
CrowdStrike: Starke Zahlen, KI-Debatte und Zukunftsaussichten
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
CrowdStrike, ein führender Anbieter im Bereich Cybersicherheit, hat am Dienstag robuste Quartalsergebnisse für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt und die Erwartungen in allen wichtigen Kennzahlen übertroffen. Trotz dieser starken Leistung schwankte der Markt hinsichtlich der Frage, ob Künstliche Intelligenz (KI) für das Unternehmen eher eine Chance oder ein Risiko darstellt.
Starke Quartalsergebnisse übertreffen Erwartungen
CrowdStrike (NASDAQ:CRWD) meldete für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 31. Januar endete, einen Umsatz von 1,305 Milliarden US-Dollar. Dies übertraf die Konsensschätzung von LSEG von 1,297 Milliarden US-Dollar und stellte einen Anstieg von 23 % gegenüber dem Vorjahr dar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (EPS) stieg auf 1,12 US-Dollar und übertraf damit die Schätzung von 1,10 US-Dollar.
Die Aktien des Cybersicherheitsanbieters fielen im nachbörslichen Handel um weniger als 1 %. Für das dritte Quartal hatte CrowdStrike zuvor ein EPS von 0,96 US-Dollar bei einem Umsatz von 1,23 Milliarden US-Dollar gemeldet, was ebenfalls über den Analystenerwartungen lag.
KI: Freund oder Feind für Cybersicherheit?
Ein zentrales Thema am Markt ist die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) für Cybersicherheitsunternehmen. Einige Investoren befürchten, dass große Sprachmodelle (LLMs) traditionelle Cybersicherheitsanbieter verdrängen könnten. Die Autoren des CNBC Investing Club sind jedoch der Ansicht, dass KI ein Freund für CrowdStrike ist.
George Kurtz, Gründer und CEO von CrowdStrike, betonte in der Gewinnmitteilung, dass die "KI-Revolution eine massive Wachstumschance" für das Unternehmen darstelle. Er erklärte, dass KI die Nachfrage nach der cloudbasierten, KI-gestützten Cybersicherheitsplattform Falcon von CrowdStrike "antreibt" und ein "Schlüsselbeschleuniger" für das Geschäft sei.
CrowdStrike's Falcon-Plattform und der Daten-Vorteil
Kurtz hob hervor, dass CrowdStrike ein "KI-Adoptionsbeschleuniger" sei. Kunden nutzen über 1.800 verschiedene KI-Anwendungen auf ihren Endpunkten sicher und geschützt, was ohne CrowdStrike nicht möglich wäre. Die Einführung von KI schaffe zudem einen erhöhten Bedarf an Cybersicherheit, da jedes Unternehmen, das KI einsetzt, eine unabhängige Schutzschicht für Sichtbarkeit, Compliance und Durchsetzung benötige.
Ein weiterer struktureller Vorteil sei der "Daten-Vorteil" des Unternehmens. Die Bereitstellung von Cybersicherheit in großem Maßstab erfordere mehr als nur Prompts; sie benötige Experten-Telemetriedaten von globalen Sensoren, MDR-Analysten und Incident Respondern. Dies sei ein Vorteil, den kein LLM-Anbieter replizieren könne, da LLMs keine Echtzeit-Verhinderung von Sicherheitsverletzungen bieten.
Wachstumschancen und Analystenmeinungen
Das Unternehmen verzeichnete im Quartal einen deutlichen Anstieg des Netto-Neugeschäfts im Bereich Annual Recurring Revenue (ARR) auf 331 Millionen US-Dollar. Dies übertraf die Analystenprognosen von rund 304 Millionen US-Dollar und entspricht einem Wachstum von etwa 47 % gegenüber dem Vorjahr. Es war das dritte Quartal in Folge mit einer Beschleunigung.
