Fed-Protokolle enthüllen tiefe Spaltung bei Zinsentscheidung im Dezember

Fed-Protokolle enthüllen tiefe Spaltung bei Zinsentscheidung im Dezember

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Die jüngsten Protokolle der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) offenbaren tiefe Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Zinsentscheidung im Dezember. Obwohl der Leitzins zum dritten Mal in diesem Jahr gesenkt wurde, zeigten sich deutliche Risse innerhalb des Ausschusses, der über die größte Bedrohung für die Wirtschaft uneins ist: schwache Arbeitsmärkte oder hartnäckig hohe Inflation.

Tiefe Spaltung im FOMC

Die Protokolle der Fed-Sitzung vom 9. und 10. Dezember enthüllten erhebliche Meinungsverschiedenheiten innerhalb des geldpolitischen Ausschusses (FOMC). Die Entscheidung, den Leitzins um einen Viertelpunkt zu senken, wurde mit einer ungewöhnlichen Mehrheit von 9 zu 3 Stimmen getroffen. Dieses Ausmaß an Dissens ist bemerkenswert für ein Gremium, das typischerweise auf Konsens abzielt.

Zwei Mitglieder, Jeffrey Schmid, Präsident der Federal Reserve Bank of Kansas City, und Austan Goolsbee, Präsident der Chicago Fed, sprachen sich dafür aus, den Zinssatz unverändert zu lassen. Fed-Gouverneur Stephen Miran, im September von Präsident Donald Trump ernannt, plädierte hingegen für eine stärkere Senkung um einen halben Punkt. Die Protokolle unterstreichen die tiefe Spaltung innerhalb des 19-köpfigen Ausschusses über die größte Bedrohung für die Wirtschaft: ein schwacher Arbeitsmarkt oder eine hartnäckig erhöhte Inflation. Während alle 19 Mitglieder an den Diskussionen teilnehmen, sind nur 12 stimmberechtigt.

Die Dezember-Entscheidung und ihre Gründe

Die Senkung des Leitzinses auf einen Bereich zwischen 3,5% und 3,75% war die dritte in diesem Jahr und erreichte damit den niedrigsten Stand seit fast drei Jahren. Selbst einige derjenigen, die die Zinssenkung unterstützten, taten dies mit Vorbehalten und bezeichneten die Entscheidung als "fein austariert". Einige FOMC-Mitglieder wollten weitere Wirtschaftsdaten abwarten, bevor sie weitere Schritte unternahmen.

Die sechswöchige Schließung der Regierung hatte wichtige Wirtschaftsdaten zu Arbeitsplätzen, Inflation und Wachstum verzögert, sodass den Fed-Beamten bei ihrer Sitzung nur veraltete Informationen zur Verfügung standen. Fed-Chef Powell erklärte nach der Sitzung am 10. Dezember, dass die Zentralbank die Zinsen aus Sorge gesenkt habe, dass der Arbeitsmarkt schwächer sei, als er scheine. Er wies darauf hin, dass die Regierungsdaten, die von April bis September monatlich 40.000 neue Arbeitsplätze zeigten, um bis zu 60.000 nach unten korrigiert werden könnten. Dies würde bedeuten, dass Arbeitgeber in diesem Zeitraum durchschnittlich 20.000 Arbeitsplätze pro Monat abgebaut hätten.

Wirtschaftliche Datenlage: Arbeitsmarkt und Inflation

Der Arbeitsmarkt zeigte Anzeichen einer Abschwächung: Im Oktober und November wurden etwa 40.000 Arbeitsplätze abgebaut, und die Arbeitslosenquote stieg auf 4,6%, ein Vierjahreshoch. Powell betonte, dass der Arbeitsmarkt "erhebliche Abwärtsrisiken" aufweise und die Menschen ihre Arbeitsplätze beträfen.

Die Inflation verharrte weiterhin über dem 2%-Ziel der Fed. Im November kühlte die jährliche Inflation auf 2,7% ab, nach 3% im September. Ökonomen merkten jedoch an, dass die Daten vom November wahrscheinlich durch die Regierungsschließung verzerrt wurden, da viele Preisänderungen geschätzt statt direkt gemessen werden mussten.

Blick in die Zukunft: Uneinigkeit über weitere Schritte

Die vierteljährlichen Wirtschaftsprognosen der Fed zeigten ebenfalls die Uneinigkeit über die zukünftige Geldpolitik. Für 2026 prognostizierten sieben Beamte keine Zinssenkungen, während acht zwei oder mehr Reduzierungen voraussagten und vier nur eine Senkung unterstützten. Die neuen Projektionen nach der Dezember-Sitzung deuten auf nur eine weitere Zinssenkung im kommenden Jahr hin.

Die Formulierung in der neuen Grundsatzerklärung signalisierte, dass die Fed wahrscheinlich vorerst eine Pause einlegen wird, bis neue Daten entweder einen weiteren Rückgang der Inflation oder einen stärker als erwarteten Anstieg der Arbeitslosigkeit zeigen. Einige Teilnehmer schlugen vor, dass es unter ihren wirtschaftlichen Aussichten wahrscheinlich angemessen wäre, den Zielbereich nach einer Senkung für einige Zeit unverändert zu lassen. Die nächste Fed-Sitzung ist für den 27. und 28. Januar angesetzt, wobei Investoren derzeit erwarten, dass die Zentralbank ihren Leitzins unverändert lässt. Die Daten zu Arbeitsplätzen und Verbraucherpreisen für Dezember werden am 9. und 13. Januar erwartet und kehren damit zum normalen Veröffentlichungsplan zurück.

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