Iran-Gespräche gescheitert: US-Renditen steigen, Inflationssorgen wachsen

Iran-Gespräche gescheitert: US-Renditen steigen, Inflationssorgen wachsen

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Die gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und Iran haben die Märkte am Montag stark beeinflusst. Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen deutlich an, da die Unsicherheit über die Inflationsentwicklung und die Spannungen im Nahen Osten zunahmen. Insbesondere die Pläne zur Blockade der Straße von Hormus trüben die Aussichten.

Renditen von US-Staatsanleihen steigen nach Verhandlungsabbruch

Am Montag verzeichneten die Renditen von US-Staatsanleihen einen Anstieg, nachdem die Gespräche zwischen Iran und den USA ohne Einigung endeten. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe, die als Benchmark für Staatsverschuldung gilt, erhöhte sich um mehr als 1 Basispunkt auf 4,333 %.

Auch die Rendite der 2-jährigen Staatsanleihe, die stärker auf kurzfristige Zinsentscheidungen der Federal Reserve reagiert, stieg um mehr als 2 Basispunkte auf 3,8242 %. Die längerfristige 30-jährige Staatsanleihe verzeichnete einen Anstieg von weniger als 1 Basispunkt auf 4,923 %. Ein Basispunkt entspricht 0,01 %, wobei Renditen und Preise sich gegenläufig entwickeln.

Eskalation im Nahen Osten und die Straße von Hormus

Investoren reagieren auf die Ankündigung der USA, die Straße von Hormus zu blockieren. US-Präsident Trump erklärte am Sonntag auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social: "Mit sofortiger Wirkung wird die United States Navy, die Beste der Welt, damit beginnen, alle Schiffe zu BLOCKIEREN, die versuchen, die Straße von Hormus zu passieren."

Diese Maßnahme folgt auf das Scheitern der Verhandlungen zwischen Washington und Teheran am Wochenende, die keine Einigung zur Beendigung des Nahostkonflikts erzielen konnten. Die Straße von Hormus, die bereits am Freitag geschlossen war, bleibt ein kritischer Engpass für den Ölfluss und ein potenzieller "Choke Point".

Inflationsaussichten trüben sich ein

Die Renditen verarbeiten zudem die Inflationsdaten vom Freitag. Obwohl die Kernpreise weniger stark stiegen als befürchtet, erreichte der jüngste US-Verbraucherpreisindex (CPI) den höchsten Stand seit zwei Jahren. Dies schürt Bedenken, dass der Energieschock, der sich seit Beginn des Iran-Krieges manifestiert hat, sich auf andere Güter und Dienstleistungen ausbreiten könnte.

Der CPI sprang im März um 0,9 % an, der stärkste Anstieg seit fast vier Jahren, und lag in den zwölf Monaten bis März bei 3,3 %. Dies entsprach den Erwartungen der von Reuters befragten Ökonomen und wurde durch den kriegsbedingten Anstieg der Ölpreise sowie anhaltenden Zolldruck verursacht.

Brian Jacobsen, Chefökonom bei Annex Wealth Management, kommentierte die Daten: "Eine heiße Schlagzeile mit einem ruhigen Kern macht es zu einem Nicht-Ereignis." Er fügte hinzu: "Alle Sorgen um die Inflationszahl vom März werden von den Sorgen um das Wochenende und den Verlauf der Gespräche überschattet. Das wird den zukünftigen Inflationspfad bestimmen."

Analystenmeinungen: Gemischte Signale für Märkte

Analysten von SadaNews erwarten, dass das Scheitern der Verhandlungen die Marktstimmung belasten und die Nachfrage nach sicheren Anlagen stärken wird. Dies könnte eine Enttäuschung für Investoren sein, die in der Vorwoche nach der Ankündigung eines Waffenstillstands ihr Engagement in risikoreicheren Anlagen erhöht hatten.

Kyle Roda, Analyst bei Capital.com, sieht für US-Staatsanleihen ein Szenario mit einem schnellen Kaufrausch zu Beginn, gefolgt von Preisbewegungen in beide Richtungen, während die Märkte die Nachfrage nach sicheren Häfen mit Inflationsdaten abwägen. Die Fortsetzung dieser Nachfrage hänge vollständig vom Eröffnungsniveau der Ölpreise ab.

Roda betont: "Wenn die Ölpreise aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Straße von Hormuz steigen, werden die Inflationserwartungen schnell neu bewertet, was eine Untergrenze für die Anleiherenditen schafft." Saroh Chanana, Chief Investment Strategist bei Saxo Markets, bezeichnet das Scheitern der Gespräche als klaren Rückschlag, der die durch Erleichterung getriebene Handelswelle beenden könnte.

Richard Carter, Leiter der Fixed-Interest-Forschung bei Quilter Cheviot, merkte an, dass Präsident Trump mit den Inflationsdaten "nicht sehr erfreut sein wird" und angesichts seiner Kritik an Joe Bidens Umgang mit der Inflation "eher empfindlich auf einen so signifikanten Ausschlag reagieren" dürfte. Trump setze seine Hoffnungen auf die Einhaltung des Waffenstillstands, da bei unproduktiven Friedensgesprächen "ein echtes Risiko eines weiteren Anstiegs" bestehe.

Auswirkungen auf breitere Märkte und Ausblick

Analysten prognostizieren, dass der US-Dollar am Montag steigen könnte, nachdem er in der Vorwoche um 1,4 % gefallen war. Gleichzeitig werden Ölpreise voraussichtlich zulegen, während Aktien breite Rückgänge erleben könnten. Gold könnte eine erhöhte Nachfrage erfahren.

Mary Daly, Präsidentin der San Francisco Federal Reserve, erklärte in einem Interview mit Reuters, dass die Geldpolitik restriktiv genug sei, um den Inflationsdruck zu senken, ohne den Arbeitsmarkt zu untergraben. Der Ölschock durch den Krieg verlängere jedoch den Zeitrahmen, bis die Inflation das 2 %-Ziel der Zentralbank erreicht.

Ein genau beobachteter Teil der US-Treasury-Renditekurve, der die Spanne zwischen den Renditen von zwei- und zehnjährigen Staatsanleihen misst, lag bei positiven 51,4 Basispunkten. Die Märkte preisen eine 29,7 %ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung von mindestens 25 Basispunkten bei der Fed-Sitzung im Dezember ein. Investoren blicken nun auf die Daten zur Industrieproduktion für März, die frühe Anzeichen der Auswirkungen des Ölpreisanstiegs auf die US-Industrie zeigen könnten.