Epic Games entlässt 1.000 Mitarbeiter: Fortnite-Rückgang statt KI als Grund

Epic Games entlässt 1.000 Mitarbeiter: Fortnite-Rückgang statt KI als Grund

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Epic Games, der Entwickler hinter dem Welterfolg "Fortnite", hat die Entlassung von über 1.000 Mitarbeitern bekannt gegeben. CEO Tim Sweeney führt die drastischen Kürzungen auf branchenweite Herausforderungen und einen Rückgang des Engagements bei "Fortnite" zurück, dementiert jedoch einen Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz.

Epic Games kündigt massive Entlassungen an

Das Unternehmen Epic Games hat mehr als 1.000 Mitarbeiter entlassen, was etwa 20% der gesamten Belegschaft entspricht. In einem internen Memo, das online geteilt wurde, erklärte CEO Tim Sweeney die Notwendigkeit dieser Schritte. Die Entlassungen sind eine direkte Reaktion auf einen "Rückgang des Fortnite-Engagements", der dazu geführt hat, dass Epic Games "deutlich mehr ausgibt, als es einnimmt".

Sweeney betonte, dass diese "massiven Kürzungen" unerlässlich seien, um die Finanzierung des Unternehmens zu sichern. Zusammen mit identifizierten Kosteneinsparungen von über 500 Millionen US-Dollar in den Bereichen Vertragsgestaltung, Marketing und der Schließung einiger offener Stellen soll das Unternehmen wieder auf eine stabilere Basis gestellt werden.

KI nicht der Auslöser, aber Branchenwandel spürbar

Tim Sweeney stellte in seinem Memo klar, dass die aktuellen Entlassungen "nicht mit KI zusammenhängen". Er fügte hinzu: "In dem Maße, wie sie die Produktivität verbessert, wollen wir so viele großartige Entwickler wie möglich haben, die großartige Inhalte und Technologien entwickeln." Damit distanziert sich Epic Games von anderen Unternehmen wie Block und Atlassian, die KI als Grund für Stellenstreichungen nannten.

Sweeney führte die Entscheidung auf eine Reihe von branchenweiten Herausforderungen zurück, darunter langsameres Wachstum, geringere Ausgaben der Konsumenten, höhere Kosten und weniger verkaufte Konsolen der aktuellen Generation im Vergleich zur vorherigen. Joost van Dreunen, CEO der Spieleanalysefirma Aldora Intelligence und Professor an der NYU Stern School of Business, bezeichnete die Kürzungen als "Anerkennung des Wandels in der Branche". Er merkte an, dass dies den "Niedergang der amerikanischen kulturellen Dominanz in der Videospielbranche" andeuten könnte.

Ein Blick auf die globale Gaming-Branche

Obwohl die globale Gaming-Branche im letzten Jahr ein Umsatzwachstum von etwa 4,5% verzeichnete (laut Aldora), kam der Großteil dieses Wachstums von außerhalb der USA. Van Dreunen kommentierte, dass sich "der Schwerpunkt der Konsumenten nach Osten verlagert". Dies deutet auf eine Verschiebung der Marktdynamik hin, die amerikanische Publisher besonders trifft.

Die Belegschaft der Spieleindustrie schrumpft seit einigen Jahren, nachdem sie während der Pandemie einen Boom erlebt hatte. Laut einer Online-Zählung von Farhan Noor, einem technischen Künstler in Kalifornien, wurden letztes Jahr schätzungsweise 5.300 Arbeitsplätze abgebaut und 14.600 im Jahr 2024.

Historische Kürzungen und zukünftige Schritte

Die aktuellen Entlassungen sind nicht die ersten für Epic Games. Bereits im September 2023 hatte das in den 1990er Jahren gegründete Unternehmen 16% seiner Belegschaft, über 800 Personen, entlassen. Damals betrafen zwei Drittel der Betroffenen Teams "außerhalb der Kernentwicklung". Trotz eines Netto-Null-Einstellungsstopps und reduzierter Ausgaben für Marketing und Events erreichte Epic damals keine finanzielle Nachhaltigkeit.

Die Entlassungen im Jahr 2023 betrafen auch den Fall Guys-Entwickler Mediatonic sowie 250 Mitarbeiter durch den Verkauf des Musik-Shops Bandcamp. Sweeney kündigte an, dass die von den aktuellen Entlassungen betroffenen Mitarbeiter ein Abfindungspaket erhalten, das mindestens vier Monate Grundgehalt und mehr je nach Betriebszugehörigkeit umfasst. US-Mitarbeiter erhalten zudem sechs Monate lang eine von Epic bezahlte Krankenversicherung. Aktienoptionen werden bis Januar 2027 beschleunigt, mit einer Verlängerung der Ausübungsoptionen auf bis zu zwei Jahre.

Erst letzte Woche hatte Epic Games eine Erhöhung der In-Game-Währung angekündigt, um "die Rechnungen zu bezahlen", da die "Kosten für den Betrieb von Fortnite stark gestiegen sind". Ein für Donnerstag angesetztes Unternehmensmeeting soll die zukünftige Roadmap detailliert besprechen.

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