Chinas Wirtschaftswachstum verlangsamt sich im Q4 2025 auf Dreijahrestief

Chinas Wirtschaftswachstum verlangsamt sich im Q4 2025 auf Dreijahrestief

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Chinas Wirtschaftswachstum hat sich im vierten Quartal 2025 auf den schwächsten Stand seit fast drei Jahren verlangsamt. Obwohl das offizielle Jahresziel von rund 5 % erreicht wurde, zeigten sich Anzeichen einer nachlassenden Binnennachfrage und eines verstärkten Investitionsrückgangs. Gleichzeitig stützten starke Exporte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Chinas Wirtschaftswachstum im vierten Quartal

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Chinas wuchs im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2025 um 4,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Dies geht aus Daten des Nationalen Statistikamtes hervor, die am Montag, den 19. Januar 2026, veröffentlicht wurden. Dieser Wert markiert eine Verlangsamung gegenüber den 4,8 % im dritten Quartal und ist der schwächste Wert seit dem ersten Quartal 2023, als das Wachstum ebenfalls bei 4,5 % lag.

Trotz dieser Verlangsamung im letzten Quartal erreichte die gesamte Wirtschaftsleistung im Jahr 2025 ein Wachstum von 5 %. Damit wurde das offizielle Ziel der Regierung von "rund 5 %" erfüllt, auch wenn die Handelsspannungen mit den USA und ein anhaltender Immobilienabschwung die Wirtschaft belasteten.

Gemischte Signale bei den Wirtschaftsindikatoren

Separate Daten für Dezember 2025 zeigten ein gemischtes Bild der chinesischen Wirtschaft. Während die Binnennachfrage schwächer ausfiel und der Investitionsrückgang sich verschärfte, verbesserte sich die Industrieproduktion:

  • Einzelhandelsumsätze: Der Einzelhandel, ein wichtiger Indikator für den Konsum, wuchs im Dezember um 0,9 % gegenüber dem Vorjahr. Dies verfehlte die Prognosen der Ökonomen von 1,2 % Wachstum und verlangsamte sich gegenüber den 1,3 % im Vormonat.
  • Industrieproduktion: Die Industrieproduktion stieg im Dezember um 5,2 %. Dieser Wert übertraf die Erwartungen von 5 % Wachstum und lag über den 4,8 % des Vormonats.
  • Anlageinvestitionen: Die Anlageinvestitionen, die auch den Immobiliensektor umfassen, schrumpften im Jahr 2025 um 3,8 %. Dies war schlechter als die Prognose der Ökonomen von einem Rückgang um 3 % in einer Reuters-Umfrage.
  • **Städtische Arbeitslosenquote:** Die städtische Arbeitslosenquote blieb im Dezember unverändert bei 5,1 %.

Exporte als Stütze der Konjunktur

Die chinesische Wirtschaft zeigte sich im Jahr 2025 widerstandsfähig, was maßgeblich auf niedrigere als erwartete Zollsätze und die Bemühungen der Exporteure zurückzuführen ist, sich von den USA zu diversifizieren. Dies ermöglichte es den politischen Entscheidungsträgern, von groß angelegten Konjunkturprogrammen abzusehen. China verzeichnete im vergangenen Jahr einen Rekordhandelsüberschuss von fast 1,2 Billionen US-Dollar, angetrieben durch stark steigende Exporte in Nicht-US-Märkte, da Hersteller ihre Lieferungen umleiteten, um höhere US-Zölle zu vermeiden.

Tommy Xie, Managing Director der OCBC Bank, merkte an, dass der erwartete Bremseffekt durch vorgezogene Lieferungen, strengere Transshipment-Kontrollen und Währungsaufwertung begrenzt war. Xie erwartet, dass Chinas Exporte im Jahr 2026 um rund 3 % wachsen werden. Externe Faktoren wie starke Exporte, unterstützt durch eine unterbewertete chinesische Währung, trugen dazu bei, die Wirtschaft zu stützen.

Strukturelle Herausforderungen und Deflationsdruck

Ökonomen fordern strukturelle Wirtschaftsreformen, um die Binnennachfrage zu stärken und die Abhängigkeit von Exporten und Investitionen zu verringern. Sie warnen, dass das derzeitige Wachstumsmodell langfristige Risiken birgt. Eswar Prasad, Professor für Handelspolitik und Wirtschaft an der Cornell University, kommentierte: "Sinkende Investitionen und schwacher Haushaltskonsum haben die chinesische Wirtschaft zunehmend von Exporten abhängig gemacht, um das Wachstum anzukurbeln – eine Situation, die für China und die Weltwirtschaft unhaltbar ist."

Peking hat versucht, überschüssige Industriekapazitäten einzudämmen und aggressive Preiskämpfe zu unterbinden. Die Verbraucherinflation beschleunigte sich im Dezember auf 0,8 %, das schnellste Tempo seit fast drei Jahren, während die Erzeugerpreise um 1,9 % fielen. Dennoch ist der BIP-Deflator Chinas, das breiteste Maß für Preise über alle Güter und Dienstleistungen hinweg, seit 2023 negativ geblieben und wird laut Larry Hu, Chefökonom für China bei Macquarie, im Jahr 2026 voraussichtlich um 0,5 % fallen, was die längste Serie in der Geschichte wäre. Die Wirtschaft kämpft weiterhin mit schwachen Inlandsausgaben inmitten eines anhaltenden Immobilienabschwungs und hartnäckiger Deflationsbelastungen. Neue Bankkredite schrumpften im Jahr 2025 auf ein Siebenjahrestief von 16,27 Billionen Yuan (2,33 Billionen US-Dollar), was die schleppende Kreditnachfrage unterstreicht und den Druck auf die Regierung erhöht, weitere Konjunkturmaßnahmen zu ergreifen.

Politische Reaktionen und Ausblick

Die People's Bank of China (PBOC) kündigte letzte Woche ein Paket von Kreditlockerungsmaßnahmen an. Dazu gehörten eine Senkung der Zinssätze für verschiedene Kreditinstrumente um 25 Basispunkte und eine Erhöhung der Quoten für Kreditprogramme, die auf Schlüsselbereiche wie Landwirtschaft, Technologie und private Unternehmen abzielen. Ökonomen von Goldman Sachs erwarten, dass die Zentralbank im ersten Quartal den Mindestreservesatz um 50 Basispunkte und den Leitzins um 10 Basispunkte senken wird.

Analysten sind der Ansicht, dass gezielte politische Stimuli erforderlich sein könnten, um den schleppenden Immobilienmarkt entgegenzuwirken und die Binnennachfrage zu stärken. Der Wirtschaftsausblick bleibt unsicher, da Herausforderungen wie der zunehmende globale Handelsprotektionismus drohen. Für 2026 könnten die politischen Entscheidungsträger aggressiver agieren müssen, um eine "kontrollierte Verlangsamung" zu steuern und strukturelle Schwachstellen anzugehen, um die Stabilität zu gewährleisten.