Europäische Märkte verhalten: Geopolitik, Zölle und Fed im Fokus

Europäische Märkte verhalten: Geopolitik, Zölle und Fed im Fokus

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Europäische Aktienmärkte starten am Montag, den 26. Januar 2026, voraussichtlich verhalten in die neue Handelswoche. Das Marktgeschehen wird maßgeblich von wieder aufkeimenden geopolitischen Spannungen, einer Flut von Quartalsberichten und der bevorstehenden geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve beeinflusst.

Europäische Märkte starten verhalten in die neue Woche

Laut Daten von IG werden die europäischen Leitindizes am Montag voraussichtlich mit geringen Veränderungen oder leichten Verlusten eröffnen. Der britische FTSE-Index wird flach erwartet, während Deutschlands DAX um 0,3 % nachgeben könnte. Frankreichs CAC 40 wird ebenfalls flach prognostiziert, und Italiens FTSE MIB könnte um 0,4 % fallen. Die Futures für den paneuropäischen Euro Stoxx 50 und den Stoxx 600 zeigten sich im vorbörslichen Handel jeweils um etwa 0,1 % schwächer.

Neue geopolitische Spannungen belasten das Sentiment

Die Geopolitik könnte die Marktstimmung in dieser Woche weiterhin bestimmen. Neue Spannungen sind zwischen den USA und Kanada aufgetaucht. US-Präsident Donald Trump drohte Kanada mit 100-prozentigen Zöllen, sollte das Land ein Freihandelsabkommen mit China unterzeichnen. Der kanadische Premierminister Mark Carney erklärte am Sonntag jedoch, dass Kanada keine Absicht habe, ein solches Abkommen mit China oder anderen Nicht-Marktwirtschaften anzustreben, und verwies auf Verpflichtungen im Rahmen des CUSMA-Abkommens.

Zusätzlich zu den Handelsstreitigkeiten verschärfen sich die Spannungen mit dem Iran. Ein US-Flugzeugträgerverband ist auf dem Weg in den Nahen Osten, was die Risikoaversion an den globalen Märkten weiter verstärkt.

Die "Taco Trade" und die Nachwirkungen der Tarifdrohungen

Die vergangene Woche war von erheblicher Volatilität geprägt, nachdem US-Präsident Trump acht europäische Länder mit neuen Zöllen belegt hatte, um seine Ambitionen zur Übernahme Grönlands durchzusetzen. Diese Drohungen, die ab dem 1. Februar mit 10 % beginnen und am 1. Juni auf 25 % steigen sollten, führten zu einem deutlichen Rückgang der europäischen Aktienmärkte. Futures für den europäischen Stoxx 50 fielen um 1,51 %, der deutsche DAX um 1,35 % und der französische CAC 40 um 2,1 %. Auch der S&P 500 verzeichnete am Dienstag, den 20. Januar, einen Rückgang von 2,1 %.

Am Mittwoch beruhigte sich die Lage leicht, als Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos den Einsatz militärischer Gewalt zur Übernahme Grönlands ausschloss, jedoch weiterhin Zölle, etwa 200 % auf französische Weine, androhte. Die Märkte blieben an diesem Tag gemischt. Am Donnerstag kam es dann zu einer deutlichen Erholung, als Trump seine ursprünglichen Tarifdrohungen gegen die acht europäischen Länder zurückzog, nachdem er nach eigenen Angaben eine Einigung mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte erzielt hatte. Analysten sprachen von einer "Taco Trade" (Trump Always Chickens Out). Der DAX schloss 1,28 % höher, der CAC 40 stieg um knapp 1 % und der paneuropäische Stoxx 600 legte um 1,1 % zu.

Trotz der Entspannung bleiben Bedenken bestehen, dass Trumps aggressive Rhetorik europäische Investoren dazu veranlassen könnte, ihr Engagement in US-Vermögenswerten zu reduzieren. Vincent Mortier, CIO von Amundi, Europas größtem Vermögensverwalter, beobachtet seit April 2025 einen beschleunigten Trend zur Diversifizierung weg von den USA. Europäische Investoren halten rund 10,4 Billionen US-Dollar in US-Aktien, wobei mehr als die Hälfte davon auf die acht von Zöllen bedrohten Länder entfällt. Gold, das als "sicherer Hafen" gilt, erreichte in dieser Zeit neue Höchststände von bis zu 4.689,39 US-Dollar pro Unze.

Blick auf die US-Wirtschaft: Quartalsberichte und Fed-Entscheidung

In den USA blicken die Anleger auf eine ereignisreiche Woche. Mehr als 90 Unternehmen des S&P 500 werden ihre Quartalsberichte vorlegen, darunter Schwergewichte wie Apple, Meta Platforms und Microsoft. Bislang verlief die Berichtssaison stark, wobei 76 % der Unternehmen die Erwartungen übertrafen, so FactSet.

Zudem wird die Federal Reserve am Mittwoch ihre erste geldpolitische Entscheidung des Jahres bekannt geben. Obwohl weithin erwartet wird, dass die Fed ihren Leitzins unverändert lässt, wird die Wall Street auf Hinweise achten, wann die Notenbanker die Zinsen senken könnten.

Der Euro Stoxx 50 im Aufwind trotz Unsicherheiten

Trotz der jüngsten geopolitischen und handelspolitischen Unsicherheiten zeigte sich der wichtigste Aktienindex der Eurozone, der EU50, am 26. Januar 2026 robust. Er stieg auf 5953 Punkte und legte damit 0,09 % gegenüber der vorherigen Sitzung zu. Im letzten Monat konnte der Index um 3,51 % zulegen und liegt im Jahresvergleich 14,74 % höher. Im Januar 2026 erreichte der Euro Stoxx 50 sogar ein Allzeithoch von 6067,50 Punkten.

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