
CrowdStrike: Starke Zahlen, hohe Bewertung – Wie KI die Zukunft prägt
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Die Aktie von CrowdStrike Holdings (NASDAQ: CRWD) verzeichnete nach der Veröffentlichung ihrer jüngsten Quartalsergebnisse einen Anstieg von über 15 %, doch die anfängliche Rallye verliert an Schwung. Obwohl das Geschäftsmodell des Cybersicherheitsunternehmens fundamental intakt ist, rückt die Bewertung der Aktie angesichts der anhaltenden Unsicherheit über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Softwareaktien in den Fokus.
Starke Geschäftszahlen übertreffen Erwartungen
CrowdStrike lieferte im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (endend am 31. Januar 2026) beeindruckende Ergebnisse, die die Erwartungen der Analysten übertrafen. Das Unternehmen meldete einen bereinigten Gewinn pro Aktie (EPS) von 1,12 US-Dollar, verglichen mit Schätzungen von 1,10 US-Dollar, was einem Anstieg von 38 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Der Umsatz erreichte 1,31 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 1,30 Milliarden US-Dollar. Auch das jährliche wiederkehrende Umsatzvolumen (ARR) für das Gesamtjahr stieg um 24 % auf 5,25 Milliarden US-Dollar, wobei der Netto-Neuzugang an ARR mit 331 Millionen US-Dollar einen Rekordwert erreichte. Weitere positive Kennzahlen umfassen ein um 45 % gestiegenes operatives Ergebnis von 326 Millionen US-Dollar und einen um 44 % höheren operativen Cashflow von 498 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen erzielte zudem einen GAAP-Nettogewinn von 38,7 Millionen US-Dollar, verglichen mit einem Nettoverlust von 86,3 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
Strukturelle Rückenwinde stützen das Wachstum
Der Cybersicherheitssektor gilt als einer der "Must-own"-Sektoren für Anleger in den nächsten fünf bis zehn Jahren, und CrowdStrike profitiert von starken strukturellen Rückenwinden. Die zunehmende Häufigkeit von Cyberangriffen wie Ransomware, Zugangsdaten-Intrusionen und Kontoübernahmen zwingt Unternehmen und Regierungsinstitutionen gleichermaßen, in robustere Abwehrmaßnahmen zu investieren.
CrowdStrike ist ein Hauptprofiteur dieser Ausgaben. Der Geschäftsbericht zeigt, dass das Unternehmen einen überdurchschnittlichen Marktanteil erobert:
- Mehr als 50 % der Kunden nutzen sechs oder mehr Falcon-Plattformmodule.
- Mehr als 34 % nutzen sieben oder mehr Module.
- Mehr als 24 % nutzen acht oder mehr Module.
Diese Zahlen wurden auch durch eine Geste des guten Willens nach einem Ausfall im Jahr 2024 beeinflusst, bei der Kunden vorübergehend kostenlose Module erhielten, die viele anschließend behielten und bezahlten. Die breitere Welle der digitalen Transformation, die die Abhängigkeit von Cloud-Technologien in Bereichen wie Gesundheitswesen, Bildung und öffentlicher Infrastruktur vertieft, sowie die Expansion von 5G und dem Internet der Dinge, vergrößern die Angriffsfläche und damit den Bedarf an Sicherheitslösungen.
Bewertungsbedenken trüben das Bild
Trotz der hervorragenden Geschäftszahlen gibt es berechtigte Gründe, die Euphorie zu dämpfen. Makroökonomische Unsicherheiten können dazu führen, dass Unternehmen große IT-Investitionen aufschieben, und auch die Cybersicherheit ist, obwohl geschäftskritisch, nicht vollständig immun gegen Budgetprüfungen.
