahme der jährlichen Militärausgaben seit 2021. Im Vorjahr, 2025, hatte China einen Verteidigungshaushalt von 1,78 Billionen Yuan (damals 244,99 Milliarden US-Dollar) vorgeschlagen.
Historische Entwicklung der Militärausgaben
In den letzten drei Jahren hatte China eine jährliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben von 7,2 Prozent budgetiert. Offiziellen Daten zufolge stiegen die Ausgaben 2022 um 7,1 Prozent und 2021 um 6,8 Prozent. Seit 2016 hat China eine stetige Erhöhung der Militärausgaben von etwa sieben bis acht Prozent pro Jahr beibehalten.
Im Jahr 2016 sank der Anstieg erstmals unter 10 Prozent, nachdem er in den zwei Jahrzehnten zuvor durchschnittlich etwa 15 Prozent betragen hatte. Die Modernisierungsbemühungen Chinas zeigen trotz einer Verlangsamung der Wirtschaft und einer beispiellosen Korruptionsbekämpfung kaum Anzeichen einer Abschwächung.
Strategische Ziele und Modernisierung der PLA
Peking beabsichtigt, die schnellere Entwicklung fortschrittlicher Kampffähigkeiten sowie die "hochwertige" Modernisierung seiner nationalen Verteidigung und Streitkräfte zu unterstützen. China hat sich zum Ziel gesetzt, die Modernisierung seiner Streitkräfte bis 2035 abzuschließen und bis Mitte des Jahrhunderts ein "Weltklasse"-Militär aufzubauen. Bis 2050 soll eine Weltklasse-Kampftruppe entstehen.
Internationale Aufmerksamkeit richtet sich auch auf Pekings Vorbereitungen, bis 2027 – dem 100. Gründungsjahr der Volksbefreiungsarmee (PLA) – zu militärischen Aktionen gegen Taiwan fähig zu sein. Neueste Waffensysteme, darunter Langstreckenraketen wie die flüssigkeitsbetriebenen interkontinentalen strategischen Nuklearraketen DongFeng-5C mit globaler Reichweite, wurden bereits bei einer Militärparade im September 2025 gezeigt.
Geopolitischer Kontext und Auswirkungen
Die Erhöhung des Verteidigungshaushalts erfolgt vor dem Hintergrund eskalierender Konflikte im Nahen Osten und eines breiteren Anstiegs geopolitischer Spannungen. Chinas Verteidigungsausgaben werden als Barometer für Pekings strategische Prioritäten genau beobachtet, insbesondere angesichts anhaltender Spannungen in der Taiwanstraße und im Südchinesischen Meer sowie der sich intensivierenden Konkurrenz zwischen China und den USA.
Peking betont, dass seine Verteidigungspolitik ausschließlich dem Schutz seines Territoriums dient, zu dem auch das selbstverwaltete Taiwan gehört. China unterhält nur eine Militärbasis im Ausland, in Dschibuti, im Gegensatz zu den mehreren hundert der Vereinigten Staaten. Dennoch befeuert Chinas militärischer Aufbau ein Wettrüsten in Asien und veranlasst einige Länder, insbesondere solche mit territorialen Streitigkeiten mit China, sich Washington anzunähern.
Korruptionsbekämpfung und interne Herausforderungen
Die Modernisierung der Streitkräfte geht einher mit einer umfassenden Anti-Korruptionskampagne innerhalb der Volksbefreiungsarmee (PLA). Diese Kampagne hat eine wachsende Zahl hochrangiger Kommandeure erfasst. Seit Januar 2026 wurde die Zentrale Militärkommission (CMC), die Chinas Streitkräfte beaufsichtigt, von sieben auf nur noch zwei Mitglieder reduziert: den Vorsitzenden Xi Jinping und den stellvertretenden Vorsitzenden Zhang Shengmin.
Einem aktuellen Bericht des in Washington ansässigen Think-Tanks Center for Strategic and International Studies (CSIS) zufolge wurden seit 2022 101 hochrangige Generäle der PLA offiziell oder potenziell von ihren Posten entfernt. Die Entlassung des Top-Generals Zhang Youxia im Januar 2026 ist Teil dieser Säuberung.
Internationale Vergleiche und Analystenmeinungen
China ist nach den Vereinigten Staaten der zweitgrößte Militärausgeber der Welt. Peking machte 2025 fast 44 Prozent der Verteidigungsausgaben Asiens aus, ein Anstieg von 39 Prozent im Jahr 2017. Für das Geschäftsjahr 2025 budgetierten die USA 849,77 Milliarden US-Dollar für die Verteidigung, gaben aber Schätzungen von USAFacts zufolge etwa 919,2 Milliarden US-Dollar aus, was einem Anstieg von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und 13 Prozent des Bundeshaushalts ausmachte.
Laut dem Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) gaben die Vereinigten Staaten 2024 997 Milliarden US-Dollar aus, verglichen mit Chinas 314 Milliarden US-Dollar. Analysten zufolge wird das Budget unter anderem für Gehaltserhöhungen, Ausbildung, Übungen rund um Taiwan, Cyberkriegsfähigkeiten und den Kauf fortschrittlicher Ausrüstung verwendet. Einige Analysten weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Militärausgaben Chinas höher sein könnten als die offizielle Zahl, da diese Posten wie Forschung und Entwicklung sowie paramilitärische Kräfte nicht einschließt. Eine sich verlangsamende Wirtschaft könnte zudem Druck auf die Militärausgaben ausüben.