
Fed vor Zinssenkung: Ein "Hawkish Cut" und die Botschaft für die Zukunft
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Die Federal Reserve steht kurz davor, ihre dritte Leitzinssenkung in Folge zu beschließen. Während die Märkte eine Reduzierung um einen Viertelprozentpunkt erwarten, wird die Entscheidung voraussichtlich von einer klaren Botschaft begleitet, die auf eine vorerst pausierende Lockerung der Geldpolitik hindeutet.
Erwartete Zinssenkung und die "Hawkish Cut"-Strategie
Am Mittwoch wird die Federal Reserve voraussichtlich ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt senken. Dies wäre die dritte Zinssenkung in Folge und würde den Leitzins der Fed in eine Spanne von 3,5 % bis 3,75 % bringen. Diese Entscheidung folgt auf eine Phase der Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Ausrichtung der Zentralbankpolitik.
Innerhalb des Offenmarktausschusses (FOMC) gibt es jedoch unterschiedliche Ansichten. Einige Mitglieder befürworten weitere Zinssenkungen, um eine weitere Schwächung des Arbeitsmarktes abzuwenden. Andere wiederum sind der Meinung, dass die Lockerung der Geldpolitik weit genug gegangen ist und die Inflation zu verschärfen droht. Diese Spaltung führt zum Begriff des "hawkish cut", der in Marktkreisen eine Zinssenkung beschreibt, die gleichzeitig signalisiert, dass weitere Schritte vorerst unwahrscheinlich sind.
Die Botschaft der Fed: Ein Blick in die Zukunft
Bill English, ehemaliger Direktor für Währungsangelegenheiten bei der Fed und heute Professor in Yale, erwartet genau ein solches Szenario. Er prognostiziert einen "hawkish cut", bei dem die Zinssenkung zwar erfolgt, die begleitende Erklärung und die Pressekonferenz jedoch darauf hindeuten, dass die Fed ihre Zinssenkungen vorerst abgeschlossen haben könnte. English zufolge wird die Botschaft sein, dass die Fed eine Anpassung vorgenommen hat, mit der aktuellen Lage zufrieden ist und kurzfristig keine weiteren Maßnahmen für notwendig erachtet, solange sich die Dinge wie erwartet entwickeln.
Die genaue Haltung des gesamten Ausschusses wird sich in der Erklärung nach der Sitzung und in der Pressekonferenz von Chair Jerome Powell widerspiegeln. Wall-Street-Analysten erwarten eine Anpassung der Erklärung, die an die Formulierungen von vor einem Jahr erinnert, insbesondere in Bezug auf "das Ausmaß und den Zeitpunkt zusätzlicher Anpassungen". Goldman Sachs geht davon aus, dass diese Formulierung signalisieren wird, dass "die Hürde für weitere Zinssenkungen etwas höher liegen wird".
Was Anleger zusätzlich im Blick haben sollten
Neben der Zinsentscheidung und der Erklärung werden Anleger weitere wichtige Veröffentlichungen genau beobachten. Dazu gehören ein Update des sogenannten "Dot Plot", der die individuellen Zinserwartungen der einzelnen Offiziellen darstellt. Ebenso relevant sind die aktualisierten Erwartungen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Arbeitslosigkeit und die Inflation.
Ein weiterer potenzieller Fokus liegt auf einer möglichen Aktualisierung der Absichten der Fed bezüglich ihrer Anleihekäufe. Einige Marktteilnehmer erwarten, dass der Ausschuss von der Beendigung des Auslaufens fälliger Anleihen wieder zu aktiven Ankäufen übergehen könnte.