CrowdStrike baut zudem seine Beziehungen zu Hyperscalern im Bereich Cloud-Sicherheit aus. Im vergangenen Jahr sicherte sich das Unternehmen fast 1,5 Milliarden US-Dollar an Total Contract Value auf dem Amazon Web Services (AWS) Marketplace, ein Anstieg von 50 % gegenüber dem Vorjahr. Die Falcon-Plattform ist auch auf dem Microsoft Marketplace verfügbar, was Kunden ermöglicht, ihre Azure-Verpflichtungsgelder für Falcon zu nutzen.
Die Netto-Kundenbindungsrate (Net Retention) lag bei 115 % und die Brutto-Kundenbindungsrate (Gross Retention) bei 97 %, unverändert gegenüber dem Vorjahr. Eine Netto-Kundenbindungsrate über 100 % deutet darauf hin, dass bestehende Kunden ihre Geschäftsbeziehung mit CrowdStrike ausbauen.
Trotz der positiven Entwicklung senkte der BTIG-Analyst Gray Powell das Kursziel für CrowdStrike von 640 US-Dollar auf 499 US-Dollar, behielt aber die Kaufempfehlung bei. Der CNBC Investing Club senkte sein Kursziel ebenfalls von 550 US-Dollar auf 500 US-Dollar, um die Kompression des Kurs-Gewinn-Verhältnisses in der Branche widerzuspiegeln.
Finanzielle Kennzahlen und Ausblick
Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 erwartet das Management von CrowdStrike einen Umsatz zwischen 5,87 Milliarden und 5,93 Milliarden US-Dollar. Der Mittelwert von 5,93 Milliarden US-Dollar übertrifft die FactSet-Konsensschätzung von 5,86 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie wird zwischen 4,78 und 4,90 US-Dollar prognostiziert, wobei der Mittelwert von 4,84 US-Dollar die Konsensschätzung von 4,80 US-Dollar übertrifft. Die ARR-Prognose liegt bei 6,47 Milliarden bis 6,52 Milliarden US-Dollar, über der FactSet-Konsensschätzung von 6,40 Milliarden US-Dollar.
Für das erste Quartal prognostiziert CrowdStrike einen Umsatz von 1,36 Milliarden bis 1,364 Milliarden US-Dollar, was leicht über der FactSet-Konsensschätzung von 1,355 Milliarden US-Dollar liegt. Der bereinigte Gewinn pro Aktie wird mit 1,06 bis 1,07 US-Dollar erwartet, im Einklang mit der Konsensschätzung von 1,06 US-Dollar. Die ARR-Prognose für das erste Quartal liegt bei 5,502 Milliarden bis 5,504 Milliarden US-Dollar, über der FactSet-Konsensschätzung von 5,466 Milliarden US-Dollar.
Aktuelle Finanzkennzahlen (Stand: Dienstag, 3. März):
- Marktkapitalisierung: 88,32 Milliarden US-Dollar
- KGV: -278,04
- PEG-Verhältnis: 21,86
- Beta: 1,03
- 50-Tage-Durchschnitt: 447,71 US-Dollar
- 200-Tage-Durchschnitt: 471,61 US-Dollar
- 12-Monats-Tief: 298,00 US-Dollar
- 12-Monats-Hoch: 566,90 US-Dollar
Insider-Transaktionen und Aktienperformance
In jüngster Zeit gab es auch Insider-Verkäufe. Direktorin Johanna Flower verkaufte am Donnerstag, den 15. Januar, 3.000 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 461,94 US-Dollar, was einem Gesamtwert von 1.385.820,00 US-Dollar entspricht. CEO George Kurtz veräußerte am Mittwoch, den 4. Februar, 28.853 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 413,01 US-Dollar, mit einem Gesamtwert von 11.916.577,53 US-Dollar. Insider besitzen insgesamt 3,32 % der Unternehmensaktien.
Die Aktien von CrowdStrike sind in diesem Jahr bisher um 16 % gefallen, ähnlich wie viele andere Unternehmen im Bereich Unternehmenssoftware. Die Autoren des CNBC Investing Club sehen die Cybersicherheitsbranche jedoch in einem säkularen Wachstumsmodus und weitgehend von makroökonomischen Trends isoliert. Sie räumen ein, dass die Unsicherheit durch die KI-Disruption länger anhalten könnte als erwartet.