Eli Lilly überzeugt mit Quartalszahlen und erhöht Jahresprognose

Eli Lilly überzeugt mit Quartalszahlen und erhöht Jahresprognose

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Eli Lilly hat im ersten Quartal 2026 ein herausragendes Ergebnis vorgelegt, das die Erwartungen des Marktes deutlich übertraf und den Aktienkurs des Pharmariesen beflügelte. Nach einer Phase der Schwäche, in der die Aktie im Jahresverlauf um 21 % gefallen war, stieg sie am Donnerstag um rund 10 %. Dieses starke Abschneiden untermauert die Überzeugung vieler Analysten, dass die jüngste Skepsis gegenüber dem Unternehmen unbegründet war.

Starkes Quartalsergebnis übertrifft Erwartungen

In den drei Monaten bis März stieg der Umsatz von Eli Lilly im Vergleich zum Vorjahr um 56 % auf 19,8 Milliarden US-Dollar und übertraf damit den LSEG-Konsens von 17,6 Milliarden US-Dollar deutlich. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (EPS) verdoppelte sich auf 8,55 US-Dollar, während der Konsens bei 6,66 US-Dollar lag. Auch die GAAP-Gewinne pro Aktie waren mit 8,26 US-Dollar beeindruckend.

Das Unternehmen meldete eine Nettomarge von 31,66 % und eine Eigenkapitalrendite von 102,94 %. Angesichts dieser starken Zahlen hob Eli Lilly seine Jahresprognose für Umsatz, operative Rentabilität und Gewinn pro Aktie an. Die Aktie schloss am Donnerstag bei 927,5060 US-Dollar, nachdem sie zuvor bei 851,21 US-Dollar gelegen hatte.

GLP-1-Medikamente treiben Wachstum an

Ein wesentlicher Treiber für das beeindruckende Wachstum sind die injizierbaren GLP-1-Medikamente des Unternehmens: Zepbound für Adipositas und Mounjaro für Typ-2-Diabetes. Beide Medikamente basieren auf dem Wirkstoff Tirzepatid. Obwohl die Preise in den USA um 7 % sanken, stiegen die Volumina um 49 %. Weltweit war dieser Effekt noch ausgeprägter, mit einem Preisrückgang von 13 % und einem Volumenanstieg von 65 %, wobei China ein wichtiger Faktor für die schwächeren globalen Preise war.

Mounjaro war international ein Haupttreiber für die Volumenzuwächse, da es dort sowohl für Adipositas als auch für Diabetes vermarktet wird. Die enorme Investition von Eli Lilly in den Ausbau der GLP-1-Produktionskapazitäten in den letzten Jahren zahlt sich nun aus, da die Nachfrage stark ist und der GLP-1-Markt weiter wächst.

Herausforderungen und strategische Antworten

Trotz des Erfolgs sieht sich Eli Lilly mit Herausforderungen konfrontiert, darunter niedrigere Medikamentenpreise in den USA, teilweise bedingt durch "Most Favored Nation"-Vereinbarungen mit der Trump-Administration im Austausch für den Medicare-Zugang. Auch die Konkurrenz durch Novo Nordisk, Hersteller von Ozempic und Wegovy, ist ein Faktor im boomenden GLP-1-Markt.

CEO David Ricks betonte jedoch, dass das Unternehmen niedrigere Preise durch höhere Volumina ausgleichen könne, was sich im ersten Quartal bewiesen hat. Für das Gesamtjahr erwartet Lilly weiterhin einen Preisrückgang im niedrigen bis mittleren Zehnerbereich prozentual.

Foundayo-Einführung und Marktpotenzial

Ein weiteres wichtiges Thema war die Einführung der oralen Adipositas-Pille Foundayo (ehemals Orforglipron), die am 1. April die lang erwartete FDA-Zulassung erhielt und etwa eine Woche später breit verfügbar wurde. Erste Verschreibungsdaten deuteten auf einen langsameren Start im Vergleich zur Wegovy-Pille von Novo Nordisk hin, was den Aktienkurs in der Vorwoche belastete.