Ein Hauptanliegen ist die hohe Bewertung der CrowdStrike-Aktie. Mit einer Marktkapitalisierung von etwa 107 bis 110 Milliarden US-Dollar und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 22 ist die Aktie teuer. Das Unternehmen investiert weiterhin stark in Forschung und Entwicklung und expandiert aggressiv seine Vertriebsmannschaft, um Marktanteile zu gewinnen. Diese strategisch richtigen Schritte setzen jedoch die kurzfristigen Margen unter Druck, was bei einer Aktie, die "für Perfektion" eingepreist ist, von großer Bedeutung ist.
Im Vergleich zum breiteren Markt ist CrowdStrike teuer. Betrachtet man die Bewertung jedoch im Verhältnis zur eigenen Historie, zeigt sich ein differenziertes Bild:
- Das Forward-Kurs-Buchwert-Verhältnis (P/B) von 19,15x liegt unter dem aktuellen P/B von über 24x und deutlich unter dem Fünfjahresdurchschnitt von rund 30x.
- Das Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis (P/E) liegt bei etwa 88x. Dies ist zwar ein erheblicher Aufschlag gegenüber dem S&P 500, aber weniger als die Hälfte des historischen Fünfjahresdurchschnitts des Unternehmens.
Anleger müssen auch das Potenzial für zukünftige Gewinne berücksichtigen, die das Unternehmen für 2027 um 30,3 %, für 2028 um 27 % und für 2029 um 31,3 % prognostiziert. Die "Most Popular Narrative" von Tokyo bewertet den fairen Wert von CrowdStrike bei 431,24 US-Dollar, was bei einem letzten Schlusskurs von 436,33 US-Dollar eine leichte Überbewertung impliziert.
KI: Freund oder Feind für das Geschäftsmodell?
Eine weitere Sorge, die seit November aufkam, betrifft die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf die Preismodelle von Softwareaktien, insbesondere jener mit Premium-Bewertungen wie CrowdStrike. Analysten befürchten, dass KI-Agenten die Erkennung und Reaktion auf Bedrohungen zunehmend automatisieren könnten, was den Bedarf an teuren, mehrschichtigen Software-Abonnements reduziert und Unternehmen dazu veranlassen könnte, weniger Module zu fordern oder Preisnachlässe zu verlangen. Dieser Druck ist besonders akut für CrowdStrike, dessen Umsatz pro Kunde stark auf seiner expandierenden Falcon-Plattform basiert.
Andererseits könnte KI auch die Nachfrage nach Cybersicherheit erweitern. Die Warnungen vor einer Eskalation von Cyberangriffen, wie sie beispielsweise JPMorgan Chase CEO Jamie Dimon äußerte, unterstreichen die wachsende Bedrohung. Cyberkriminalität wird Unternehmen bis 2026 voraussichtlich über 10 Billionen US-Dollar kosten, gegenüber rund 6 Billionen US-Dollar im Jahr 2021. Diese Zahl könnte noch höher ausfallen, wenn die Schätzungen zur Bedrohung durch "agentic AI" zutreffen.
Ist CrowdStrike-Aktie noch ein Kauf?
Die Frage, ob die CrowdStrike-Aktie trotz der hohen Bewertung noch eine Kaufgelegenheit darstellt, ist komplex. Einerseits ist die Aktie teuer, selbst wenn man das Aufwärtspotenzial der optimistischsten Analysten berücksichtigt. Dies gilt auch für andere Technologieaktien wie Palantir Technologies (NASDAQ: PLTR). Derzeit scheint das Risiko-Ertrags-Verhältnis jedoch noch zugunsten der Bullen zu liegen.
Risikobereitere Anleger könnten einen direkten Einstieg in Betracht ziehen, während vorsichtigere Investoren möglicherweise eine Investition in CrowdStrike über einen Exchange Traded Fund (ETF) wie den WisdomTree Cybersecurity Fund (NASDAQ: CIBR) in Erwägung ziehen sollten. Dies bietet eine diversifizierte Exposition gegenüber dem gesamten Cybersicherheitssektor und kann das Einzelaktienrisiko reduzieren.