
Ikea trotzt globalem Abschwung: Massive Expansion in Indien geplant
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Der weltgrößte Möbelhändler Ikea sieht sich global mit einem Verkaufsrückgang konfrontiert und schließt Filialen in China. Gleichzeitig setzt das schwedische Unternehmen massiv auf Indien, das als "Prioritätsmarkt" für zukünftiges Wachstum und eine strategische Exportbasis gilt. Diese Neuausrichtung unterstreicht Ikeas langfristige Vision für den aufstrebenden indischen Markt.
Ikea setzt auf Indien als Wachstumsmotor
Ikea, bekannt für seine Möbel und Einrichtungsgegenstände, erlebt weltweit eine Verlangsamung der Verkaufszahlen. Während in wichtigen Märkten wie China Filialen geschlossen werden, konzentriert sich das Unternehmen verstärkt auf Indien. Patrik Antoni, CEO von Ikea Indien, bewirbt die Markteinführungen neuer Standorte aktiv in sozialen Medien und betont die Bedeutung Indiens als "Prioritätsmarkt".
Aktuell betreibt Ikea sechs Geschäfte in Indien. Das ehrgeizige Ziel ist es, innerhalb der nächsten fünf Jahre rund 30 Standorte zu eröffnen. Diese Expansion umfasst eine Mischung aus großen und kleinen Filialen sowie Abholpunkten für Online-Bestellungen, um die Marktdurchdringung zu erhöhen.
Indien wird von Ikea nicht nur als potenzieller großer Einzelhandelsmarkt betrachtet, sondern auch als mögliche Exportbasis. Diese Strategie wird durch das am 26. Januar finalisierte Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU zusätzlich gestärkt.
Strategische Bedeutung und Lokale Verankerung
Ein zentraler Pfeiler von Ikeas Indien-Strategie ist die Stärkung der lokalen Beschaffung. Derzeit stammen 30 Prozent der in Indien verkauften Produkte aus lokal bezogenen Rohstoffen. Ikea strebt an, diesen Anteil bis 2030 auf 50 Prozent zu erhöhen, wie Patrik Antoni mitteilte.
Dieses wachsende lokale Beschaffungsökosystem, kombiniert mit steigender Binnennachfrage und exportfreundlichen politischen Rahmenbedingungen, positioniert Indien als zunehmend strategischen Standort für Ikea. Antoni erklärte gegenüber CNBC in einem E-Mail-Interview: "Indien ist ein langfristiger Markt für uns, und wir bauen mit Blick auf die nächsten 100 Jahre." Er fügte hinzu, dass das Indien-EU-Handelsabkommen "eine starke wirtschaftliche Ausrichtung zwischen zwei wichtigen Märkten" signalisiere und Indiens Rolle "als Produktions- und Exportbasis innerhalb unseres globalen Netzwerks" stärken könnte.
Der indische Möbelmarkt im Fokus
Der indische Möbel- und Heimdekorationsmarkt wurde 2024 auf über 25 Milliarden US-Dollar geschätzt. Prognosen der vom indischen Handelsministerium unterstützten Organisation IBEF gehen davon aus, dass dieser Markt bis 2033 ein Volumen von 40,8 Milliarden US-Dollar erreichen wird.
Ikea selbst prognostiziert sogar ein noch schnelleres Wachstum und erwartet, dass der Markt bereits bis 2030 auf 48 Milliarden US-Dollar anwachsen wird. Das Unternehmen ist bestrebt, dieses Momentum zu nutzen und einen signifikanten Anteil an diesem expandierenden Markt zu gewinnen.
Globale Herausforderungen und Neuausrichtung
Global sind die Einzelhandelsumsätze von Ikea in den letzten zwei Jahren zurückgegangen. Im Geschäftsjahr, das am 31. August 2025 endete, sanken die Umsätze auf 44,6 Milliarden Euro (51,7 Milliarden US-Dollar) von 45,1 Milliarden Euro im Vorjahr. Europa macht dabei über 70 Prozent der Verkäufe aus, gefolgt von Nordamerika mit 17 Prozent und Asien mit rund 9 Prozent.
In China, einem weiteren wichtigen Markt, hat sich das Wachstum stark verlangsamt. Ikea schließt dort sieben großformatige Geschäfte, um sich auf kleinere Filialen zu konzentrieren. Ein schwacher Immobilienmarkt und der zunehmende Wettbewerb durch Online-Händler fordern ihren Tribut. Der schwedische Einzelhändler kündigte an: "Wir werden von einer skalenbasierten Expansion zu einer präzisionsorientierten Durchdringung übergehen."