
Hochrentierliche Dividendenaktien: Gewinner nach Fed-Zinssenkungen?
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Das Federal Open Market Committee (FOMC) der US-Notenbank plant eine Sitzung, bei der eine weitere Senkung des Leitzinses um 25 Basispunkte mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 90% erwartet wird. Sinkende kurzfristige Zinsen könnten die Refinanzierungsbedingungen für Unternehmen erleichtern, vorausgesetzt, die Zinssenkungen signalisieren keine wirtschaftliche Schwäche. In einem "Soft Landing"-Szenario, kombiniert mit dem "Santa Claus Rally"-Effekt im Dezember, könnten Dividendenaktien für Anleger besonders interessant werden, um sowohl stetige Erträge als auch potenzielles Kapitalwachstum zu erzielen, während die Anleiherenditen fallen.
NNN REIT: Stabilität im Einzelhandelsimmobilienmarkt
NNN REIT (NYSE: NNN), ein in Florida ansässiger Real Estate Investment Trust (REIT), konzentriert sich auf Einzelhandelsimmobilien mit Einzelmietern wie Restaurants, Banken, Fitnessstudios und Convenience Stores. Das Unternehmen zeichnet sich durch ein konservatives Management seines Portfolios aus und hat seine jährliche Dividende 36 Jahre in Folge erhöht, was es zu einem Dividendenaristokraten macht. Die aktuelle Dividendenrendite liegt bei 6,01% bei einer quartalsweisen Ausschüttung von 0,6 US-Dollar pro Aktie.
Das Portfolio von NNN umfasst 3.697 Objekte mit über 400 Mietern, wobei 7-Eleven mit 4,3% das größte Gewicht hat. Obwohl NNN in Orlando, Florida, ansässig ist, befinden sich die meisten Immobilien in Texas, wo das Texas Demographic Center bis 2050 ein Bevölkerungswachstum von 40% prognostiziert. Im dritten Quartal steigerte NNN seine annualisierte Basismiete (ABR) im Jahresvergleich um 7,2%. Der REIT beendete das Quartal mit 1,4 Milliarden US-Dollar an verfügbarer Liquidität und ohne variabel verzinsliche Schulden. Das Wall Street Journal sieht ein durchschnittliches Kursziel von 44,41 US-Dollar, über dem aktuellen Kurs von 40,01 US-Dollar pro Aktie. Eine "Massenabschiebung"-Agenda, wie sie in der Vergangenheit diskutiert wurde, wird als unwahrscheinlich angesehen, was für REITs vorteilhaft ist, da eine stabile Bevölkerungsnachfrage sowohl Wohn- als auch Industrie-REITs zugutekommt.
Verizon Communications: Effizienz durch KI und Umstrukturierung
Verizon Communications (NYSE: VZ) bietet eine Dividendenrendite von 6,69% bei einer quartalsweisen Ausschüttung von 0,69 US-Dollar pro Aktie. Das Unternehmen hat am 20. November die Entlassung von 13.000 Mitarbeitern, was 13% der Gesamtbelegschaft entspricht, bekannt gegeben. Diese massiven Entlassungen stehen im Zusammenhang mit der Integration von Künstlicher Intelligenz (KI), wie der neue CEO Dan Schulman (ehemaliger PayPal-CEO) andeutete: "Verizon ist das erste Unternehmen, das einen Fonds eingerichtet hat, der sich speziell auf die Chancen und notwendigen Fähigkeiten konzentriert, wenn wir in das Zeitalter der KI eintreten."
Das Wall Street Journal berichtete später, dass die Entlassungen bei Verizon die nicht-gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter um 20% reduzieren sollen. Obwohl dies im vierten Quartal zu Abfindungskosten von 1,6 bis 1,8 Milliarden US-Dollar führen wird, erwarten Anleger zukünftige Vorteile, da Schulman versucht, "unser gesamtes Unternehmen auf die Erfüllung und Begeisterung unserer Kunden auszurichten." Im dritten Quartal erzielte Verizon einen Gesamtumsatz von 33,8 Milliarden US-Dollar, ein Wachstum von 1,5% im Jahresvergleich, während die Breitbandanschlüsse um 11,1% auf 13,2 Millionen stiegen. Das Telekommunikationsunternehmen hat seine unbesicherten Schulden im Vergleich zum Vorjahresquartal bereits um 6,7 Milliarden US-Dollar reduziert. Zusätzlich zu den Entlassungen wird Verizon 179 Einzelhandelsgeschäfte in Franchise-Betriebe umwandeln. Angesichts der erfolgreichen Bilanz von Dan Schulman bei PayPal positioniert sich Verizon für einen mehrjährigen Effizienz-Reset, was es zu einer soliden langfristigen Dividendenwahl macht. Die VZ-Aktie ist in den letzten drei Monaten um 7% gefallen, was sie zu einem potenziell optimalen Einstiegspunkt macht, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 46,55 US-Dollar gegenüber dem aktuellen Kurs von 40,89 US-Dollar pro Aktie.
