Honda verbucht Milliardenverlust und korrigiert EV-Strategie massiv

Honda verbucht Milliardenverlust und korrigiert EV-Strategie massiv

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Der japanische Automobilhersteller Honda sieht sich gezwungen, seine Elektrofahrzeugstrategie (EV) massiv zu überdenken und kündigte eine Abschreibung von voraussichtlich bis zu 2,5 Billionen Yen, umgerechnet rund 15,7 Milliarden US-Dollar, an. Diese Korrektur wird voraussichtlich im Geschäftsjahr 2026 zu einem Verlust führen, dem ersten Jahresverlust des Unternehmens seit fast sieben Jahrzehnten. Die Entscheidung unterstreicht einen wachsenden Trend in der Automobilindustrie, bei dem etablierte Hersteller ihre ambitionierten EV-Pläne neu bewerten.

Hondas Milliarden-Abschreibung und die EV-Strategie

Honda Motors, ein Unternehmen, das seit seiner Gründung im Jahr 1948 für Ingenieurskunst und Zuverlässigkeit steht, vollzieht eine dramatische strategische Neuausrichtung. Die angekündigte Abschreibung von 15,7 Milliarden US-Dollar ist eine direkte Folge der Anpassung der nordamerikanischen EV-Strategie. Diese Summe umfasst Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 820 Milliarden bis 1,12 Billionen Yen (etwa 4,5 bis 6,1 Milliarden Euro). Die gesamten finanziellen Auswirkungen, einschließlich zukünftiger Kosten, werden auf bis zu 2,5 Billionen Yen (rund 13,5 Milliarden Euro) geschätzt. Infolgedessen rechnet Honda für das am 31. März 2026 endende Geschäftsjahr mit einem Vorsteuerverlust von 310 bis 610 Millionen Yen (etwa 1,7 bis 3,3 Millionen Euro).

Im Zuge dieser Neuausrichtung streicht Honda drei geplante EV-Modelle für den US-Markt: den Honda 0 Saloon, den Honda 0 SUV und den Acura RSX Crossover. Alle drei Modelle sollten im Marysville Auto Plant in Ohio vom Band laufen. Zudem wurde der Acura ZDX, ein elektrisches SUV der Luxusmarke Acura, Ende 2025 eingestellt. Damit verbleibt Honda in den USA vorerst nur mit dem Prologue, einem in Partnerschaft mit General Motors entwickelten Elektrofahrzeug, im Angebot.

Branchenweiter Rückzug aus der EV-Euphorie

Honda ist nicht der einzige etablierte Automobilhersteller, der Milliardenverluste im Zusammenhang mit der Anpassung seiner EV-Portfolios hinnehmen muss. Der Rückzug aus der anfänglichen EV-Euphorie hat an Dynamik gewonnen, nachdem die US-Regierung im September 2025 die Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar für in den USA gebaute Elektrofahrzeuge im Rahmen des Inflation Reduction Act beendet hatte. Diese Subvention sollte sowohl die EV-Akzeptanz als auch die US-Automobilproduktion ankurbeln.

Seth Goldstein, ein EV-Analyst bei Morningstar, erklärte gegenüber Business Insider: "Viele Autohersteller investierten in ihre EV-Plattformen, um sich an die Subventionen anzupassen. Als diese im vergangenen September frühzeitig ausliefen, veranlasste dies die Autohersteller, ihre Investitionen und EV-Strategien anzupassen."

Weitere namhafte Hersteller haben ebenfalls erhebliche Abschreibungen vorgenommen:

  • Jeep-Hersteller Stellantis verbuchte eine Belastung von 26 Milliarden US-Dollar nach der Einstellung mehrerer EVs und Plug-in-Hybride.
  • Ford meldete im Dezember einen Verlust von 19,5 Milliarden US-Dollar und stornierte seinen F-150 Lightning.
  • General Motors verzeichnete eine Belastung von 6 Milliarden US-Dollar, da die Produktion seiner elf EV-Modelle gedrosselt wurde.
  • Volkswagen hatte ebenfalls eine Belastung von 5,7 Milliarden US-Dollar.

Insgesamt belaufen sich die angekündigten Abschreibungen der fünf Automobilgiganten auf 72,9 Milliarden US-Dollar, die mit Anpassungen des EV-Portfolios verbunden sind.

Gründe für die strategische Neuausrichtung

Hondas EV-Neuausrichtung resultiert aus zwei Hauptfaktoren: einem "ungünstigen Einfluss" durch Änderungen in der US-Zollpolitik, die das Geschäft mit Benzin- und Hybridfahrzeugen betreffen, sowie einem Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit in Asien. Insbesondere in China hat sich der Markt stark verändert. Dort haben sich die Prioritäten der Autokäufer von Hardware-Merkmalen wie Kraftstoffeffizienz und Innenraum auf softwarebasierte Funktionen verlagert, die sich kontinuierlich an Kundenpräferenzen anpassen.

Neue Hersteller von batterieelektrischen Fahrzeugen in China zeichnen sich durch kurze Produktentwicklungszyklen und Stärken in Software-Defined Vehicle (SDV)-Technologien, einschließlich fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme (ADAS), aus. Honda räumte ein, dass es in diesem schwierigen Wettbewerbsumfeld nicht in der Lage war, Produkte anzubieten, die ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als die neueren EV-Hersteller aufweisen, was zu einem Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit führte.

Hondas verbleibende EV-Pläne und Zukunftsaussichten

Trotz des aktuellen Rückzugs sehen Analysten dies nicht als vollständige Abkehr von Elektrofahrzeugen. Seth Goldstein merkte an: "Kein Autohersteller gibt Pläne auf, EVs als Teil seiner Produktpalette zu verkaufen." Er prognostiziert zwar einen Rückgang der EV-Verkäufe im Jahr 2026 aufgrund des Auslaufens der Steuergutschriften, erwartet aber eine Rückkehr zum Wachstum im Jahr 2027.

Auch etablierte Marken setzen darauf, dass kleinere, erschwinglichere Elektrofahrzeuge die Nachfrage wiederbeleben könnten. Toyota, Nissan, Ford, Chevrolet und Subaru haben alle Pläne zur Einführung günstigerer Elektromodelle in den USA angekündigt.

Honda selbst hat noch ein weiteres EV-Modell in der Pipeline für die USA: den Afeela, eine bildschirmintensive Limousine, die in Partnerschaft mit Sony entwickelt wurde und voraussichtlich bei rund 89.900 US-Dollar starten wird. Elektro-only-Hersteller wie Rivian mit seinem kommenden R2 und Teslas Cybercab treiben ebenfalls weiterhin neue Modelle voran, was die gesamten EV-Verkäufe ankurbeln könnte.