
Dick's Sporting Goods übertrifft Erwartungen: Nike profitiert, Foot Locker vor Umbau
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Der Sportartikelhändler Dick's Sporting Goods hat im dritten Quartal die Erwartungen des Marktes deutlich übertroffen und seine Jahresprognose angehoben. Diese positive Entwicklung hatte auch Auswirkungen auf Nike, dessen Aktien nach der Ankündigung von Filialschließungen bei der kürzlich erworbenen Kette Foot Locker zulegten. Gleichzeitig zeigte sich der breitere Aktienmarkt am Dienstag gemischt, mit Druck auf Technologiewerte und einem wachsenden Fokus auf diversifizierte Portfolios.
Dick's Sporting Goods übertrifft Erwartungen und hebt Prognose an
Dick's Sporting Goods meldete für das dritte Quartal ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,75 US-Dollar, womit die Analystenschätzungen von 2,68 US-Dollar übertroffen wurden. Der Umsatz stieg auf 3,06 Milliarden US-Dollar und lag damit ebenfalls über den prognostizierten 3,03 Milliarden US-Dollar. Besonders hervorzuheben ist das Wachstum der vergleichbaren Filialumsätze um 4,2 Prozent, das die Erwartungen von 2,7 Prozent deutlich übertraf.
Das Unternehmen hob daraufhin seine Gesamtjahresprognose an. Dieser Erfolg wird auf eine Strategie des Premium-Erlebniseinzelhandels und ein margenstarkes Portfolio nachgefragter Schuhmarken zurückgeführt. Dick's hat sich damit erfolgreich von breiteren makroökonomischen Gegenwinden isoliert, die andere Einzelhändler im Bekleidungs- und Softgoods-Sektor belasten.
Die strategische Bedeutung des "House of Sport"-Konzepts
Ein zentraler Pfeiler der Wachstumsstrategie von Dick's ist die aggressive Einführung des "House of Sport"-Konzepts. Diese großflächigen Erlebnisstandorte, die oft über 9.000 Quadratmeter umfassen, bieten Kletterwände, Schlagkäfige und Außenfelder. Sie verwandeln das traditionelle transaktionsorientierte Einzelhandelsmodell in ein erlebnisbasiertes Ziel.
Diese Standorte generieren laut Brancheninsidern deutlich höhere Umsätze pro Quadratfuß als herkömmliche Filialen. CEO Lauren Hobart betonte, dass das Unternehmen die Umwandlung traditioneller Filialen in diese Konzepte der nächsten Generation beschleunigt. Kunden, die die Erlebnisangebote nutzen, geben jährlich etwa 20 Prozent mehr aus.
Die Herausforderung Foot Locker und die Turnaround-Strategie
Die am 8. September abgeschlossene Akquisition von Foot Locker für 2,5 Milliarden US-Dollar stellt Dick's Sporting Goods vor eine große Aufgabe. Dick's plant eine umfassende Überarbeitung des angeschlagenen Schuhhändlers, die die Schließung unrentabler Filialen und die Bereinigung unproduktiver Lagerbestände umfasst. Executive Chairman Ed Stack sprach davon, "die Garage bei Foot Locker auszuräumen".
Für diesen Prozess werden Vorsteuerbelastungen zwischen 500 Millionen und 750 Millionen US-Dollar erwartet. Die Proforma-Vergleichsumsätze von Foot Locker sanken im dritten Quartal um 4,7 Prozent, wobei das internationale Geschäft einen Rückgang von 10,2 Prozent verzeichnete. Stack kritisierte, dass Foot Locker "von den Grundlagen des Einzelhandels abgewichen" sei und nicht auf Nikes Umstellung auf eine Direct-to-Consumer-Strategie reagiert habe, was zu einem falschen Bestandsmix führte.
Neue Führung und operative Schritte bei Foot Locker
Zur Umsetzung der Turnaround-Strategie hat Dick's eine neue Führungsebene für Foot Locker ernannt. Anne Freeman, eine ehemalige Nike-Managerin, wurde zur Präsidentin von Foot Locker Nordamerika ernannt, und Matthew Barnes, ehemaliger CEO von Tesco UK, übernimmt die Präsidentschaft des internationalen Geschäfts. Die Strategie umfasst mehrere Schritte:
- Neue Führung: Stärkung des Managementteams.
