
Energiepreise explodieren: Iranische Angriffe auf Katar eskalieren Nahost-Konflikt
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Die Energiepreise haben nach iranischen Raketenangriffen auf eine wichtige Flüssigerdgas (LNG)-Exportanlage in Katar deutlich zugelegt. Diese jüngste Eskalation im Nahen Osten schürt Befürchtungen vor einem Versorgungsengpass und hat weitreichende Auswirkungen auf die globalen Rohstoffmärkte. Die Region bleibt ein Brennpunkt geopolitischer Spannungen, die sich direkt auf die weltweite Energieversorgung auswirken.
Eskalation im Nahen Osten treibt Energiepreise
Die Ölpreise verzeichneten am 19. März 2026 weitere Gewinne, nachdem Angriffe auf Energieinfrastrukturen im Nahen Osten Ängste vor einer Angebotsverknappung verstärkt hatten. Brent-Rohöl-Futures für Mai stiegen um 4 % auf 111,80 US-Dollar pro Barrel (Stand: 8:45 p.m. ET), während die US-West Texas Intermediate (WTI)-Futures für April um über 3 % auf 99,47 US-Dollar zulegten. Seit Beginn des Krieges am 28. Februar sind die Brent-Rohölpreise um fast 50 % gestiegen.
Die Eskalation folgt auf eine Reihe von Angriffen und Gegenangriffen in der Region. Katar hatte bereits am 2. März die LNG-Produktion nach iranischen Drohnenangriffen auf Ras Laffan und Mesaieed Industrial City eingestellt.
Angriffe auf Katars LNG-Infrastruktur
Katar berichtete am Mittwoch, dem 18. März 2026, dass iranische Raketenangriffe die Ras Laffan Industrial City, die weltweit größte LNG-Exportanlage, "umfangreich beschädigt" hätten. Notfallteams wurden zur Brandbekämpfung entsandt, wobei keine Opfer gemeldet wurden. Das katarische Innenministerium erklärte später, der Brand sei unter Kontrolle gebracht worden.
KatarEnergy, das staatliche Energieunternehmen Katars, bestätigte die Einstellung der LNG-Produktion aufgrund der "militärischen Angriffe". Katar ist nach den USA der zweitgrößte LNG-Exporteur der Welt und deckt fast ein Fünftel der globalen Lieferungen ab.
Globale Auswirkungen auf Öl- und Gasmärkte
Die Angriffe auf die Energieinfrastruktur Katars haben direkte Folgen für die globale Energieversorgung. Katar liefert etwa 12 bis 14 Prozent der europäischen LNG-Importe, und die Produktionsunterbrechung wird Europa direkt betreffen. Analysten von ING warnten, dass ein angespannterer Markt Asien und Europa dazu zwingen würde, aggressiver um LNG-Ladungen zu konkurrieren, was die Preise weiter in die Höhe treiben könnte.
Die europäischen Gaspreise stiegen nach den Angriffen um über 40 % auf knapp 48 Euro pro Megawattstunde (MWh). Neil Wilson, Anlagestratege bei Saxo UK, kommentierte, dass die europäischen Erdgaspreise "stratosphärisch gestiegen" seien, da Katar die LNG-Produktion eingestellt habe, was "potenziell enorme Störungen für die europäischen Energieflüsse" signalisiere. Bei anhaltenden Verlusten der katarischen Lieferungen könnten die TTF-Preise (Europas Benchmark für LNG) auf 80-100 Euro/MWh steigen.
Hintergrund der Eskalation: Israelische Angriffe auf Iran
Die iranischen Angriffe auf Katar erfolgten nach Teherans Warnung vor Angriffen auf Energieanlagen in Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese Warnung war eine Reaktion auf einen israelischen Bombenangriff auf eine iranische Erdgasverarbeitungsanlage. Iran beschuldigte Israel, seine Anlagen im riesigen South Pars Gasfeld, dem weltweit größten Erdgasvorkommen, das Iran mit Katar teilt, angegriffen zu haben.
Die USA waren über Israels Pläne, das South Pars Gasfeld anzugreifen, informiert, nahmen aber nicht daran teil. Die Eskalation ist Teil eines breiteren Konflikts, der am 28. Februar begann und bereits den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, durch die etwa 20 % der weltweiten Ölversorgung abgewickelt werden, weitgehend blockiert hat. Der Schiffsverkehr durch diese Meerenge ist nahezu zum Stillstand gekommen.
Reaktion der Golfstaaten und internationale Besorgnis
Das katarische Außenministerium verurteilte den Angriff als "gefährliche Eskalation" und "flagrante Verletzung der Souveränität", die die nationale Sicherheit und regionale Stabilität bedrohe. Katar behält sich das Recht vor, gemäß internationalem Recht zu reagieren. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate wurden ebenfalls angegriffen. Saudi-Arabien meldete die Abfangung und Zerstörung von vier ballistischen Raketen in Richtung Riad und eines Drohnenangriffs auf eine Gasanlage im Osten des Landes.
Die Vereinigten Arabischen Emirate bezeichneten die Angriffe auf ihre Habshan- und Bab-Gasfelder als "gefährliche Eskalation". Die Behörden in Abu Dhabi gaben an, dass die Gasoperationen nach Abfangmaßnahmen über den Standorten eingestellt wurden.
Ausblick und wirtschaftliche Folgen
Die anhaltende Eskalation im Nahen Osten birgt das Risiko einer Vertiefung des Versorgungsengpasses, der durch den Iran-Krieg ausgelöst wurde. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump sucht nach Wegen, die Ölversorgung zu erhöhen, und das US-Finanzministerium lockerte die Sanktionen gegen Venezuela, um US-Unternehmen Geschäfte mit dem staatlichen Öl- und Gasunternehmen des Landes zu ermöglichen.
Die Dieselpreise in den USA sind bereits auf über 5 US-Dollar pro Gallone gestiegen, ein Wert, der zuletzt während des Inflationsschubs von 2022 erreicht wurde. Die US-Erzeugerpreise stiegen im Februar so stark wie seit sieben Monaten nicht mehr, angetrieben durch höhere Kosten für Dienstleistungen und eine Reihe von Gütern, und könnten sich weiter beschleunigen, da der Krieg die Ölpreise in die Höhe treibt. US-Spionagechefin Tulsi Gabbard erklärte vor dem Kongress, dass die iranische Regierung seit Kriegsbeginn zwar geschwächt, aber intakt sei und weiterhin in der Lage sei, US-Militärbasen und andere Interessen im Nahen Osten anzugreifen.