Cisco trotzt Herausforderungen mit starkem KI-Wachstum, Aktie fällt

Cisco trotzt Herausforderungen mit starkem KI-Wachstum, Aktie fällt

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Cisco Systems hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 solide Ergebnisse vorgelegt und sowohl Umsatz als auch bereinigten Gewinn pro Aktie die Analystenerwartungen übertroffen. Trotz dieser positiven Entwicklung und einer angehobenen Jahresprognose verzeichnete die Aktie im nachbörslichen Handel einen Rückgang von rund 7 %. Dies verdeutlicht, dass selbst gute Zahlen nicht immer ausreichen, wenn die Bewertung bereits hohe Erwartungen widerspiegelt.

Solide Zahlen, dennoch Kursrückgang

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 24. Januar 2026 endete, erzielte Cisco einen Umsatz von 15,35 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 10 % gegenüber dem Vorjahr entspricht und die LSEG-Konsensschätzung von 15,12 Milliarden US-Dollar übertraf. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (EPS) stieg um 11 % auf 1,04 US-Dollar und lag damit über den erwarteten 1,02 US-Dollar, wie LSEG-Daten zeigen. Der GAAP-Gewinn pro Aktie betrug 0,80 US-Dollar, ein Anstieg von 31 % gegenüber dem Vorjahr.

Trotz dieser positiven Kennzahlen fiel der Aktienkurs nachbörslich um etwa 7 %, wodurch die meisten Jahresgewinne wieder abgegeben wurden. Analysten hatten im Vorfeld Bedenken hinsichtlich der hohen Bewertung der Aktie geäußert, die vor dem Bericht auf Rekordhochs gehandelt wurde und mit dem etwa 20-fachen der erwarteten Gewinne über dem historischen Durchschnitt lag. Diese Bewertung stellte eine hohe Hürde für den Bericht dar.

Herausforderungen bei Margen und Segmenten

Obwohl die Nachfrage nach Cisco-Produkten weiterhin stark ist, wie das beschleunigte Wachstum der Produktbestellungen um 18 % gegenüber dem Vorjahr zeigt, gab es auch Belastungen. Ein wesentlicher Faktor sind die gestiegenen Speicherpreise, die die Bruttomargen beeinträchtigen. Cisco-CEO Chuck Robbins erklärte, dass das Unternehmen proaktive Maßnahmen ergreife, darunter Preiserhöhungen für eigene Produkte und die Überarbeitung von Vertragsbedingungen, um diesen Auswirkungen entgegenzuwirken.

Ein weiteres Problem ist die anhaltende Schwäche im Sicherheitssegment. Der Umsatz in diesem Bereich sank im Jahresvergleich um 4 % und verfehlte laut FactSet-Daten zum vierten Mal in Folge die Analystenprognosen. Obwohl das Management Verbesserungen durch neue und überarbeitete Produkte verspricht, die etwa ein Drittel des Portfolios ausmachen, bremst das ältere Geschäft das Wachstum. Die Übernahme von Splunk, die im März 2024 abgeschlossen wurde, durchläuft zudem eine Umstellung auf Cloud-Abonnements, was kurzfristig die Umsatzrealisierung beeinflusst.

KI-Infrastruktur als Wachstumstreiber

Ein klares Zeichen für die Dynamik bei Cisco ist das beschleunigte Wachstum der Produktbestellungen, insbesondere im Bereich der KI-Infrastruktur. Die Bestellungen für KI-Infrastruktur, darunter Silicon One-Systeme und optische Transceiver von Hyperscale-Kunden, beliefen sich im Quartal auf 2,1 Milliarden US-Dollar, ein deutlicher Anstieg gegenüber 1,3 Milliarden US-Dollar im Vorquartal. Cisco erwartet nun, dass die KI-Bestellungen von Hyperscalern im laufenden Geschäftsjahr 2026 mehr als 5 Milliarden US-Dollar erreichen werden, eine Erhöhung gegenüber dem vorherigen Ziel von 3 Milliarden US-Dollar.

Der Networking-Umsatz stieg um 21 % auf 8,3 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Schätzungen von 7,9 Milliarden US-Dollar. Das Networking-Bestellwachstum beschleunigte sich auf über 20 % im Jahresvergleich und markiert das sechste Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum. Cisco sieht auch wachsende Chancen bei Neoclouds, staatlichen Einrichtungen und Unternehmenskunden. Die Rolle von Cisco beim Aufbau der KI-Infrastruktur hat sich zu einem milliardenschweren Jahresgeschäft entwickelt, das durch Partnerschaften wie die mit Nvidia und die Einführung neuer Produkte wie dem Silicon One G300 weiter wachsen soll.

Ausblick und Analystenmeinungen

Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 prognostiziert Cisco einen Umsatz zwischen 15,4 Milliarden und 15,6 Milliarden US-Dollar, was über der Konsensschätzung von 15,19 Milliarden US-Dollar liegt. Der Non-GAAP-EPS wird zwischen 1,02 und 1,04 US-Dollar erwartet, im Einklang mit der Konsensprognose von 1,03 US-Dollar.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 hob Cisco seine Umsatzprognose auf 61,2 Milliarden bis 61,7 Milliarden US-Dollar an (zuvor 60,2 Milliarden bis 61,0 Milliarden US-Dollar), was über der Konsensschätzung von 60,76 Milliarden US-Dollar liegt. Die Non-GAAP-EPS-Prognose wurde ebenfalls auf 4,13 bis 4,17 US-Dollar angehoben (zuvor 4,08 bis 4,14 US-Dollar), was den Konsens von 4,11 US-Dollar übertrifft.

Cisco kaufte im Quartal 18 Millionen Aktien zu einem Durchschnittspreis von 76,29 US-Dollar für 1,4 Milliarden US-Dollar zurück und erhöhte die vierteljährliche Dividende um einen Cent auf 0,42 US-Dollar pro Aktie, was einer Rendite von etwa 2 % entspricht. Analysten hatten im Vorfeld positive Einschätzungen abgegeben, wobei UBS ein "Buy"-Rating beibehielt und Evercore die Silicon One Chips als potenzielle Treiber hervorhob. Das Preisziel für die Aktie wurde von 85 US-Dollar auf 90 US-Dollar angehoben, während das "Hold"-Äquivalent-Rating beibehalten wurde.

Erwähnte Persönlichkeiten