Fed-Präsidentin Hammack: Zinsen "kaum restriktiv", warnt vor weiteren Senkungen

Fed-Präsidentin Hammack: Zinsen "kaum restriktiv", warnt vor weiteren Senkungen

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Die Präsidentin der Federal Reserve Bank von Cleveland, Beth Hammack, hat angedeutet, dass die US-Notenbank sich dem Ende eines möglicherweise kurzen Zinssenkungszyklus nähern könnte. Sie äußerte sich besorgt über die anhaltende Inflation und die potenziellen Risiken weiterer Zinssenkungen für die Finanzstabilität. Diese Äußerungen kommen inmitten einer geteilten Meinung innerhalb des Federal Open Market Committee (FOMC) über den zukünftigen geldpolitischen Kurs.

Hammack warnt vor weiteren Zinssenkungen

Beth Hammack, die in diesem Jahr ein stimmberechtigtes Mitglied des FOMC ist, vertritt eine eher restriktive Haltung in Bezug auf die Inflation. Sie erklärte gegenüber CNBC, dass das aktuelle Zinsniveau "kaum restriktiv, wenn überhaupt" sei, was die wirtschaftlichen Auswirkungen betrifft. Hammack betonte die Notwendigkeit, eine "moderat restriktive Geldpolitik" beizubehalten, um die Inflation weiterhin auf das 2%-Ziel der Fed zu senken.

Sie fügte hinzu, dass der aktuelle Zielbereich für den Leitzins von 3,75 % bis 4 % "ungefähr einem neutralen Satz" entspreche, was darauf hindeutet, dass er nicht wesentlich weiter gesenkt werden müsse. Ihre Kommentare unterstreichen die Bedeutung der Restriktivität als Schlüsselmetrik für die Fed-Beamten, die ideologisch gespalten sind, ob eine Schwäche des Arbeitsmarktes oder die Inflation die größere Bedrohung darstellt.

Finanzstabilität und Inflationsrisiken im Fokus

Auf der Financial Stability Conference 2025 der Cleveland Fed warnte Hammack, dass eine Senkung der Zinssätze zur Unterstützung des Arbeitsmarktes das Risiko berge, die Phase erhöhter Inflation zu verlängern. Zudem könnte dies die Risikobereitschaft an den Finanzmärkten fördern. Sie erläuterte, dass weitere Zinssenkungen in diesem Umfeld riskante Kreditvergaben unterstützen, Bewertungen steigern und die Aufdeckung schwacher Kreditpraktiken verzögern könnten. Dies würde bedeuten, dass der nächste Abschwung, wann immer er eintritt, größer ausfallen und stärkere Auswirkungen auf die Wirtschaft haben könnte.

Die Fed hat in diesem Jahr zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte vorgenommen, um den sich abschwächenden Arbeitsmarkt zu stabilisieren. Hammack beschrieb diese Schritte als eine Art "Versicherung" gegen eine schwerwiegendere Verlangsamung des Arbeitsmarktes. Sie mahnte jedoch zur Vorsicht, da eine solche Versicherung mit dem Preis erhöhter Finanzstabilitätsrisiken verbunden sein könnte.

Das Dilemma des dualen Mandats der Fed

Hammacks Äußerungen verdeutlichen das Dilemma, mit dem das FOMC angesichts seines dualen Mandats – Preisstabilität und maximale Beschäftigung – konfrontiert ist. Obwohl sie sich auf die Inflation konzentriert, äußerte Hammack auch Bedenken hinsichtlich der aktuellen Preisniveaus. Interviews, die sie und ihr Team im Raum Cleveland führten, zeigten sowohl Druck auf dem Arbeitsmarkt als auch Inflationssorgen, die es Haushalten erschweren, über die Runden zu kommen.

Sie zitierte die Rückmeldungen von Arbeitnehmern: "Was wir von den Arbeitnehmern hören, ist, dass sie sich mit aller Kraft an ihren Arbeitsplätzen festhalten, wenn sie welche haben." Hammack beschrieb ein Umfeld mit geringer Einstellung und geringer Entlassungsrate. Sie fügte hinzu, dass das Einkommen der Menschen "einfach nicht mehr so weit reicht wie früher. Was früher 30 Dollar kostete, kostet jetzt 5 Dollar, und so... ist dieser Inflationsdruck für sie immer noch sehr spürbar." Bezüglich des am Donnerstag veröffentlichten Berichts über die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft im September bezeichnete Hammack das Bild als "gemischt", da es sowohl ein höheres als erwartet ausgefallenes Beschäftigungswachstum als auch einen Anstieg der Arbeitslosenquote zeigte.

Geteilte Meinungen im FOMC

Die nächste Sitzung der Fed findet am 9. und 10. Dezember statt. Die Markterwartungen haben sich laut dem FedWatch-Tracker der CME Group von einer nahezu sicheren dritten aufeinanderfolgenden Zinssenkung um einen Viertelprozentpunkt auf eine Wahrscheinlichkeit von etwa 60 % verschoben, dass der Ausschuss die Zinsen unverändert lässt. Die am Mittwoch veröffentlichten Protokolle der Oktobersitzung zeigten eine deutliche Spaltung unter den Ausschussmitgliedern. Viele Fed-Beamte deuteten an, dass es wahrscheinlich angemessen sei, den Zielbereich für den Rest des Jahres basierend auf ihren Wirtschaftsaussichten unverändert zu lassen.

Auch andere Fed-Beamte äußerten sich vorsichtig. Fed-Gouverneur Michael Barr betonte, dass das FOMC bei der Erwägung weiterer Zinssenkungen vorsichtig vorgehen müsse, da die Inflation mit 3 % weit über dem 2 %-Ziel liege. Er hob hervor, dass beide Seiten des Mandats erfüllt werden müssen. Fed-Präsident Jeff Schmid warnte kürzlich ebenfalls, dass weitere Senkungen dauerhafte Auswirkungen auf die Inflation haben und wenig zur Behebung von Rissen am Arbeitsmarkt beitragen könnten. Auch die Fed-Präsidenten Austan Goolsbee, John Williams und Raphael Bostic haben in jüngster Zeit Bedenken hinsichtlich der steigenden Inflation geäußert.

Morgan Stanley prognostiziert unterdessen nach der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts, dass es nach der FOMC-Sitzung im Dezember keine Zinssenkung geben wird. Michael Gapen von Morgan Stanley erklärte, dass stärkere Beschäftigungszahlen das Risiko einer steigenden Arbeitslosigkeit reduzieren. Eine weitere Zinssenkung könnte zudem dem Bitcoin- und dem breiteren Kryptomarkt einen dringend benötigten Auftrieb verleihen, was die Komplexität der geldpolitischen Entscheidungen zusätzlich unterstreicht.

Erwähnte Persönlichkeiten