Geopolitische Spannungen und Kryptomarkt: Bitcoin und Ethereum im Fokus

Geopolitische Spannungen und Kryptomarkt: Bitcoin und Ethereum im Fokus

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Die führenden Kryptowährungen zeigten sich zunächst unentschlossen, während die Aktienfutures am Sonntagabend fielen, da Investoren über eine mögliche Bodeninvasion der USA im Iran spekulierten. Später reagierte der Kryptomarkt jedoch sensibel auf geopolitische Nachrichten, mit deutlichen Kursbewegungen bei Bitcoin und Ethereum, die von Liquidierungen und Analystenkommentaren begleitet wurden.

Geopolitische Spannungen belasten traditionelle Märkte

Die Spekulationen über eine mögliche Bodeninvasion der USA im Iran führten am Sonntagabend zu einem Rückgang der Aktienfutures. Die Dow Jones Industrial Average Futures fielen um 283 Punkte oder 0,65 % (Stand: 8:41 p.m. EDT). Futures, die an den S&P 500 gebunden sind, sanken um 0,67 %, während die Nasdaq 100 Futures um 0,74 % nachgaben.

Dieser Ausverkauf folgte einem Bericht der Washington Post, wonach das Pentagon "Wochen von Bodenoperationen" im Iran vorbereitet. Mohammad Bagher Ghalibaf, der iranische Parlamentssprecher, beschuldigte die USA Berichten zufolge, heimlich eine Bodeninvasion zu planen, und warnte, dass die iranischen Streitkräfte bereit seien zu reagieren, falls ausländische Truppen ihr Territorium betreten. Inmitten dieser Entwicklungen stiegen die Ölpreise, wobei West Texas Intermediate (WTI) Rohöl-Futures wieder über 100 US-Dollar pro Barrel kletterten.

Kryptomarkt unter Druck: Liquidierungen und "Extreme Fear"

Bitcoin fiel am späten Abend kurzzeitig unter 65.000 US-Dollar, bevor er sich wieder über 66.000 US-Dollar erholte. Dies löste Liquidierungen sowohl von gehebelten Long- als auch Short-Positionen aus. Ethereum zeigte ein ähnliches Muster, rutschte auf ein Intraday-Tief von 1.939,53 US-Dollar ab, bevor es die 2.000 US-Dollar-Marke zurückeroberte. Beide Assets verzeichneten einen starken Anstieg des 24-Stunden-Volumens.

Laut Coinglass-Daten wurden in den letzten 24 Stunden über 313 Millionen US-Dollar an Kryptowährungspositionen liquidiert, wobei ein überwältigender Teil der Long-Positionen ausgelöscht wurde. Das Open Interest bei Bitcoin-Futures sank in den letzten 24 Stunden um 0,75 %. Dennoch nutzten sowohl Kleinanleger als auch "Whale"-Trader auf Binance den Rückgang zum Kauf und erhöhten ihr Long-Engagement in der führenden Kryptowährung. Der Crypto Fear & Greed Index zeigte zu diesem Zeitpunkt "Extreme Fear" im Markt an. Die globale Marktkapitalisierung für Kryptowährungen lag bei 2,30 Billionen US-Dollar, nach einem Rückgang von 0,08 % gegenüber dem Vortag.

Analysten bewerten die Lage

Der vielbeachtete Kryptowährungsanalyst und Trader Michaël van de Poppe äußerte, dass die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten und der Anstieg des Ölpreises ein "Risk-Off"-Umfeld schaffen würden, das Bitcoin beeinflusst. Er erklärte: "Angesichts der Tatsache, dass die Tiefststände bei Bitcoin bereits unterschritten wurden, wäre ich nicht optimistisch, bis es die 71.000 US-Dollar knackt und es eine klare Sicherheit im Nahen Osten gibt."

Ein weiterer prominenter Kryptowährungsanalyst, Ali Martinez, hob einen Anstieg des Derivatehandels mit Kryptowährungen hervor, wobei das kombinierte Open Interest bei Bitcoin und Ethereum fast 40 Milliarden US-Dollar erreichte.

Spätere Entwicklungen: Markterholung nach Trumps Statement

Am 25. März 2026 verzeichnete der Kryptomarkt Gewinne, nachdem der damalige US-Präsident Donald Trump eine Erklärung über einen "Sieg im Krieg mit dem Iran" abgegeben hatte. Der Preis von Bitcoin stieg daraufhin über 71.000 US-Dollar, während Ethereum die Marke von 2.150 US-Dollar überschritt.

In diesem Zusammenhang beliefen sich die Liquidationen von Futures-Positionen auf dem gesamten Kryptomarkt auf fast 225 Millionen US-Dollar. Rund 80.000 Trader waren betroffen, wobei die Aufteilung zwischen Long- und Short-Liquidationen nahezu ausgeglichen war.

Marktsensitivität und Zukunftsszenarien

Der Kryptomarkt zeigte in den letzten Tagen eine erhöhte Sensibilität gegenüber Nachrichten zur Lage im Nahen Osten.

  • Am 22. März 2026 fiel Bitcoin unter 69.000 US-Dollar, nachdem Donald Trump dem Iran ein 48-Stunden-Ultimatum gestellt hatte, in dem er die Öffnung der Straße von Hormus forderte und mit Angriffen auf die Energieinfrastruktur des Landes drohte.
  • Bereits am 23. März drehte der Markt nach einer Erklärung über Fortschritte in den Gesprächen wieder nach oben, und Bitcoin kletterte erneut über 71.000 US-Dollar.
  • Später sank der Wert kurzzeitig wieder unter 69.000 US-Dollar, erholte sich jedoch nach der neuen Erklärung über den "Sieg im Krieg mit dem Iran" erneut.

Das Unternehmen Wintermute skizzierte zuvor Szenarien für Bitcoin inmitten des US-Iran-Konflikts, abhängig von den Entwicklungen rund um die Straße von Hormus und den Ölmarkt:

  • Eine Stabilisierung der Lieferungen würde Bitcoin im Bereich von 74.000 bis 76.000 US-Dollar halten.
  • Eine neue Eskalation würde Bitcoin auf 60.000 US-Dollar zurückwerfen.
  • Eine anhaltende Deeskalation – bei gleichbleibender institutioneller Nachfrage – würde den Weg zu 80.000 US-Dollar ebnen.

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