- Filial- und Bestandsbereinigung: Schließung unrentabler Filialen und Liquidation unproduktiver Lagerbestände, was kurzfristig die Margen belasten wird. Für das vierte Quartal erwartet Dick's einen Rückgang der Bruttomarge für das Foot Locker-Geschäft um 1.000 bis 1.500 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr.
- Lieferantenabstimmung: Gespräche mit wichtigen Markenpartnern, die die neue Vision für Foot Locker unterstützen sollen.
Das Management von Dick's ist zuversichtlich, dass Foot Locker bis zur "Back-to-School"-Saison 2026 wieder auf Kurs gebracht werden kann. Analyst Paul Lejuez von Citi Research erwartet, dass Dick's weitere Details zu potenziellen Synergien über die bereits genannten 100 bis 125 Millionen US-Dollar hinaus bekannt geben wird, insbesondere in Bereichen wie Gemeinkosten, IT/Marketing und Vertriebsnetzwerk. Er prognostiziert zusätzliche Synergien von etwa 150 Millionen US-Dollar über die nächsten fünf Jahre.
Nike profitiert von Dick's Strategie
Die Aktien von Nike stiegen am Dienstag um 3 Prozent, nachdem Dick's Sporting Goods die Schließung mehrerer Foot Locker-Filialen im Rahmen seiner Drittquartalsergebnisse bekannt gab. Jim Cramer, vom CNBC Investing Club, äußerte die Meinung, dass "Nike ein Kauf ist, aufgrund der Probleme von Dick's".
Ed Stack, Executive Chairman von Dick's Sporting Goods, bestätigte, dass sich die Beziehung zu Nike verbessert. Er hob die starke Leistung von Nikes Laufschuhlinien hervor, darunter Pegasus, Vomero und Structure, die sowohl bei Dick's als auch in den Foot Locker-Filialen sehr erfolgreich waren. Dies deutet auf eine positive Entwicklung in der Partnerschaft hin, trotz der Herausforderungen bei Foot Locker.
Gemischtes Marktumfeld und Diversifikation
Der breitere Aktienmarkt zeigte sich am Dienstag gemischt. Der S&P 500 und der Dow Jones Industrial Average verzeichneten Zuwächse, während der Nasdaq Composite leicht nachgab, da große Technologieunternehmen unter Druck gerieten. Die Aktien von Nvidia fielen um mehr als 6 Prozent, nachdem Berichte aufkamen, dass Meta ab 2027 Google's Tensor Processing Units (TPUs) in seinen Rechenzentren einsetzen könnte. Broadcom, das Google bei der Entwicklung seiner TPUs unterstützt, stieg am Montag um 11 Prozent.
Jim Cramer sieht den Rückgang bei Nvidia als Kaufgelegenheit und riet: "Wenn Sie keine Nvidia haben, ist es Zeit zu kaufen." Er sieht auch eine Gelegenheit, Meta-Aktien zu erwerben, da das Unternehmen durch Chipeinsparungen profitieren könnte. Cramer betonte die Bedeutung eines diversifizierten Portfolios an einem "entmutigenden Tag" für Tech-Investoren. Der Investing Club bevorzugt defensive Werte wie Procter & Gamble, dessen Position am Dienstag aufgestockt wurde. Auch bei Home Depot, das im Jahresverlauf fast 12 Prozent verloren hat, wurde die Position in der Vorwoche ausgebaut, mit der Erwartung eines Anstiegs bei sinkenden Zinsen.
Konträre Meinungen zu Nike
Während Jim Cramer Nike als Kaufgelegenheit sieht, gibt es auch kritische Stimmen. Ein Analyst auf Seeking Alpha, Max, äußerte die Meinung, dass Nike nicht länger der Innovationsführer im Bereich Sportartikel sei und die Marke verblasse. Max, der eine Short-Position in Nike-Aktien hält, sieht die Wahrnehmung von Nike als stabilen Dividendenwert zunehmend von der Realität entkoppelt. Diese konträre Ansicht unterstreicht die unterschiedlichen Perspektiven auf die Zukunft des Sportartikelgiganten.