
Cybertruck: Musks "Best Ever" trifft auf sinkende Verkaufszahlen und Marktdruck
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Obwohl Tesla-CEO Elon Musk den Cybertruck als das "beste Tesla aller Zeiten" bezeichnet, zeichnen die aktuellen Verkaufsdaten ein anderes Bild des Erfolgs des umstrittenen Elektro-Pickups. Der Hype um das Fahrzeug konnte bisher nicht in signifikante Absatzzahlen umgemünzt werden, was auf verschiedene Herausforderungen hindeutet.
Musks Lobpreisungen und die Realität der Verkaufszahlen
Elon Musk äußerte sich am Donnerstag auf der Social-Media-Plattform X und bezeichnete den Cybertruck als ein "unglaubliches" Fahrzeug. Er zitierte einen Beitrag, der die Leistungsfähigkeit des Cybertrucks bei Minustemperaturen und seine Kraftstoffeinsparungen im Vergleich zu herkömmlichen Verbrenner-Pickups hervorhob, und nannte ihn "unser bestes Tesla aller Zeiten".
Trotz dieser positiven Äußerungen und der Unterstützung durch Unternehmen wie SpaceX und xAI sowie X-Gründer Jack Dorsey, blieben die Verkaufszahlen des Cybertrucks hinter den Erwartungen zurück. Im dritten Quartal 2025 wurden in den USA lediglich 5.385 Cybertruck-Einheiten verkauft, was einem Rückgang von 62,6 % im Jahresvergleich entspricht.
Herausforderungen für den Cybertruck
Jüngste Berichte deuten darauf hin, dass Tesla möglicherweise Zehntausende unverkaufte Einheiten des Cybertrucks auf Lager hat. Das Unternehmen stellte zudem die erschwingliche RWD Long-Range-Version des Pickups, die in den USA für 69.990 US-Dollar angeboten wurde, nur fünf Monate nach ihrer Einführung wieder ein.
Eine Änderung der Marketingstrategie, die den Cybertruck als robustes Lifestyle-Fahrzeug positionieren sollte, konnte die Kundenakzeptanz ebenfalls nicht steigern. Zudem musste Tesla kürzlich 6.197 Einheiten des Fahrzeugs aufgrund eines Problems mit der Lichtleiste zurückrufen.
Kontroverses Design und rechtliche Auseinandersetzungen
Ein weiterer Aspekt, der den Cybertruck prägt, ist sein polarisierendes Design. Laut Investor Gary Black von Future Fund LLC hindert dieses Design das Produkt am Verkaufserfolg. Ross Gerber, Mitbegründer von Gerber Kawasaki und selbst Cybertruck-Besitzer, äußerte die Meinung, Tesla solle den Pickup aufgrund der schlechten Verkaufszahlen einstellen.
Das Design führte auch zu rechtlichen Auseinandersetzungen. Die Eltern der 19-jährigen Krysta Tsukahara reichten im November 2024 eine Klage wegen widerrechtlicher Tötung gegen den Autohersteller ein. Sie behaupten, Tsukahara sei aufgrund des elektronischen Türsystems des Cybertrucks in dem brennenden Fahrzeug gefangen gewesen. Die bündigen Türgriffe sind bei Sicherheitsexperten ein Streitpunkt.
Diskrepanz zwischen Buchungen und Auslieferungen
Bei der Vorstellung und Öffnung der Buchungen behauptete Musk, es gäbe über eine Million Vorbestellungen für den Cybertruck. Bislang wurden jedoch laut Kelley Blue Book Daten nur etwa 57.000 Einheiten verkauft, davon über 16.097 Einheiten in den ersten drei Quartalen 2025.
Tesla begann Anfang des Jahres, Cybertruck-Inzahlungnahmen zu akzeptieren und bot für eine Allrad-Version des Modells 2024, die bei der Markteinführung 100.000 US-Dollar kostete, etwa 65.400 US-Dollar an. Dies entspricht einem Wertverlust von 34 %.
Breiterer Kontext: Nachlassende EV-Nachfrage
Die schwache Performance des Cybertrucks ist jedoch auch Teil eines breiteren Markttrends. Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen ist seit dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump Anfang des Jahres zurückgegangen. Die Administration hat eine Reihe von Anti-EV-Entscheidungen getroffen, darunter die Beendigung des staatlichen EV-Kredits von 7.500 US-Dollar und die Lockerung der Corporate Average Fuel Economy (CAFE)-Normen, die die EV-Nachfrage beeinträchtigt haben.
Auch andere Hersteller sind betroffen:
- **Ford Motor Co. (NYSE:F)** hat die Produktion des F-150 Lightning EV Pickup Trucks pausiert und erwägt Berichten zufolge, die Produktion ganz einzustellen. Der F-150 Lightning ist der meistverkaufte EV-Pickup-Truck in den USA. Die EV-Verkäufe von Ford fielen im November um über 60 %.
- **General Motors Co. (NYSE:GM)** hat ebenfalls die EV-Produktion zurückgefahren und rund 3.400 Mitarbeiter in mehreren EV-Werken entlassen. Das Unternehmen gab während seiner Telefonkonferenz zum dritten Quartal eine Belastung von 1,6 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit Elektrofahrzeugen bekannt.