
Hedgefonds-Performance Q1 2026: Tiger Cubs und Branchengrößen kämpfen
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Das erste Quartal 2026 stellte eine erhebliche Herausforderung für die Hedgefonds-Branche dar, wobei sowohl etablierte Größen als auch die neue Generation der sogenannten "Tiger Cubs" Verluste verzeichneten. Geopolitische Spannungen und Marktvolatilität prägten das Bild und führten bei vielen Fonds zu negativen Renditen, obwohl einige Akteure den Schaden begrenzen oder sogar Gewinne erzielen konnten.
Herausforderndes erstes Quartal für Hedgefonds
Das erste Quartal 2026 war für viele Hedgefonds ein schwieriges Terrain, wobei der März besonders schmerzhaft ausfiel. Laut Daten des Fondsadministrators Citco verzeichnete der durchschnittliche Hedgefonds im März einen Rückgang von 3,5 %, während aktienorientierte Fonds im Schnitt 2,8 % verloren. Dies markiert das zweite Jahr in Folge, in dem der März für viele namhafte Hedgefonds ungünstig verlief.
Die Marktvolatilität, ausgelöst durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran, traf Makro-Manager hart und führte selbst bei den normalerweise stabilen Multistrategie-Fonds zu Verlusten. Der S&P 500, der im März zwischenzeitlich um 5 % gefallen war, erholte sich am letzten Handelstag des ersten Quartals teilweise und erreichte im April sogar Rekordhöhen. Für das gesamte erste Quartal verzeichnete der S&P 500 jedoch einen Rückgang von 4,6 %, das schlechteste Quartal seit 2022.
Die "Tiger Cubs" unter Druck
Das Netzwerk der "Tiger Cubs", bestehend aus Hedgefonds, die mit Julian Robertsons legendärem Tiger Management verbunden sind, hat in den letzten Jahren bemerkenswerte Neugründungen erlebt. Doch weder die alte Garde noch die neuen Akteure konnten sich dem Abwärtstrend im März 2026 entziehen. Diese Fonds investieren typischerweise in Wachstumswerte, mit einer starken Neigung zu Technologieunternehmen.
Einige der jüngeren "Tiger Cubs" verzeichneten deutliche Verluste:
- Ning Jins Avantyr Capital Partners: Verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Rückgang von 0,5 %, nach einem Verlust von 2 % im März. Jin, der ehemalige Chief Investment Officer von Viking Global, übertraf damit seine alte Firma.
- Mala Gaonkars SurgoCap Partners: Mit über 6 Milliarden US-Dollar verwaltetem Vermögen, sank im ersten Quartal um 4,4 % nach einem Verlust von 6,5 % im März. Gaonkar war bis 2022 Portfoliomanagerin bei Lone Pine.
- Divya Nettimis Avala Global: Die Anteilsklasse, die in öffentliche und private Unternehmen investiert, verlor im März 10,2 %, was die Jahresrendite auf -7,6 % drückte. Die Anteilsklasse ohne private Beteiligungen sank im März um 14,6 % und im Quartal um 12,1 %.
- Grant Wonders' Voyager Global: Verlor im März 3,1 % und verzeichnete im ersten Quartal einen Rückgang von fast 17 %, nachdem der Fonds bereits im Januar und Februar Schwierigkeiten hatte.
Auch etablierte Fonds des Netzwerks blieben nicht verschont:
- Viking Global: Verlor im März 4,1 % und im Quartal 4,6 %.
- **Coatue:** Fiel in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 um 3,5 %.
- Tiger Global: Verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen Rückgang von 10,5 %.
Multistrategie-Fonds und Branchengrößen ebenfalls betroffen
Auch abseits des "Tiger Cub"-Netzwerks litten viele große Hedgefonds unter den Marktbedingungen. Multistrategie-Fonds, die ihr Kapital auf verschiedene Investmentteams mit diversen Strategien verteilen, um konsistente Renditen zu erzielen, waren ebenfalls betroffen.
- Dmitry Balyasnys gleichnamiger Fonds: Verzeichnete im März einen Rückgang von 4,3 % und liegt für das Jahr 2026 bei -3,8 %. Das Unternehmen verwaltet 33 Milliarden US-Dollar.
- **Michael Gelbands ExodusPoint:** Mit einem stärkeren Fokus auf festverzinsliche Wertpapiere, verlor im März 4,5 %.
- LMR Partners (London): Der Multistrategie-Fonds verlor im März 2,4 %.
Einige der größten Akteure der Branche schnitten etwas besser ab, verzeichneten aber dennoch Verluste im März:
- **Ken Griffins Citadel (Flaggschiff Wellington Fund):** Sank im März um 1,9 %. Beendete das erste Quartal jedoch im Plus.
- Izzy Englanders Millennium: Fiel im März um 1,2 %, beendete das erste Quartal ebenfalls im Plus.
Andere Firmen konnten den Schaden begrenzen oder sogar Gewinne erzielen:
- Schonfeld Strategic Advisors: Mit 19 Milliarden US-Dollar Gesamtvermögen, blieb im März stabil und liegt für das Jahr 2026 bei +0,9 %.
- Steve Cohens Point72: Verzeichnete im März einen Verlust von weniger als 1 % und schloss das Quartal mit einem Plus von fast 4 % ab.
Marktvolatilität und geopolitische Einflüsse
Der chaotische Jahresauftakt für Hedgefonds und globale Märkte wurde maßgeblich durch geopolitische Ereignisse geprägt. Während 2025 die von Präsident Donald Trump verhängten Zölle die Märkte erschütterten, waren es 2026 die Angriffe amerikanischer und israelischer Streitkräfte auf den Iran, die globale Ökonomien in Aufruhr versetzten und Investmentmanager in die roten Zahlen brachten.
Dieser Konflikt führte zu erwarteten Inflationsanstiegen aufgrund höherer Energiepreise. Eine Wette vieler Makro-Fonds auf bald fallende kurzfristige Zinsen in Großbritannien und Europa ging daher nicht auf und führte zu Verlusten. Bereits früher im ersten Quartal gab es zudem einen signifikanten Ausverkauf von Softwareaktien, angetrieben durch die wahrgenommenen Fortschritte von Künstlicher Intelligenz-Tools von Start-ups wie Anthropic.