CEO Ricks äußerte sich jedoch optimistisch und betonte, dass der Aufbau der Marke Foundayo Zeit benötige, da im Gegensatz zu Wegovy keine bestehende Markenbekanntheit genutzt werden könne. Bislang habe Lilly noch nicht mit TV-Werbung begonnen, und die Nachfrage sei organisch. Mehr als 20.000 Menschen nehmen die Pille bereits ein, und etwa 80 % der Foundayo-Verschreibungen gehen an Personen, die zuvor kein GLP-1-Medikament eingenommen haben. Dies stützt die Annahme, dass die Bequemlichkeit einer Pille den Adipositas-Markt erweitern und nicht die injizierbaren Medikamente kannibalisieren wird.

Ausblick und zukünftige Entwicklungen

Eli Lilly hob seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 an:

  • Umsatz: Zwischen 82 und 85 Milliarden US-Dollar (zuvor 80 bis 83 Milliarden US-Dollar). Der neue Mittelwert von 83,5 Milliarden US-Dollar liegt über dem FactSet-Konsens von 82,1 Milliarden US-Dollar.
  • Performance-Marge: Zwischen 47 % und 48,5 % (zuvor 46 % bis 47,5 %).
  • Gewinn pro Aktie: Zwischen 35,50 und 37 US-Dollar (zuvor 33,50 bis 35 US-Dollar). Der revidierte Mittelwert von 36,25 US-Dollar übertrifft den FactSet-Konsens von 34,52 US-Dollar.

Das Unternehmen bleibt auch optimistisch hinsichtlich seiner GLP-1-Medikamentenpipeline, einschließlich Retatrutide, das in Studien eine noch stärkere Gewichtsabnahme als Zepbound zeigte. Eli Lilly plant, den Zulassungsantrag in den USA noch in diesem Jahr einzureichen. Retatrutide könnte besonders für Typ-2-Diabetes-Patienten hilfreich sein, die sowohl Blutzucker- als auch Gewichtsregulierung benötigen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Beginn der Medicare-Abdeckung für Adipositas-Medikamente. Ein Pilotprogramm wurde aufgrund der Zurückhaltung privater Versicherer verzögert, aber die Trump-Administration plant, ein Brückenprogramm bis Ende 2027 zu verlängern. CEO Ricks erwartet, dass die umfassenden gesundheitlichen Vorteile für Patienten in den nächsten 18 Monaten deutlich werden und die Regierung sich für eine Normalisierung der Adipositas-Versorgung einsetzen wird.

Analystenbewertungen und Kursziele

Die starken Ergebnisse und der optimistische Ausblick haben auch die Analysten überzeugt. Mehrere Investmentbanken haben ihre Kursziele für Eli Lilly angehoben:

  • **Wells Fargo & Company:** Erhöhte das Kursziel von 1.200,00 US-Dollar auf 1.280,00 US-Dollar mit "Overweight"-Rating.
  • **Guggenheim:** Erhöhte das Kursziel von 1.163,00 US-Dollar auf 1.183,00 US-Dollar mit "Buy"-Rating.
  • **JPMorgan Chase & Co.:** Erhöhte das Kursziel von 1.150,00 US-Dollar auf 1.300,00 US-Dollar mit "Overweight"-Rating.
  • Royal Bank Of Canada: Initiierte die Coverage mit einem "Outperform"-Rating und einem Kursziel von 1.250,00 US-Dollar.

Insgesamt hat Eli Lilly laut MarketBeat eine durchschnittliche Bewertung von "Moderate Buy" und ein durchschnittliches Kursziel von 1.216,52 US-Dollar. Jim Cramer bezeichnete die Entwicklung von Lilly als "eine der größten Pharma-Geschichten". Das CNBC Investing Club, das LLY in seinem Portfolio hält, bekräftigte sein "Hold"-Äquivalent-Rating 2, senkte jedoch das Kursziel von 1.250 US-Dollar auf 1.200 US-Dollar, um der allgemeinen Abneigung des Marktes gegenüber Gesundheitsaktien Rechnung zu tragen.