Historischer Pflegekräfte-Streik in New York City
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New York City erlebt den größten Pflegekräfte-Streik seiner Geschichte, nachdem Verhandlungen zwischen der New York State Nurses Association (NYSNA) und fünf großen privaten Krankenhäusern bis zur Frist am Montag scheiterten. Rund 15.000 Pflegekräfte haben daraufhin die Arbeit niedergelegt, was weitreichende Folgen für die Gesundheitsversorgung in der Metropole haben könnte.
Historischer Pflegekräfte-Streik in New York City
Der Streik begann am Montag, wobei die Pflegekräfte des Mount Sinai Hospitals um 6 Uhr morgens die Arbeit einstellten, gefolgt von den anderen betroffenen Krankenhäusern eine Stunde später. Zu den bestreikten Einrichtungen gehören Mount Sinai Hospital, Mount Sinai Morningside, Mount Sinai West, Montefiore Einstein (auch bekannt als Montefiore Medical Center) und NewYork-Presbyterian. Die NYSNA hatte zuvor Zehn-Tages-Streikankündigungen am 2. Januar herausgegeben.
Kernforderungen der NYSNA: Patientensicherheit und faire Arbeitsbedingungen
Die Gewerkschaft NYSNA wirft den beteiligten Krankenhäusern – Montefiore, Mount Sinai und NewYork-Presbyterian – vor, "Gewinn über sichere Patientenversorgung" zu stellen. Hauptstreitpunkte in den Tarifverhandlungen sind:
- Sichere Personalschlüssel: Die Gewerkschaft fordert eine Verbesserung der Personalschlüssel, um die Patientensicherheit zu gewährleisten und die unzumutbare Arbeitsbelastung der Pflegekräfte zu reduzieren.
- Lohnerhöhungen: Die Pflegekräfte fordern angemessene Gehaltserhöhungen. Montefiore bezeichnete eine Forderung von fast 40 % Lohnerhöhung als "rücksichtslos und unverantwortlich".
- Umfassende Gesundheitsleistungen: Die NYSNA kritisiert, dass die Krankenhäuser versuchen, die Gesundheitsleistungen für Pflegekräfte zu kürzen, die ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen.
- Betriebliche Schutzmaßnahmen gegen Gewalt: Seit der COVID-19-Pandemie ist die Zahl der Übergriffe auf Beschäftigte im Gesundheitswesen drastisch gestiegen. Die Gewerkschaft fordert bessere Sicherheitsmaßnahmen und verweist auf einen Vorfall mit einem aktiven Schützen im Mount Sinai im November, bei dem drei Pflegekräfte diszipliniert wurden, weil sie sich danach geäußert hatten.
- Pensionsregelungen: Verbesserungen bei den Pensions- und Rentnerleistungen sind ebenfalls Teil der Forderungen.
- Einschränkungen bei Künstlicher Intelligenz: Die Gewerkschaft fordert zudem Einschränkungen beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den Krankenhäusern.
Nancy Hagans, Präsidentin der NYSNA, betonte, dass die Sicherheit der Patienten niemals ein Verhandlungspunkt sein dürfe. Sie wies darauf hin, dass die Krankenhäuser finanziell besser dastünden als vor drei Jahren, aber dennoch Kürzungen forderten. Die Gewerkschaft hebt hervor, dass die CEO-Vergütungen an drei der Krankenhäuser (Montefiore, Mount Sinai und NewYork-Presbyterian) fast 12.000 Mal höher seien als das Gehalt einer durchschnittlichen Pflegekraft. Zudem hätten diese drei Krankenhäuser 1,6 Milliarden US-Dollar an Barmitteln oder Barmitteläquivalenten zur Verfügung.
Die Position der Krankenhäuser: "Rücksichtslos und unverantwortlich"
Die betroffenen Krankenhäuser bezeichneten den Streik in einer gemeinsamen Erklärung als "rücksichtslos" und warfen der Gewerkschaftsführung vor, Patienten in ihrer Not im Stich zu lassen. Sie erklärten, dass sie bereit seien, die Patienten sicher zu versorgen, unabhängig von der Dauer des Streiks. Montefiore gab an, sich auf einen möglicherweise mehrwöchigen Streik vorzubereiten.
Die Krankenhäuser haben als Reaktion auf den Streik bereits Zeitarbeitskräfte eingestellt, um die Personallücke zu schließen. Sie betonen, dass sie daran arbeiten, die Personalschlüssel zu verbessern, die Forderungen der Gewerkschaft jedoch insgesamt zu kostspielig seien.
Auswirkungen auf die Patientenversorgung und politische Reaktionen
Trotz des Streiks versichern die Krankenhäuser, dass sie geöffnet bleiben und die Versorgung fortgesetzt wird. Patienten sollten Behandlungen oder Termine nicht aufschieben, aber auf direkte Updates ihrer Gesundheitsdienstleister achten. Auch die NYSNA riet Patienten, weiterhin medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen.
Gouverneurin Kathy Hochul hatte bereits im Vorfeld des Streiks den Notstand ausgerufen und Exekutivanordnungen unterzeichnet. Diese sollen sicherstellen, dass das staatliche Gesundheitsministerium Personal in den betroffenen Krankenhäusern bereitstellt, um die Patientensicherheit und die Kontinuität der Versorgung zu gewährleisten. Bürgermeister Zohran Mamdani äußerte ebenfalls Besorgnis und forderte beide Seiten auf, eine Einigung zu erzielen, die "unsere Pflegekräfte ehrt und unsere Krankenhäuser offen hält". Er betonte, dass der Wert der Pflegekräfte nicht verhandelbar sei.
Der Streik könnte jedoch dazu führen, dass Krankenhäuser Patienten verlegen, Eingriffe absagen oder Krankenwagen umleiten müssen. Dies könnte auch eine zusätzliche Belastung für Krankenhäuser bedeuten, die nicht direkt vom Streik betroffen sind.
Finanzielle Aspekte und frühere Einigungen
Während die Verhandlungen bei den fünf Großkrankenhäusern scheiterten, konnten andere Einrichtungen in der Region bereits Einigungen mit der NYSNA erzielen. Dazu gehören alle Northwell Health Einrichtungen in Nassau County, wie die Krankenhäuser Huntington, Plainview und Syosset. Dort wurden vorläufige Vereinbarungen über neue Verträge unterzeichnet, die unter anderem Folgendes umfassen:
- Eine jährliche Lohnerhöhung von etwa 5 % über die Vertragslaufzeit.
- Verbesserte Personalschlüssel.
- Beibehaltung der vereinbarten Gesundheitsleistungen für Pflegekräfte.
- Verbesserte Pensions- und Rentnerleistungen im Plainview Hospital.
Diese erfolgreichen Verhandlungen zeigen, dass Einigungen möglich sind, die sowohl die Forderungen der Pflegekräfte als auch die Bedürfnisse der Krankenhäuser berücksichtigen. Die NYSNA-Mitglieder in diesen Krankenhäusern werden nun über die Ratifizierung ihrer Verträge abstimmen. Die Verhandlungen mit den verbleibenden Großkrankenhäusern begannen bereits im September des Vorjahres. Ein ähnlicher, dreitägiger Streik in New York City vor drei Jahren führte zu einer Lohnerhöhung von 19 % über drei Jahre und versprochenen Personalverbesserungen.