Fermi-Führungskonflikt: Ex-CEO fordert Verkauf, Marktwert stürzt ab

Fermi-Führungskonflikt: Ex-CEO fordert Verkauf, Marktwert stürzt ab

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Das KI-Energie-Startup Fermi befindet sich in einem erbitterten Streit zwischen seiner neuen Führung und dem entlassenen CEO sowie Top-Aktionär Toby Neugebauer über einen möglichen Unternehmensverkauf. Während Neugebauer einen sofortigen Verkauf zur Maximierung des Shareholder Value fordert, lehnt das aktuelle Management dies ab und setzt auf die Weiterentwicklung des ambitionierten "Project Matador".

Eskalierender Konflikt um Fermi

Das in Texas ansässige Unternehmen, das im vergangenen Jahr mit einer Marktkapitalisierung von fast 20 Milliarden US-Dollar an die Börse ging, hat seinen Wert bis zum 21. April auf weniger als 3,2 Milliarden US-Dollar fallen sehen. Fermi strebt den Bau des weltweit größten Rechenzentrums-Campus, bekannt als "Project Matador", im Texas Panhandle an, hat jedoch Schwierigkeiten, Ankermieter zu gewinnen.

Toby Neugebauer, der als Top-Aktionär von Fermi gilt und nach eigenen Angaben mit seiner Familie und ehemaligen Verbündeten rund 40 % der Fermi-Aktien besitzt, wurde letzte Woche "ohne Angabe von Gründen" entlassen. Er befürwortet nun einen sofortigen Verkaufsprozess, um "Geld für alle Aktionäre" zu generieren. Neugebauer und der ehemalige Finanzchef Miles Everson, der am 20. April abrupt zurücktrat, bleiben jedoch Mitglieder des siebenköpfigen Fermi-Verwaltungsrates. Auch Rick Perry, ehemaliger Gouverneur von Texas und US-Energieminister sowie langjähriger Freund Neugebauers, ist weiterhin im Vorstand.

Fermi 2.0 und die Zukunft von Project Matador

Seit der Bekanntgabe von Neugebauers und Eversons Ausscheiden erklärte Fermi am 21. April, dass seine "2.0"-Version "erhebliches und positives Feedback von mehreren potenziellen Mietern" und Partnern erhalten habe. Die Mehrheit der vier Vorstandsmitglieder, angeführt von Chairman Marius Haas, Gründungspartner der Private-Equity-Firma BayPine und Veteran von Dell Technologies, Hewlett-Packard, Compaq und Intel, leitet nun die Geschicke.

In einer Stellungnahme betonte Fermi: "Angesichts der jüngsten Führungswechsel, die das Unternehmen für sein nächstes Kapitel des Wachstums und der Entwicklung von einem Startup zu einem skalierten Unternehmen positionieren, ist das Unternehmen der festen Überzeugung, dass ein Verkauf nicht im besten Interesse seines anhaltenden Momentums bei Project Matador, seiner Fähigkeit, potenzielle Mieter zu bedienen, und der langfristigen Wertschöpfung für die Aktionäre liegt." Das Unternehmen kündigte an, "alle Wege zur Maximierung des Shareholder Value" zu prüfen, darunter die fortgesetzte Umsetzung des Geschäftsplans, strategische Investitionen von Dritten, Joint Ventures oder andere Transaktionen.

Ambitionierte Pläne und neue Führung

"Project Matador" sieht den Bau von 11 Gigawatt – genug, um 8 Millionen Haushalte zu versorgen – aus Kern-, Solar- und Erdgaskraftwerken für ein "HyperGrid" vor. Dieses soll massive Rechenzentrumskomplexe auf über 5.000 Hektar Land unterstützen, das größtenteils dem Texas Tech University System gehört und zum Teil an das US-Energieministerium verpachtet ist.

Eine neue "Office of the CEO" wird das Unternehmen vorübergehend leiten, während die Personalberatungsfirma Heidrick & Struggles bei der Suche nach einem neuen CEO hilft. Dieses Interimsteam wird von Fermi Chief Operating Officer Jacobo Ortiz und Anna Bofa, einer Beobachterin im Vorstand mit Branchenerfahrung bei Google und Meta, geführt. Die Suche nach einem dauerhaften CEO wird eng mit Haas und zwei weiteren Vorstandsmitgliedern – unter Ausschluss von Perry, Neugebauer und Everson – erfolgen.

Herausforderungen und frühere Kontroversen

Fermi sah sich bereits mit Rückschlägen konfrontiert: Im Dezember stornierte ein ungenannter Mieter einen 150-Millionen-Dollar-Deal für den Rechenzentrums-Campus. Das Unternehmen hatte geplant, bis März einen Ankermieter zu sichern, was bisher nicht gelungen ist.

Die aktuellen Nachrichten folgen auch auf Berichte von Politico im März, wonach Neugebauer und US-Handelsminister Howard Lutnick auf der Nvidia GTC Konferenz in San Jose öffentlich aneinandergerieten. Neugebauer soll sich über Pläne für US-Handelsabkommen mit Südkorea und die Blockierung oder Verzögerung direkter koreanischer Investitionen in Fermis Projekt beschwert haben. Fermi arbeitet bereits mit den südkoreanischen Unternehmen Doosan Enerbility und Hyundai Engineering & Construction an der Entwicklung seiner Kernreaktoren. Neugebauer bestritt damals, "laut und aggressiv" gewesen zu sein, und gab lediglich ein "direktes Gespräch" mit Lutnick über wahrgenommene Einmischungen in Fermis Fortschritt zu.

Neugebauers weitere rechtliche Auseinandersetzungen

Unabhängig von Fermi ist Toby Neugebauer in eine weitere rechtliche Auseinandersetzung mit den prominenten Milliardären Peter Thiel und Ken Griffin verwickelt. Es geht um sein gescheitertes "Anti-Woke"-Bankgeschäft GloriFi, das von Griffin (Citadel), Thiel (Mitbegründer von PayPal und Palantir Technologies) und anderen namhaften Persönlichkeiten finanziell unterstützt wurde.

Das Wall Street Journal berichtete zuvor, dass GloriFi unter einem chaotischen Arbeitsumfeld litt, das durch angeblich erratisches Verhalten Neugebauers geprägt war. Neugebauer, der vor allem als Mitbegründer der auf Energie fokussierten Private-Equity-Firma Quantum Energy Partners (heute Quantum Capital Group) bekannt ist, schloss GloriFi im Jahr 2022, als dem Unternehmen das Geld ausging. Anfang 2023 meldete das Unternehmen Insolvenz nach Chapter 7 an.

Erwähnte Persönlichkeiten