Amcor: Profiteur des Verpackungsbooms
Amcor (NYSE: AMCR), ein in der Schweiz ansässiges Unternehmen, ist führend in flexiblen und starren Verpackungen mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Das Unternehmen profitiert erheblich von der steigenden Verbrauchernachfrage nach Convenience-Diensten wie Uber Eats, Glovo und Wolt sowie dem Wachstum des E-Commerce. Der Markt für Online-Lebensmittellieferverpackungen allein wird voraussichtlich von 4,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf 10,2 Milliarden US-Dollar bis 2033 wachsen, mit einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 8,5%. Die Dividendenrendite von Amcor beträgt 6,27% bei einer quartalsweisen Ausschüttung von 0,13 US-Dollar pro Aktie.
Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Ende September) meldete Amcor einen Anstieg der Nettoverkäufe seiner flexiblen Verpackungslösungen um 25% im Jahresvergleich auf 3,3 Milliarden US-Dollar, wobei die bereinigte EBIT-Marge um 20 Basispunkte auf 13,1% verbessert wurde. Die Sparte für starre Verpackungen verzeichnete ein deutlich stärkeres Wachstum mit einem Anstieg der Nettoverkäufe um 205% auf 2,48 Milliarden US-Dollar und einer Verbesserung der bereinigten EBIT-Marge um 420 Basispunkte. Für das Geschäftsjahr 2026 bestätigte Amcor seinen Ausblick für den Gewinn pro Aktie (EPS) von 0,8 bis 0,83 US-Dollar. Die AMCR-Aktie zeigte in den letzten drei Monaten eine nahezu unveränderte Performance von -0,36%. Das durchschnittliche Kursziel des Wall Street Journal liegt bei 10,63 US-Dollar gegenüber dem aktuellen Kurs von 8,22 US-Dollar pro Aktie, wobei die überwiegende Mehrheit der Analysten bullische Ratings beibehält.
Weitere Dividenden-Chancen im Fokus
Neben den genannten Unternehmen gibt es weitere hochrentierliche Dividendenaktien, die im aktuellen Marktumfeld interessant sein könnten, insbesondere im Hinblick auf fallende Zinsen und den Fokus auf stabile Cashflows.
- Annaly Capital (NLY) und Dynex Capital (DX): Diese Hypotheken-REITs (mREITs) mit Renditen von 12,3% bzw. 14,7% sind besonders gut positioniert, um von sinkenden langfristigen Zinsen zu profitieren. Ihre Portfolios halten staatlich besicherte Hypotheken, deren Wert bei fallenden Zinsen steigt. Die Hypotheken-Spreads, die Differenz zwischen den Renditen 10-jähriger Staatsanleihen und Hypothekenzinsen, haben sich von extrem hohen Niveaus entspannt. Beide Unternehmen haben "Agency" Mortgage-Backed Securities erworben, als die Spreads ihren Höhepunkt erreichten. Ein potenzieller Fed-Chef wie Kevin Hassett, der sich für frühe und häufige Zinssenkungen ausspricht, könnte diese Entwicklung weiter begünstigen.
- **Merck & Company (MRK) und Duke Energy (DUK):** Diese Unternehmen werden aufgrund ihres verlässlichen Cashflows und ihrer Bilanzstärke als sichere Dividendenaktien hervorgehoben. Merck & Co. (Marktkapitalisierung ca. 252,7 Mrd. US-Dollar) entwickelt Therapien in Bereichen wie Onkologie und Impfstoffe. Die Aktie bietet eine jährliche Dividende von 3,24 US-Dollar pro Aktie, was einer Rendite von 3,09% entspricht, bei einer Ausschüttungsquote von 37,38%. Merck notierte am 3. Dezember bei 102,81 US-Dollar, ein Plus von 3,2% seit Jahresbeginn. Die Bewertung des Unternehmens liegt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,12x und einem PEG-Verhältnis von 0,96x unter den Sektormedianen, was auf einen Bewertungsabschlag hindeutet. Im dritten Quartal verzeichnete Merck einen weltweiten Umsatz von 17,3 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 4% im Jahresvergleich. Das Krebsmedikament KEYTRUDA war mit 8,1 Milliarden US-Dollar Umsatz (+10%) der Haupttreiber. Merck investiert weiterhin aggressiv, unter anderem durch eine 9,2 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von Cidara Therapeutics. Duke Energy wird ebenfalls als Top-High-Yield-Aktie genannt, die Anlegern in der aktuellen Marktphase Sicherheit bieten kann.