
ExxonMobil: Venezuela "uninvestierbar" trotz Trumps 100-Milliarden-Plan
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US-Präsident Donald Trump hat führende US-Energiekonzerne aufgefordert, 100 Milliarden US-Dollar in Venezuelas Ölindustrie zu investieren. Während einige die Initiative lobten, äußerte sich ExxonMobil CEO Darren Woods kritisch und bezeichnete das Land als "derzeit nicht investierbar". Die Unternehmen stehen vor der Herausforderung, zwischen politischen Erwartungen und wirtschaftlichen Risiken abzuwägen.
Trump's Vision für Venezuela
Nach der Absetzung von Nicolás Maduro drängt US-Präsident Donald Trump auf eine massive Investition amerikanischer Ölkonzerne in Venezuela. Bei einem Treffen im Weißen Haus präsentierte Trump seinen Plan, 100 Milliarden US-Dollar in die Wiederbelebung der venezolanischen Ölindustrie zu pumpen. Er versprach den Unternehmen "totale Sicherheit" und deutete an, dass die USA die Firmen für die Ausweitung ihrer Operationen entschädigen könnten. Venezuela verfügt über die weltweit größten Ölreserven.
Trump betonte, dass amerikanische Unternehmen die Möglichkeit erhalten würden, Venezuelas "verrottende Energieinfrastruktur wiederaufzubauen" und die Ölproduktion auf ein nie dagewesenes Niveau zu steigern. Er kündigte an, dass die US-Regierung entscheiden werde, welche Unternehmen zugelassen werden.
Skepsis bei Energiekonzernen
Trotz Trumps enthusiastischer Ansprache zeigten sich viele der anwesenden Energie-Manager zurückhaltend. Während die Aussicht auf eine Wiederbelebung der venezolanischen Ölindustrie grundsätzlich begrüßt wurde, gab es keine konkreten Zusagen für Investitionen. Trump erinnerte die Anwesenden daran, dass er "25 Leute, die heute nicht hier sind, die bereit sind, Ihren Platz einzunehmen" habe, sollte das Interesse fehlen.
ExxonMobil: "Derzeit nicht investierbar"
Darren Woods, CEO von ExxonMobil, äußerte die stärksten Vorbehalte und bezeichnete Venezuela als "derzeit nicht investierbar". Er betonte, dass "erhebliche Änderungen an den kommerziellen Rahmenbedingungen, dem Rechtssystem" vorgenommen werden müssten. Zudem forderte Woods "dauerhafte Investitionsschutzmaßnahmen" und eine Überarbeitung der Kohlenwasserstoffgesetze des Landes.
Woods zeigte sich jedoch "zuversichtlich", dass die USA die notwendigen Änderungen herbeiführen könnten, und kündigte an, dass Exxon ein technisches Team nach Venezuela entsenden werde, um die Lage vor Ort zu bewerten. Er wies darauf hin, dass Exxon in der Vergangenheit bereits zweimal von der venezolanischen Regierung enteignet wurde und dem Unternehmen noch etwa 1 Milliarde US-Dollar zustehen.
Chevron zeigt sich engagiert
Eine positivere Haltung nahm Mark Nelson, Vice Chairman von Chevron, ein. Chevron ist das einzige US-Unternehmen, das derzeit in Venezuela mit dem staatlichen Ölkonzern PDVSA an Produktionsprojekten zusammenarbeitet. Nelson erklärte, Chevron sei dem Land "verpflichtet" und könnte die Produktion in den nächsten 18 bis 24 Monaten um rund 50 Prozent steigern. Er betonte, dass Chevron ein stolzes amerikanisches Unternehmen sei und sich darauf freue, Venezuela beim Aufbau einer besseren Zukunft zu helfen.
Historische Belastungen und Trumps Haltung
Die Zurückhaltung vieler Unternehmen ist auch auf frühere Enteignungen zurückzuführen. Neben ExxonMobil, das zweimal enteignet wurde, stehen beispielsweise ConocoPhillips noch fast 9 Milliarden US-Dollar aus Venezuela zu. Präsident Trump machte jedoch deutlich, dass vergangene Verluste bei zukünftigen Geschäften keine Rolle spielen würden.
"Wir werden mit einem leeren Blatt beginnen", sagte er. "Wir werden nicht darauf schauen, was die Leute in der Vergangenheit verloren haben, denn das war ihre Schuld. Das war ein anderer Präsident. Sie werden viel Geld verdienen, aber wir werden nicht zurückblicken." Er versprach zudem, dass die Sicherheit vor Ort kein Problem darstellen werde, ohne jedoch zu erläutern, wie diese Garantien umgesetzt werden sollen.
Ausblick und offene Fragen
Das Treffen im Weißen Haus, an dem auch andere Kabinettsmitglieder wie Außenminister Marco Rubio und Energieminister Chris Wright teilnahmen, unterstrich die Komplexität der Lage. Während einige, wie Jeff Hildebrand von Hilcorp, sich enthusiastisch zeigten, bleiben für die meisten großen Ölkonzerne erhebliche Hürden bestehen. Die Forderungen nach rechtlicher Sicherheit, Investitionsschutz und stabilen Rahmenbedingungen sind entscheidend, bevor substanzielle Investitionen in das ölreiche, aber politisch instabile südamerikanische Land getätigt werden. Die Frage, wie die US-Regierung diese Bedingungen schaffen und gleichzeitig die Sicherheitsbedenken der Unternehmen zerstreuen will, bleibt offen.