
Globale Märkte im Jahreswechsel: Gemischter Handel und Inflationssorgen
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Zum Jahreswechsel präsentieren sich die globalen Aktienmärkte uneinheitlich, während viele wichtige Börsen aufgrund der Feiertage geschlossen bleiben. Dies führt zu einem gedämpften Handelsvolumen und einer vorsichtigen Stimmung unter Anlegern, die auf neue Wirtschaftssignale warten.
Gemischtes Bild an den globalen Börsen zum Jahreswechsel
Die globalen Aktienmärkte, darunter Deutschland, Japan und Südkorea, waren am Mittwoch aufgrund der Jahresend- und Neujahrsfeiertage geschlossen. An den Börsen, die geöffnet blieben, zeigte sich ein gemischtes Handelsbild.
In Europa verzeichnete Frankreichs CAC 40 im frühen Handel einen Rückgang von 0,5 % auf 8.130,14 Punkte. Der britische FTSE 100 gab 0,2 % auf 9.923,59 Punkte nach.
Asiatische Märkte: Feiertage und uneinheitliche Trends
Auch in Asien waren wichtige Handelsplätze von Feiertagsschließungen betroffen. Der Handel in Tokio war für die Neujahrsfeiertage am Donnerstag und Freitag geschlossen und sollte am Montag wieder aufgenommen werden. In Südkorea war der Handel ebenfalls für Donnerstag geschlossen.
An den geöffneten asiatischen Märkten zeigte sich ein uneinheitliches Bild:
- Der Hang Seng Index in Hongkong sank um 0,9 % auf 25.630,54 Punkte.
- Der Shanghai Composite in China stieg leicht um 0,1 % auf 3.968,84 Punkte.
- Der Taiex in Taiwan legte um 0,9 % auf 28.963,60 Punkte zu.
- Sydneys S&P/ASX 200 gab weniger als 0,1 % auf 8.714,30 Punkte nach.
Ein Blick auf die chinesische Wirtschaft zeigte, dass der Einkaufsmanagerindex (PMI) im Dezember auf 50,1 Punkte sank, nach 50,3 Punkten im Vormonat. Dies war jedoch der dritte Monat in Folge über der Marke von 50, was eine Expansion der Produktionstätigkeit signalisiert.
Wall Street: Geringes Volumen und Jahresausblick
Die Wall Street blieb am Mittwoch für den Handel geöffnet, wird aber am Donnerstag geschlossen sein. Die jüngsten Handelstage waren von geringem Volumen geprägt. Am Montag verzeichnete der S&P 500 einen Rückgang von 1,1 %, der Dow Jones fiel um 1 % und der Nasdaq Composite schloss 1,2 % niedriger. Am Dienstag sank der S&P 500 um 0,1 % auf 6.894,24 Punkte, der Dow Jones Industrial Average fiel um 0,2 % auf 48.367,06 Punkte und der Nasdaq Composite gab ebenfalls 0,2 % auf 23.419,08 Punkte nach.
Trotz dieser jüngsten Rückgänge wird erwartet, dass der S&P 500 das Jahr mit einem beeindruckenden Gewinn von über 17 % abschließen wird, angetrieben durch eine wachsende Wirtschaft, solide Konsumausgaben und einen starken Arbeitsmarkt. Technologieaktien, insbesondere Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, dominierten die Markttrends. Nvidia verlor 0,4 % und Apple sank um 0,2 %. Meta Platforms hingegen, die Muttergesellschaft von Facebook, verzeichnete einen Gewinn von 1,1 %, gestützt durch die Übernahme des KI-Startups Manus.
Der Flugzeughersteller Boeing sah sich weiteren Herausforderungen gegenüber, nachdem eines seiner Jets in Südkorea von einer Landebahn abkam, wobei 179 von 181 Personen ums Leben kamen. Südkorea inspiziert nun alle 737-800 Flugzeuge, die von Fluggesellschaften im Land betrieben werden. Dies ist ein weiterer Rückschlag für Boeing nach einem Mechanikerstreik und weiteren Sicherheitsproblemen, was den Aktienkurs des Unternehmens in diesem Jahr um mehr als 30 % fallen ließ.
Energie- und Rohstoffmärkte unter Druck
Im Energiehandel fielen die US-Rohölpreise am Mittwoch um 16 Cent auf 57,79 US-Dollar pro Barrel. Der Preis für Brent-Rohöl, den internationalen Standard, sank ebenfalls um 16 Cent auf 61,176 US-Dollar pro Barrel.
