Family Offices profitieren von Öl-Rallye: Konträre Strategien im Fokus

Family Offices profitieren von Öl-Rallye: Konträre Strategien im Fokus

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Familienunternehmen haben in den letzten Jahren eine entscheidende Rolle im Energiesektor eingenommen, indem sie opportunistische Wetten auf Öl- und Gaswerte eingingen. Während institutionelle Investoren aufgrund von ESG-Druck Kapital abzogen, nutzten Family Offices die entstandene Lücke und profitieren nun von den jüngsten Ölpreisanstiegen, die durch geopolitische Konflikte befeuert wurden.

Family Offices: Profiteure des Ölpreisanstiegs

Der Iran-Krieg hat die Ölpreise auf über 94 US-Dollar pro Barrel getrieben, ein Anstieg von rund 30 % seit Beginn des Konflikts Ende Februar. Diese Rallye war ein Segen für die Investmentfirmen ultrareicher Familien, die in den letzten Jahren opportunistische Wetten auf Öl eingegangen sind. Diese Entwicklung unterstreicht eine Verschiebung in der Finanzierungslandschaft des Energiesektors.

Konträre Strategie füllt Investitionslücke

Seit der Pandemie haben Private-Equity-Fonds und andere institutionelle Investoren teilweise aufgrund des Drucks umweltbewusster Stakeholder ihre Engagements in Öl und Gas reduziert. Family Offices sind in diese Lücke gesprungen, wie Investoren und Berater gegenüber CNBC erklärten. Obwohl viele Family Offices umweltbewusst sind – eine Umfrage von Citi Private Bank im September zeigte, dass über die Hälfte der Befragten in den nächsten fünf Jahren nachhaltige Investitionen tätigen wollten – unterliegen sie nicht denselben strengen ESG-Mandaten wie Private-Equity-Firmen oder Stiftungen, die zum Rückzug aus Öl- und Gasinvestitionen gedrängt wurden.

Keith Behrens, Leiter des Bereichs Energie und saubere Energie-Investmentbanking bei Stephens, beschreibt Family Offices als "konträre Akteure". Er merkte an: "Viele Investoren verließen den Sektor aus nicht-fundamentalen Gründen, wie Stiftungsfonds, bei denen Studenten protestierten." Behrens fügte hinzu: "Family Offices sahen diesen Kapitalabzug, und das schuf wirklich gute Investitionsmöglichkeiten für sie. Sie konnten mit recht vernünftigen Cashflow-Multiplikatoren investieren."

Langfristige Perspektive als Wettbewerbsvorteil

Ein weiterer Vorteil von Family Offices gegenüber Private-Equity-Akteuren ist ihre Fähigkeit, Investitionen über längere Zeiträume zu halten. Dies ermöglicht es ihnen, Ölpreisschwankungen und Abschwünge im Dealmaking besser zu überstehen, so Jeff Peterson von Gillon Capital. "Wir unterstützen Teams, die langfristig Unternehmen aufbauen wollen, denn hier differenzieren wir uns wirklich. Ein Fonds kann ein Unternehmen nur für die Dauer seines Fondslebens halten", erklärte Peterson. Er betonte: "Wir investieren mit Blick auf Generationen, sodass wir aktuelle Zyklen überblicken können."

Konkrete Investitionen: New Height Energy als Beispiel

Ein aktuelles Beispiel für diese Anlagestrategie ist die Akquisition von produzierenden Öl- und Gasförderanlagen im Midland Basin durch New Height Energy, LLC. Das privat geführte Öl- und Gasunternehmen mit Sitz in Houston, Texas, gab am 1. April 2026 den Abschluss dieser Übernahme bekannt. Durch die Akquisition wird die Pro-Forma-Nettoproduktion voraussichtlich über 5.000 Barrel Öläquivalent pro Tag (BOE/Tag) liegen, was einen transformativen Meilenstein für das Unternehmen darstellt.

Die Transaktion wurde durch Eigenkapitalzusagen bestehender Eigentümer und eines Konsortiums von Family Offices, angeführt von United Beren Energy, sowie durch eine vierjährige, auf Reserven basierende revolvierende Kreditfazilität (RBL Facility) mit einem maximalen Kreditrahmen von 300 Millionen US-Dollar finanziert. Jon Benavides, Managing Partner & CEO von New Height Energy, kommentierte: "Wir freuen uns, diese transformative Akquisition bekannt zu geben, die unsere These, produzierende Vermögenswerte zu erwerben, um erheblichen Wert freizusetzen, weiter bestätigt." Scott Trackwell, Managing Partner & CFO, dankte den Partnern, darunter Spence & Co. und JWJ & Company, Texas Capital und den neuen Eigenkapitalinvestoren, für ihre Unterstützung.

Expertenmeinungen zur Marktentwicklung

Die jüngsten Entwicklungen im Iran-Konflikt, einschließlich einer Waffenstillstandsankündigung, die jedoch durch die Schließung der Straße von Hormus beeinträchtigt wurde, haben unterschiedliche Reaktionen an den Märkten hervorgerufen. Während Aktien, Gold und Bitcoin stiegen, fielen Ölpreise, Volatilität (VIX) und die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen. Finanzexperten bewerten die Situation unterschiedlich.

Todd Rabold, Investment Management Partner bei Callan Family Office, erwartet, dass die Energiepreise aufgrund einer geopolitischen Risikoprämie, die nur langsam abklingen wird, höher bleiben. Er wies darauf hin, dass mögliche Zölle in der Straße von Hormus die Ölkosten erhöhen und "nachgelagerte Auswirkungen auf die Inflation" haben könnten. Rabold sieht in den aktuellen Marktverkäufen Kaufgelegenheiten, insbesondere im Technologiesektor, sowie in US-Small Caps und Schwellenländern, deren Bewertungen "sehr attraktiv" seien.

Ed Cofrancesco, CEO von International Assets Advisory, ist der Ansicht, dass der Markt seit Beginn der Feindseligkeiten wiederholt überreagiert hat. Er betonte, dass ein Waffenstillstand zwar positiv sei, aber nicht unbedingt das Ende des Konflikts bedeute. Cofrancesco ist überzeugt, dass der Energiesektor, insbesondere US-Ölunternehmen, am besten positioniert ist, um von einer Stabilisierung der Region zu profitieren und "den Rest dieses Jahres in guter Verfassung sein werden."

Mark Luschini, Chief Investment Strategist bei Janney Montgomery Scott, hatte eine mögliche Konfliktlösung erwartet, die zu einem Rückgang der Ölpreise und einer starken Aktienrallye führen würde. Er sprach sich dafür aus, die Portfolio-Disziplin auch unter Marktdruck beizubehalten, da sein Basisszenario eine Entspannung wahrscheinlicher machte als einen anhaltenden, kinetischen Krieg.

Erwähnte Persönlichkeiten