Indien und Neuseeland: Historisches Freihandelsabkommen für zollfreien Handel

Indien und Neuseeland: Historisches Freihandelsabkommen für zollfreien Handel

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Indien und Neuseeland haben ein umfassendes Freihandelsabkommen (FTA) angekündigt, das einen Großteil des Warenhandels zwischen den beiden Nationen zollfrei gestalten soll. Die Vereinbarung, die nach neunmonatigen Verhandlungen zustande kam, wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des nächsten Jahres unterzeichnet und soll die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen erheblich stärken.

Historisches Abkommen für zollfreien Handel

Am 17. März 2025 bezeugten Premierminister Narendra Modi aus Indien und Premierminister Christopher Luxon aus Neuseeland den Austausch von Absichtserklärungen im Hyderabad House in Neu-Delhi. Die offizielle Ankündigung des Freihandelsabkommens erfolgte am darauffolgenden Montag, wobei die Unterzeichnung für die erste Hälfte des kommenden Jahres geplant ist. Das Abkommen soll nach einem Jahr überprüft werden.

Neuseelands Handels- und Investitionsminister Todd McClay erklärte, dass die historische Vereinbarung Zölle auf 95 % der neuseeländischen Exporte eliminiert oder reduziert. Fast 57 % der Exporte aus Neuseeland werden ab dem ersten Tag zollfrei in Indien sein, und dieser Anteil soll bei vollständiger Umsetzung auf 82 % steigen.

Kernpunkte des Freihandelsabkommens

Das Abkommen sieht vor, dass Neuseeland in den nächsten 15 Jahren 20 Milliarden US-Dollar in Indien investieren wird. Zudem wird die Mobilität von Fachkräften, qualifizierten Arbeitskräften und Studenten aus Indien nach Neuseeland ermöglicht. Indien sichert sich im Gegenzug einen "Nullzollmarkt" für alle seine Exporte nach Neuseeland, darunter:

  • Textilien und Bekleidung
  • Leder und Schuhe
  • Meeresprodukte
  • Edelsteine und Schmuck
  • Kunsthandwerk
  • Maschinenbauprodukte
  • Automobile

Indien wird Zölle auf Schaffleisch, Wolle, Kohle und über 95 % der Forst- und Holzexporte eliminieren. Neu-Delhi gewährt auch zollfreien Zugang für Milchprodukte und andere Lebensmittelzutaten, die für den Reexport bestimmt sind. Zum Schutz der heimischen Landwirtschaft und Industrie sind jedoch bestimmte Produkte wie Milchprodukte (Milch, Sahne, Käse, Joghurt, Molke, Kaseine), Kaffee, Zwiebeln, Zucker, Gewürze, Speiseöle und Kautschuk vom Marktzugang ausgeschlossen.

Wirtschaftliche Impulse und strategische Bedeutung

Indiens Handelsminister Piyush Goyal betonte, dass das Freihandelsabkommen den Handel um Menschen aufbauen und neue Möglichkeiten eröffnen werde. Es biete indischen Unternehmen und Jugendlichen die Chance, auf globaler Ebene zu lernen, zu arbeiten und zu wachsen. Ranjeet Mehta, CEO und Generalsekretär des indischen Industrieverbandes PHDCCI, hob hervor, dass das Abkommen politische Sicherheit biete und die Inputkosten für die Fertigung senke, was eine Vision für langfristige wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit schaffe.

Der bilaterale Warenhandel zwischen den beiden Ländern belief sich im Geschäftsjahr 2024-25 auf 1,3 Milliarden US-Dollar, während der gesamte Waren- und Dienstleistungshandel im Jahr 2024 bei 2,4 Milliarden US-Dollar lag. Das indische Handelsministerium erklärte, das FTA biete einen stabilen und vorhersehbaren Rahmen, um das volle Potenzial dieser Beziehung zu erschließen. Neuseelands Premierminister Luxon beschrieb das Abkommen als einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Beziehungen zu Indien.

Indiens Handelsstrategie im globalen Kontext

Das Freihandelsabkommen mit Neuseeland ist Indiens drittes in diesem Jahr, nach einem Abkommen mit dem Vereinigten Königreich im Juli und einem weiteren mit Oman Anfang des Monats. Es ist zudem das siebte FTA, das Indien in den letzten Jahren abgeschlossen hat, darunter Vereinbarungen mit EFTA-Ländern, den VAE, Australien und Mauritius. Indien, das eine Exportmacht werden möchte, diversifiziert seine Exporte, um die Auswirkungen der US-Zölle auszugleichen.

Die USA, Indiens größter Handelspartner, haben 50 % Zölle auf indische Warenexporte erhoben, einschließlich 25 % Zölle auf Indiens Käufe von russischem Öl. Nach Inkrafttreten dieser Zölle im August fielen Indiens Exporte in die USA im September um fast 12 % und im Oktober um 8,5 %, bevor sie im November ein starkes Wachstum von 22,6 % verzeichneten. Handelsgespräche mit den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union sind weiterhin im Gange.

Kontroverse und politische Meinungsverschiedenheiten

Trotz der positiven Einschätzungen der Regierungen stößt das Abkommen in Neuseeland auf Widerstand. Winston Peters, der Vorsitzende der Partei New Zealand First, kündigte an, dass seine Partei das Abkommen ablehnen werde. Er bezeichnete den Deal als "weder frei noch fair", "schnell", "minderwertig" und einen "schlechten Deal".

Peters argumentierte, das Abkommen bringe den Exporteuren nicht genug und mache "exzessive" Zugeständnisse bei der Einwanderung. Er kritisierte, dass es zu viel hergebe, insbesondere bei der Einwanderung, und nicht genug für die Neuseeländer zurückbekomme, auch nicht im Bereich der Milchprodukte. New Zealand First wird gegen die entsprechende Gesetzgebung stimmen, obwohl die Koalition die "agree to disagree"-Klausel angewendet hatte, als das Kabinett dem Deal letzte Woche zustimmte.

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