
Eli Lillys GLP-1-Erfolg treibt Akquisitionen an, Honeywell strafft Portfolio
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Die Finanzmärkte zeigten sich zuletzt leicht rückläufig, beeinflusst durch einen Anstieg der Ölpreise und Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Persischen Golf. Trotzdem prägen strategische Unternehmensentscheidungen das Geschehen: Eli Lilly stärkt seine Medikamentenpipeline mit milliardenschweren Akquisitionen, während Honeywell seine Portfolio-Transformation durch den Verkauf einer Geschäftseinheit vorantreibt.
Eli Lilly: GLP-1-Erfolg befeuert aggressive Akquisitionsstrategie
Der Pharmariese Eli Lilly nutzt seinen enormen Erfolg mit GLP-1-Medikamenten, um seine Pipeline massiv auszubauen. Das Unternehmen, bekannt für seine Blockbuster Zepbound (Adipositas) und Mounjaro (Typ-2-Diabetes), hat kürzlich die FDA-Zulassung für Foundayo™ (orforglipron) erhalten. Foundayo ist die erste orale GLP-1-Pille zur Gewichtsreduktion, die ohne Einschränkungen bezüglich Nahrung oder Wasser eingenommen werden kann und in klinischen Studien eine durchschnittliche Gewichtsabnahme von 12,4 % bei höchster Dosis zeigte.
Diese starke Position spiegelt sich auch in den Finanzen wider: Eli Lilly beendete das Jahr 2025 mit 7,3 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und generierte rund 9 Milliarden US-Dollar an freiem Cashflow. Mit dieser finanziellen Stärke treibt das Unternehmen eine aggressive Akquisitionsstrategie voran, um zukünftige Blockbuster zu sichern und die Abhängigkeit von Patentabläufen zu mindern.
Jüngste Zukäufe umfassen:
- Kelonia Therapeutics: Eine klinische Biotechnologiefirma im Bereich Krebstherapien, erworben für 3,25 Milliarden US-Dollar in bar, mit potenziellen Meilensteinzahlungen von bis zu 7 Milliarden US-Dollar. Kelonia entwickelt eine intravenös verabreichte Einmaltherapie, die T-Zellen zur Krebsbekämpfung umwandelt, wie Jacob Van Naarden, Leiter von Lillys Krebsgeschäft, erklärte.
- Centessa Pharmaceuticals: Für bis zu 7,8 Milliarden US-Dollar, spezialisiert auf Schlafstörungen wie Narkolepsie.
- Ventyx Biosciences: Eine Übernahme im Wert von 1,2 Milliarden US-Dollar für orale Medikamente gegen entzündliche Erkrankungen.
- Orna Therapeutics: Ein Krebs-fokussiertes Unternehmen, dessen Übernahme bis zu 2,4 Milliarden US-Dollar wert sein könnte.
Honeywell: Portfolio-Transformation durch Spartenverkauf
Honeywell International Inc. setzt seine strategische Portfolio-Transformation fort und hat am 20. April 2026 den Verkauf seiner Sparte Productivity Solutions and Services (PSS) an Brady Corporation für 1,4 Milliarden US-Dollar in bar bekannt gegeben. Die PSS-Sparte ist ein führender Anbieter von mobilen Computern, Barcode-Scannern und Drucklösungen für den Lager- und Logistikmarkt. Im Jahr 2025 erzielte PSS einen Jahresumsatz von rund 1,1 Milliarden US-Dollar und beschäftigte etwa 3.000 Mitarbeiter weltweit.
Dieser Verkauf ist das Ergebnis einer strategischen Überprüfung, die im Juli letzten Jahres eingeleitet wurde. Honeywell beabsichtigt, sich von zyklischen, langsamer wachsenden und margenschwächeren Geschäften wie PSS zu trennen. Das Unternehmen sucht weiterhin einen Käufer für sein Warehouse and Workflow Solutions (WWS) Geschäft. Die Transaktion bewertet PSS mit dem etwa 8-fachen des EBITDA von 2025 und wird voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 abgeschlossen, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen.
Nach Einschätzung des CNBC Investing Club ist die Entwicklung neutral zu bewerten, da der Verkaufspreis von 1,4 Milliarden US-Dollar unter den Erwartungen vieler lag. Dennoch soll die Veräußerung des PSS-Geschäfts eine klarere Struktur für das Automation-Geschäft schaffen, das später in diesem Jahr nach der Trennung des Aerospace-Geschäfts eigenständig werden soll. Brady Corporation erwartet durch die Akquisition eine zweistellige Steigerung des bereinigten verwässerten Gewinns pro Aktie im ersten Jahr und jährliche Kosteneinsparungen von 25 Millionen US-Dollar innerhalb von drei Jahren.
IPO-Markt zeigt sich aktiv
Trotz der allgemeinen Marktunsicherheit und des Krieges im Iran zeigen sich Unternehmen weiterhin bereit für den Börsengang.
- Die Sandwichkette Jersey Mike's hat vertraulich einen Antrag für ein Initial Public Offering (IPO) eingereicht. Das Unternehmen wurde zuvor nach dem Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung durch Blackstone vor über einem Jahr mit rund 8 Milliarden US-Dollar bewertet.
- Der KI-Chiphersteller Cerebras hat ebenfalls einen Antrag für einen Börsengang an der Nasdaq gestellt. Wells Fargo ist an diesem Deal beteiligt.
- Madison Air Solutions hatte in der vergangenen Woche einen erfolgreichen Börsengang, an dem sowohl Goldman Sachs als auch Wells Fargo mitwirkten.
Blick auf die kommende Berichtswoche
Die kommende Woche markiert den Beginn einer großen Welle von Quartalsberichten, die wichtige Einblicke in die Unternehmensleistung geben werden.
- Nach Börsenschluss am Montag werden Zions Bancorp und Alaska Air ihre Zahlen vorlegen.
- Am Dienstag stehen Berichte von Schwergewichten wie UnitedHealth Group, GE Aerospace, 3M, Danaher, RTX, Halliburton und D.R. Horton an.
- Auf der Datenseite werden die Einzelhandelsumsätze für März und die schwebenden Hausverkäufe veröffentlicht, die weitere Hinweise zur Wirtschaftslage liefern könnten.