
Fed-Präsident Goolsbee: Inflation im Fokus – Nahost-Konflikt erschwert Kurs
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Austan Goolsbee, Präsident der Federal Reserve Bank of Chicago, äußerte am Montag seine Besorgnis über die Inflation, die er derzeit als größeres Risiko als die Arbeitslosigkeit betrachtet. Die Geldpolitik befinde sich in einem "angespannten, aber intensiven Klima", das Entscheidungen erschwere, insbesondere angesichts der Unsicherheiten im Nahen Osten. Trotz der jüngsten Fortschritte bei den Verhandlungen mit Iran bleibt die Inflationsentwicklung für die Fed entscheidend.
Goolsbee äußert Besorgnis über Inflation
Goolsbee betonte in einem CNBC-Interview, dass er sich aktuell mehr Sorgen um die Inflation als um die Arbeitslosigkeit mache. Er warnte davor, den "Team-Transitory-Fehler" von 2021 zu wiederholen, als die Fed die Schwere der Inflation unterschätzte. Für ihn sei es entscheidend, "den roten Faden dessen, was passiert, zu erkennen".
Die Inflation scheine jetzt das größte Risiko zu sein, so Goolsbee. Er merkte an, dass die Inflation bestenfalls stagniert habe und die Fed darauf warte, dass sich dies ändert, nun aber ein neuer Schock hinzugekommen sei.
Nahost-Konflikt als Unsicherheitsfaktor
Die aktuelle Situation im Nahen Osten stellt eine erhebliche Herausforderung für die Geldpolitik dar. Goolsbee hob hervor, dass niemand vorhersagen könne, was vor Ort im Konflikt passieren und wie lange dieser andauern werde. Diese Unsicherheit mache den Moment "angespannt, aber intensiv".
Kurz vor Goolsbees Äußerungen hatte Präsident Donald Trump Fortschritte in den Verhandlungen mit Iran bekannt gegeben. Angriffe auf die Energieinfrastruktur sollen demnach für fünf Tage eingestellt werden, während die Gespräche fortgesetzt werden. Dennoch wirft der Konflikt "definitiv einen Schraubenschlüssel in die Pläne" der Fed.
Geldpolitik im Spannungsfeld
Goolsbee, der im Dezember gegen eine Zinssenkung gestimmt hatte, stimmte bei den Sitzungen des Federal Open Market Committee (FOMC) im Januar und März mit der Mehrheit überein, die kurzfristigen Zinssätze stabil zu halten. Obwohl er in diesem Jahr kein stimmberechtigtes FOMC-Mitglied ist, wird er im nächsten Jahr wieder abstimmen. Die meisten FOMC-Beamten erwarten weiterhin eine Zinssenkung in diesem Jahr und eine weitere im nächsten.
Goolsbee bleibt optimistisch, dass die Zinssätze bis Ende 2026 sinken könnten, knüpft dies jedoch an eine klare Bedingung: "Ich wollte Beweise sehen, dass wir wieder auf dem Weg zu einer Inflation von 2 % sind." Er betonte zudem, dass die Benzinpreise einen hohen Einfluss auf die Erwartungen der Haushalte haben und die Fed hoffen müsse, dass dies keine dauerhaften Auswirkungen hat.
Markt reagiert volatil auf Nachrichten
Die Märkte reagierten am Montag volatil auf die Nachrichten aus dem Nahen Osten und die Kommentare Goolsbees. Händler erhöhten in einem volatilen Marktumfeld ihre Wetten auf eine Zinserhöhung bis Ende 2026, erwarten aber weiterhin eine Senkung im Jahr 2027. Die Aktienkurse stiegen deutlich an, während die Ölpreise stark fielen.
Der US-Dollar-Index (USD) stand nach diesen Kommentaren unter leichtem Abwärtsdruck und schwankte leicht unter 99,50. Die Arbeitslosenquote ist derweil nicht stark gestiegen, wobei die Schaffung von Arbeitsplätzen möglicherweise kein guter Indikator für die Unterauslastung sei, so Goolsbee.