Inflationsbericht: US-Preise steigen auf 18-Monats-Hoch – Fed in der Zwickmühle

Inflationsbericht: US-Preise steigen auf 18-Monats-Hoch – Fed in der Zwickmühle

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Ein mit Spannung erwarteter Inflationsbericht, der am Donnerstag veröffentlicht wird, soll erstmals seit fast zwei Monaten wieder Einblicke in die Preisentwicklung in den USA geben. Experten prognostizieren einen leichten Anstieg der jährlichen Inflationsrate im November, was die Federal Reserve (Fed) vor eine komplexe Herausforderung stellt. Die aktuelle Inflationsrate liegt bereits einen Prozentpunkt über dem 2%-Ziel der Fed.

Inflationsbericht erwartet Anstieg im November

Ökonomen erwarten, dass die jährliche Inflationsrate im November 2025 auf 3,1% gestiegen ist, nach 3,0% im September. Dies wäre der höchste Wert seit Mai 2024 und würde bestätigen, dass der Fortschritt bei der Inflationsdämpfung ins Stocken geraten ist. Die Kerninflation, die volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, wird voraussichtlich bei 3,0% liegen und damit unverändert gegenüber September.

Dieser Anstieg der Verbraucherpreise fällt mit einer Zunahme der Inflation in den letzten Monaten zusammen, die durch eine Reihe von Zöllen von Präsident Donald Trump beeinflusst wurde. Diese Importzölle haben zu erhöhten Kosten für Unternehmen geführt, die diese teilweise an die Verbraucher weitergeben.

Auswirkungen des Regierungsstillstands auf die Datenlage

Die Veröffentlichung des Inflationsberichts für November war um fast eine Woche verzögert. Ein 43-tägiger Regierungsstillstand im Oktober und November beeinträchtigte die Datenerhebung erheblich. Das Bureau of Labor Statistics (BLS) hatte zuvor mitgeteilt, dass es keine vollständigen Daten für Oktober sammeln konnte, weshalb der Oktober-Bericht komplett entfiel.

Infolgedessen wird das BLS keine monatlichen prozentualen Veränderungen für die Gesamt- oder Kerninflation im November 2025 veröffentlichen, da die Oktober-Daten fehlen. Dies führt zu Zweifeln an der Vollständigkeit der November-Veröffentlichung und hinterlässt eine beispiellose Lücke in den Daten.

Preisentwicklungen bei Konsumgütern

Der Bericht wird detaillierte Informationen zu den jüngsten Preisbewegungen wichtiger Güter wie Kaffee, Rindfleisch und Eier liefern. Im September, dem letzten Monat, für den vollständige Daten verfügbar sind, stieg der Preis für Kaffee im Jahresvergleich um fast 19% und der Preis für Rindfleisch um etwa 15%.

Eine positive Nachricht für Verbraucher war der Rückgang des Eierpreises um fast 5% im September im Jahresvergleich. Experten weisen darauf hin, dass die Auswirkungen der Zölle auf die Preise für Konsumgüter allmählich durchschlagen, da Unternehmen anfängliche Puffer wie Lagerbestände aufgebraucht haben.

Herausforderungen für die US-Wirtschaft

Die neuesten Inflationsdaten erscheinen in einer instabilen Phase für die US-Wirtschaft, die von schleppender Arbeitsplatzschaffung und erhöhter Inflation geprägt ist. Zwei wichtige Wirtschaftsdaten, die Anfang der Woche veröffentlicht wurden, zeigten Warnsignale:

  • **Arbeitsmarkt:** Die USA schufen im November 64.000 neue Arbeitsplätze, ein deutlicher Rückgang gegenüber den 119.000 im September. Die Arbeitslosenquote stieg im November auf 4,6% von 4,4% im September und erreichte damit den höchsten Stand seit 2021.
  • Einzelhandelsumsätze: Die Einzelhandelsumsätze blieben im Oktober gegenüber September unverändert, was auf eine Stagnation der Konsumausgaben hindeutet, obwohl die Weihnachtszeit anläuft.

Die Zwickmühle der Federal Reserve

Die Federal Reserve steht vor einer Zwickmühle, da sie ein doppeltes Mandat erfüllen muss: die Inflation unter Kontrolle zu halten (Ziel 2%) und die maximale Beschäftigung zu fördern. Ihr primäres Instrument hierfür sind die Zinssätze. Letzte Woche senkte die Fed ihren Leitzins um einen Viertelprozentpunkt, um den schleppenden Arbeitsmarkt anzukurbeln. Dies war die dritte Zinssenkung in diesem Jahr, wodurch der Leitzins der Fed nun zwischen 3,5% und 3,75% liegt.

Obwohl die Zinssätze seit einem jüngsten Höchststand im Jahr 2023 deutlich gesunken sind, liegen die Kreditkosten immer noch deutlich über dem 0%-Niveau, das zu Beginn der COVID-19-Pandemie etabliert wurde. Fed-Chef Jerome Powell bezeichnete die Situation als "herausfordernd" und betonte, es gebe "keinen risikofreien Weg für die Politik, während wir diese Spannung zwischen unseren Beschäftigungs- und Inflationszielen navigieren."

Ausblick und Expertenmeinungen

Die Fed wird im nächsten Monat erneut zusammentreffen, um die Zinssätze anzupassen. Laut dem CME FedWatch Tool, einem Maß für die Marktstimmung, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinssätze unverändert bleiben, bei etwa 75%, während die Chancen für eine weitere Senkung um einen Viertelprozentpunkt bei 25% liegen.

Experten erwarten, dass sich die Inflation im nächsten Jahr beruhigen wird, da die Auswirkungen der Zollerhöhungen voraussichtlich nachlassen. Prognostiker von Wells Fargo Securities, unter der Leitung von Sarah House, erwarten, dass die Gesamtinflation bis zur ersten Hälfte des Jahres 2026 nahe 3,0% bleiben wird. Danach wird ein allmählicher Rückgang in Richtung 2% erwartet, angetrieben durch nachlassenden Zolldruck, einen weichen Arbeitsmarkt und solide Produktivitätsgewinne. Einige Analysten warnen jedoch, dass die November-Inflation aufgrund von Weihnachtsrabatten niedriger ausfallen könnte, was jedoch nur eine vorübergehende Schwäche wäre.

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