An den Rohstoffmärkten gab es bemerkenswerte Bewegungen:
- Goldpreise stiegen um 1,4 % auf 4.386,30 US-Dollar pro Unze.
- Silber verzeichnete einen bemerkenswerten Anstieg von 10,9 %.
- Kupferpreise stiegen um 4,4 % und markierten einen jährlichen Anstieg von über 40 %.
Gold und Silber haben sich im Jahr 2025 inmitten anhaltender wirtschaftlicher Bedenken und Versorgungsengpässe erholt. Der Anstieg der Kupferpreise wird durch eine starke Nachfrage im Zusammenhang mit der globalen Energieinfrastruktur angetrieben, insbesondere da der Aufstieg der Künstlichen Intelligenz Rechenzentren und Energienetze belastet.
Die Rolle der US-Notenbank und Inflationssorgen
Die anhaltenden Auswirkungen eines weitreichenden, von den USA geführten Handelskrieges drohen die Inflation in den USA weiter anzuheizen. Die US-Notenbank (Fed) könnte die Zinsen senken, um der Wirtschaft bei einem sich verlangsamenden Arbeitsmarkt zu helfen. Dies könnte jedoch die Inflation weiter anfachen, die immer noch deutlich über dem 2 %-Ziel der Fed liegt.
Die Fed hat für die Zukunft mehr Vorsicht signalisiert. Die Protokolle ihrer Dezembersitzung spiegeln die Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Zentralbank wider, die mit der Unsicherheit über die Bedrohungen für die Wirtschaft zu kämpfen hat. Die Wall Street wettet darauf, dass die Fed die Zinsen bei ihrer nächsten Sitzung im Januar stabil halten wird.
Die Inflation hatte sich im Laufe des Jahres abgekühlt und näherte sich dem 2 %-Ziel der Fed. Dies nährte die Hoffnung, dass die Zentralbank eine stetige Reihe von Zinssenkungen liefern würde, was die Kreditkosten senken und das Wirtschaftswachstum ankurbeln würde. Die Fed senkte die Zinsen im Jahr 2024 dreimal, signalisierte aber für 2025 einen vorsichtigeren Ansatz, da die Inflation Anzeichen einer Wiederbelebung zeigt. Der jüngste Bericht zu den Verbraucherpreisen zeigte, dass die Inflation im November leicht auf 2,7 % gestiegen ist. Drohungen des designierten Präsidenten Donald Trump, Zölle zu erhöhen, verstärken die Sorgen über ein mögliches Wiederaufflammen der Inflation, da Unternehmen höhere Kosten in der Regel an die Verbraucher weitergeben.
Sung Won Sohn, Professor für Finanzen und Wirtschaft an der Loyola Marymount University, ist der Ansicht, dass sich aufgrund von Inflation, Arbeitskräftemangel und Fragen zur Zinsentwicklung Unsicherheit an den globalen Märkten zusammenbraut. Er kommentierte: „Zentralbanken müssen vorsichtig vorgehen, und die Finanzmärkte werden wahrscheinlich weiterhin Volatilität erleben, wenn sich die Erwartungen verschieben.“ Er betonte zudem: „Für Unternehmen, Investoren und politische Entscheidungsträger gleichermaßen werden Flexibilität, Risikomanagement und eine genaue Beobachtung der Wirtschaftssignale unerlässlich sein, um die bevorstehenden Herausforderungen zu meistern.“
An den Anleihemärkten zeigten die Renditen der Staatsanleihen gemischte Ergebnisse. Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe stieg leicht auf 4,12 % von 4,11 %, während die Rendite der zweijährigen Staatsanleihe bei 3,45 % stabil blieb. Insgesamt sind die Renditen der Staatsanleihen im Laufe des Jahres deutlich gesunken, da die Marktteilnehmer eine Änderung der Zinspolitik der Federal Reserve erwarten.
Währungsmärkte und Ausblick
Im Währungshandel stieg der US-Dollar auf 156,55 japanische Yen von 156,36 Yen. Der Euro kostete 1,1727 US-Dollar, ein Rückgang von 1,1744 US-Dollar.
Investoren haben in dieser Woche, die durch die Neujahrsfeiertage verkürzt ist, nur wenige Unternehmens- und Wirtschaftsdaten zu bewerten. Am Donnerstag werden aktualisierte Daten zu den US-Bauausgaben für November erwartet, und am Freitag wird die Wall Street ein Update zur Produktionstätigkeit im Dezember erhalten.