Fed-Zinsentscheidung: Finanzaktien als Gewinner in jedem Szenario

Fed-Zinsentscheidung: Finanzaktien als Gewinner in jedem Szenario

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Die Finanzmärkte blicken gespannt auf die Federal Reserve, die sich im letzten Quartal 2025 zu Zinssenkungen entschloss, doch die Frage nach dem nächsten Schritt bleibt offen. Eine Spaltung innerhalb der Fed und unter Analysten zeigt, dass sowohl Argumente für weitere Zinssenkungen als auch für eine Zinspause bestehen. Für Anleger ist es entscheidend, sich auf Unternehmen zu konzentrieren, die in beiden Szenarien Stärke zeigen können.

Die Zinsentscheidung der Fed: Schnitt oder Pause?

Es gibt mehrere Gründe, die für weitere Zinssenkungen sprechen. Eine lockerere Geldpolitik wirkt sich in der Regel positiv auf Aktien aus, da sie die Kreditkosten für Unternehmen senkt und die Einstellung neuer Mitarbeiter fördern könnte, was dem aktuellen Trend entgegenwirken würde. Zudem könnten Dividendenaktien für Einkommensinvestoren eine attraktivere Rendite bieten als Staatsanleihen oder andere festverzinsliche Anlagen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Staatsverschuldung der USA. Das US-Finanzministerium muss in den nächsten 12 Monaten über 10 Billionen US-Dollar an Schulden refinanzieren. Eine Finanzierung zu deutlich niedrigeren Zinssätzen wäre hierbei von großem Vorteil.

Auf der anderen Seite gibt es Argumente für eine Zinspause. Obwohl sich das Wachstum verlangsamt, liegt die Inflationsrate immer noch über dem von der Fed angestrebten Ziel von 2 %. Bisher haben zwei Zinssenkungen keinen Inflationsanstieg verursacht, doch es ist noch zu früh für eine Entwarnung. Dies liegt auch daran, dass viele stimulierende Maßnahmen aus dem "One Big Beautiful Bill" erst 2026 wirksam werden, was die Konsumausgaben und damit potenziell die Inflation anheizen könnte.

Die ersten Antworten auf diese Fragen werden auf der ersten Sitzung der Federal Reserve im Januar erwartet. Bis dahin ist es ratsam, sich auf Aktien zu konzentrieren, die unabhängig von einer Zinssenkung oder -pause als solide Käufe erscheinen. Finanzaktien könnten hierbei ein vielversprechender Sektor sein.

Finanzaktien im Fokus: Gewinner in jedem Szenario

Der Finanzsektor bietet Unternehmen, die von unterschiedlichen Zinszyklen profitieren können. Hier stellen wir drei Kandidaten vor, die das Potenzial haben, in der aktuellen Marktphase zu überzeugen.

Bank of America (BAC): Diversifiziert und Technologiegetrieben

Die Bank of America bietet eine skalierte und diversifizierte Bankplattform, die darauf ausgelegt ist, in beiden Seiten des Zinszyklus Gewinne zu erzielen. Das Management hat bereits gezeigt, dass die Einlagenkosten kontrolliert werden können, ohne das Geschäft wesentlich zu destabilisieren. Dies ist besonders wichtig, falls die Leitzinsen langsamer sinken als ursprünglich vom Markt erwartet.

Die Investitionen der Bank in Technologie und Künstliche Intelligenz (KI) sollen die operative Hebelwirkung im Laufe der Zeit erweitern. Dies bedeutet, dass selbst ein moderates Umsatzwachstum zu attraktiven Gewinnen und Kapitalrenditen führen kann, was den Fall für eine langfristige Buy-and-Hold-Strategie stützt. Die BAC-Aktie stieg 2025 um 25 % und zeigt ein bullisches Muster von höheren Hochs und höheren Tiefs, wobei sie Unterstützung über ihrem 100-Tage-Simple Moving Average (SMA) findet. Analysten sehen ein Konsens-Kursziel, das ein Aufwärtspotenzial von etwa 8 % ermöglicht, angetrieben von erwartetem Gewinnwachstum von rund 17 % in den nächsten 12 Monaten.

Charles Schwab (SCHW): Gebührenbasiertes Modell im Vorteil

Charles Schwab bietet eine andere Möglichkeit, auf starke US-Haushalte und Märkte zu setzen. Im Gegensatz zu Großbanken ist Schwab weniger auf risikoreiche Kredite angewiesen. Das Unternehmen erzielt den Großteil seiner Einnahmen aus Zinsen auf Kundengelder, Handelsgebühren und bezahlter Beratung.

Dieses "Asset-Light"-Geschäftsmodell lässt sich unter verschiedenen wirtschaftlichen Bedingungen leichter skalieren. Wenn sich die Zinsen beruhigen und die Kunden zu ihrem normalen Verhalten zurückkehren, könnten die Gewinne von Schwab stabiler werden. Mit zunehmenden Vermögenswerten und höheren Gebühreneinnahmen könnte Charles Schwab für Anleger, die ein Finanzunternehmen suchen, das auf Gebühren statt auf umfangreiche Kreditvergabe setzt, attraktiver werden. Die SCHW-Aktie legte 2025 um 35 % zu, selbst nach einem starken Rücksetzer nach dem über den Erwartungen liegenden Ergebnisbericht zum dritten Quartal. Die Aktie hat sich von diesem Rückgang erholt und ein Allzeithoch erreicht, hat sich aber nach Überkauf-Niveaus etwas abgekühlt. Analysten bleiben jedoch optimistisch, unterstützt durch ein erwartetes Gewinnwachstum von rund 23 %.

Prudential Financial (PRU): Defensive Einkommen und Wachstum

Prudential Financial bietet Anlegern Zugang zu Versicherungs- und Altersvorsorgedienstleistungen. Diese Bereiche können gut abschneiden, wenn die langfristigen Zinsen höher sind, die Bevölkerung altert und mehr Menschen Produkte wünschen, die zukünftige Einkommen garantieren.

Prudential verzeichnet oft eine höhere Nachfrage, wenn die Märkte unsicher sind, da Kunden Stabilität suchen. Das Unternehmen verfügt zudem über ein großes Anlageportfolio, das heute bessere Zinserträge erzielen kann als noch in den 2010er Jahren. Diese Mischung aus stetigem Einkommen, Schutz in schwierigen Zeiten und Wachstum durch langfristige Ersparnisse unterscheidet Prudential von Banken oder Brokerfirmen. Die PRU-Aktie ist 2025 um etwa 3,9 % gefallen, schließt das Jahr jedoch mit einem Plus von rund 9,8 % ab, was Mitte Dezember zu einem Golden Cross-Muster führte. Anleger werden nun darauf achten, dass die Aktie über ihrem 50-Tage-SMA bleibt.