Disney CEO D'Amaro übernimmt: Herausforderungen und Aktiencheck
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Josh D'Amaro tritt am Mittwoch, den 18. März 2026, offiziell seine neue Rolle als CEO der Walt Disney Company (NYSE: DIS) an. Er übernimmt die Führung des Unterhaltungskonzerns in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen und steht vor der Aufgabe, das Unternehmen durch eine komplexe Finanzlandschaft zu navigieren. Investoren blicken gespannt auf seine Strategie, insbesondere angesichts der jüngsten Underperformance der Disney-Aktie.
Führungswechsel bei Disney: D'Amaro übernimmt
Josh D'Amaro hat am Mittwoch, den 18. März 2026, offiziell die Position des Chief Executive Officer (CEO) der Walt Disney Company übernommen. Dieser Führungswechsel erfolgte im Rahmen der jährlichen Aktionärsversammlung des Unterhaltungskonzerns. D'Amaro, der zuvor die hochprofitable Sparte der Disney-Erlebnisse leitete, tritt in große Fußstapfen.
Die von D'Amaro geführte Parks-Sparte trug im vergangenen Jahr 57 Prozent zum Gesamtgewinn von 17,5 Milliarden US-Dollar bei. Seine Beförderung zum CEO wird von der Erwartung begleitet, dass er seine operative Exzellenz auf das gesamte Unternehmen übertragen kann. Er wird dabei von Dana Walden, einer erfahrenen TV-Managerin, unterstützt, die zur Präsidentin und Chief Content Officer ernannt wurde. Analyst Doug Creutz von TD Cowen betonte, dass Waldens kreative Expertise D'Amaros operative Stärken ergänzen wird, wobei eine starke Partnerschaft der beiden Führungskräfte entscheidend sein wird.
Eine Ära der Herausforderungen
D'Amaro übernimmt die Führung in einer Zeit erheblicher Umbrüche. Zu den drängendsten Aufgaben gehört die Entwicklung einer Strategie für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz (KI), in dem Technologiegiganten die Wirtschaftlichkeit der Medienbranche neu definieren könnten. Zudem muss er mögliche Störungen des Tourismusgeschäfts durch Konflikte im Nahen Osten und steigende Ölpreise managen.
Der neue CEO erbt auch ein rückläufiges Fernsehgeschäft und eine nachlassende Zugkraft an den Kinokassen für große Unterhaltungsmarken wie Marvel und Star Wars. In einer fragmentierten Unterhaltungslandschaft muss Disney zudem mit Plattformen wie YouTube und TikTok um die Aufmerksamkeit der Zuschauer konkurrieren. D'Amaro steht vor der Herausforderung, die Erinnerungen an die gescheiterte Amtszeit seines Vorgängers Bob Chapek zu zerstreuen, der ebenfalls aus der Parks-Division aufgestiegen war.
Igers zweite Amtszeit: Erfolge und Markt-Underperformance
D'Amaros Vorgänger, Bob Iger, der im November 2022 zurückkehrte, stabilisierte das Unternehmen nach einer Phase der Unsicherheit. Unter seiner Führung wurden die Streaming-Aktivitäten im Geschäftsjahr 2024 profitabel. Iger glättete zudem die Auseinandersetzungen zwischen Chapek und dem Gouverneur von Florida und wehrte zwei Proxy-Kämpfe ab, unter anderem von Nelson Peltz' Trian Fund Management.
Trotz dieser Erfolge und der Reorganisation des Unternehmens, die kreativen Führungskräften wieder mehr Macht verlieh, blieb die Aktienperformance hinter den Erwartungen zurück. Die Disney-Aktie notierte vor Igers Rückkehr im November 2022 bei 91,80 US-Dollar. Rund 41 Monate später, zum Zeitpunkt der Berichterstattung über den Führungswechsel, lagen die Aktien lediglich 9 Prozent höher. Im gleichen Zeitraum legte der S&P 500 Index um 69 Prozent zu. Igers erste Amtszeit hatte hingegen den S&P 500 um mehr als das Doppelte übertroffen.
Das Allzeithoch der Disney-Aktie von 203,02 US-Dollar wurde vor fünf Jahren unter Igers ursprünglichem Nachfolger, Bob Chapek, erreicht. Iger wird bis zum Jahresende im Vorstand von Disney bleiben, bevor er sich zum zweiten Mal aus dem Unternehmen zurückzieht. Während seiner Amtszeit lieferte Disney fünf Filme mit über 1 Milliarde US-Dollar weltweitem Einspielergebnis, initiierte einen 60-Milliarden-Dollar-Plan für Investitionen in Parks und Kreuzfahrtschiffe, startete den ESPN-Streamingdienst und schloss einen Deal mit OpenAI ab.
Analystenmeinung und Ausblick
Der Führungswechsel wurde von einer Neubewertung durch Wall-Street-Firmen begleitet. Guggenheim senkte am Mittwoch sein Kursziel für Disney um 18 Prozent von 140 US-Dollar auf 115 US-Dollar, behielt jedoch die "Buy"-Empfehlung bei. Die Analysten begründeten dies mit der erheblichen Underperformance der Aktie und der Notwendigkeit, die Bewertungsmetriken neu zu bewerten.
Seit Igers Rückkehr im Spätjahr 2022 hat die Disney-Aktie den S&P 500 um etwa 60 Prozent unterperformt. Auch seit dem Amtsantritt von CFO Hugh Johnston im Dezember 2023 hinkte Disney dem breiteren Index um rund 38 Prozent hinterher. Diese Zahlen verdeutlichen die anhaltende Enttäuschung der Anleger, trotz der Bemühungen des Managements, Streaming-Verluste zu stabilisieren und die Einnahmen der Parks zu steigern. Die Disney-Aktie ist im bisherigen Jahresverlauf um 11,84 Prozent gesunken.
Investoren erwarten nun, dass D'Amaro seine Strategie darlegt, um das Unternehmen in eine neue Wachstumsphase zu führen und den Shareholder Value zu steigern.