Fed-Präsident Williams warnt vor Stagflation durch Krieg und Lieferketten

Fed-Präsident Williams warnt vor Stagflation durch Krieg und Lieferketten

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Der Präsident der New York Fed, John Williams, hat sich besorgt über die Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Wirtschaft geäußert. Er sieht bereits Anzeichen für steigende Preise und ein sich verlangsamendes Wachstum. In einer Rede vor Bankern in seinem Bezirk betonte Williams, dass der Konflikt die Unsicherheit bezüglich der nationalen und lokalen Bedingungen "intensiviert" habe.

Obwohl Williams generell zuversichtlich ist, dass das Wachstum im Laufe des Jahres anhalten und die Inflation nachlassen wird, sieht er Bedrohungen für beide Seiten des dualen Mandats der Fed: stabile Preise und niedrige Arbeitslosigkeit.

Krieg und seine wirtschaftlichen Folgen

Williams wies darauf hin, dass der Konflikt zu einem "großen Angebotsschock mit ausgeprägten Effekten" führen könnte. Dies würde gleichzeitig die Inflation durch einen Anstieg der Zwischenkosten und Rohstoffpreise erhöhen und die Wirtschaftstätigkeit dämpfen. Er merkte an, dass sich dies bereits abzeichnet.

Sollten sich die Störungen bei der Energieversorgung jedoch bald entspannen, könnten die Energiepreise sinken und diese Effekte sich später im Jahr teilweise umkehren, so Williams.

Stagflationsrisiko im Fokus

Eine solche Situation – langsames Wachstum und hohe Preise – wird gemeinhin als Stagflation bezeichnet und stellt eine toxische Mischung für Zentralbanker dar, die dann entscheiden müssten, welcher Seite sie Priorität einräumen. Fed-Vorsitzender Jerome Powell hatte diese Charakterisierung für die US-Wirtschaft kürzlich zurückgewiesen. Williams' Kommentare deuten jedoch darauf hin, dass das Risiko für die Entscheidungsträger bestehen bleibt, wenn auch in einem geringeren Ausmaß als in der schweren Episode der späten 1970er und frühen 1980er Jahre.

Lieferketten unter Druck

Williams hob "zunehmende Störungen" in den Lieferketten hervor, insbesondere bei Energie und verwandten Gütern. Der Global Supply Chain Pressure Index der New York Fed zeigte, dass die Bedingungen im März so angespannt waren wie seit Anfang 2023 nicht mehr.

Die erhöhten Energiepreise zeigen sich nicht nur in den steigenden Treibstoffkosten, sondern auch in Form von höheren Flugpreisen, Lebensmittelpreisen, Düngemitteln und anderen Konsumgütern, die als "Pass-Through-Kosten" weitergegeben werden.

Geldpolitik und Ausblick

Unter den aktuellen Bedingungen ist die Geldpolitik laut Williams "gut positioniert, um die Risiken für unsere Ziele der maximalen Beschäftigung und Preisstabilität auszugleichen". Der Offenmarktausschuss (FOMC), dessen ständiges stimmberechtigtes Mitglied Williams ist, entschied im März, den Leitzins zwischen 3,5 % und 3,75 % zu belassen.

Die Märkte preisen eine 100-prozentige Wahrscheinlichkeit ein, dass der Ausschuss auch bei seiner Sitzung am 28. und 29. April die Zinsen unverändert lässt. Tatsächlich werden für dieses Jahr keine Zinssenkungen erwartet. Williams selbst äußerte sich nicht zu einer zukünftigen geldpolitischen Haltung. Obwohl er die Aussichten als "höchst unsicher" bezeichnete, prognostiziert er für dieses Jahr ein reales Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2 % bis 2,5 % und eine Inflation von 2,75 % bis 3 %, bevor sie 2027 wieder das 2 %-Ziel der Fed erreichen soll. Die längerfristigen Inflationserwartungen seien weitgehend unter Kontrolle, so Williams.

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