Jahresbonus in den USA: Warum weniger ankommt als erwartet

Jahresbonus in den USA: Warum weniger ankommt als erwartet

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Für viele US-Arbeitnehmer, die einen Jahresbonus für gute Leistungen erhalten, kann die Freude schnell getrübt werden. Ein erheblicher Teil des Bonusbetrags verschwindet oft, bevor er auf dem Konto landet, was zu Enttäuschung und potenziellen finanziellen Engpässen führen kann.

Die Steuerfalle: So setzt sich der Abzug zusammen

Ein beträchtlicher Teil eines Barbonus in den USA, bis zu einem Drittel, kann durch spezielle Steuerabzüge des IRS (Internal Revenue Service) aufgezehrt werden. Diese Abzüge betreffen sogenannte "zusätzliche Einkünfte" (supplemental income) und kommen zu den Medicare-, Social Security- und staatlichen Steuern hinzu. Der pauschale Bundessatz für Bonuszahlungen beträgt 22 % für zusätzliche Einkünfte unter 1 Million US-Dollar. Addiert man die Sozialversicherung (6,2 %), Medicare (1,45 %) und staatliche Steuern, beläuft sich der gesamte Abzug auf etwa 30 % bis 35 %.

Laut dem Workforce-Management-Softwareunternehmen Homebase kann dieser pauschale Bundeseinbehalt von 22 % sogar höher sein als der reguläre Steuersatz eines Arbeitnehmers. Wenn jemand normalerweise 12 % Steuern zahlt, sei es "schmerzhaft, 22 % vom Bonus verschwinden zu sehen."

Warum der Bonus zur finanziellen Belastung werden kann

Viele Amerikaner planen ihre Ausgaben für die Feiertage, als würden sie den vollen Bonusbetrag erhalten, anstatt den Bonus abzüglich der Steuern. Dies kann zu finanziellen Schwierigkeiten führen, wie Kevin Knull, CEO von TaxStatus, einem Anbieter von IRS-Daten für Finanzberater, erklärt. Ein Bonus von 10.000 US-Dollar für Fluglotsen mit perfekter Anwesenheit während eines Regierungsstillstands sei beispielsweise in Wirklichkeit kein Bonus von 10.000 US-Dollar. Nach Abzug der pauschalen 22 % Bundessteuer, 6,2 % Sozialversicherungssteuer und 1,45 % Medicare-Steuer reduziert sich der Bonus auf etwas über 7.000 US-Dollar, und staatliche Einkommenssteuern können noch hinzukommen.

Knull betont, dass all dies sofort abgezogen wird und an "Uncle Sam" geht. Er merkt an, dass "etwa 48 % der Bevölkerung unterschätzen, wie viel sie an Steuern zahlen. Einkommenssteuern fressen einen großen Teil der Gehaltsschecks auf." Wer den gesamten "10.000-Dollar-Bonus" ausgegeben hat, hat demnach etwa 3.000 US-Dollar zu viel ausgegeben. Experten weisen zudem darauf hin, dass ein Bonus Arbeitnehmer in eine höhere Steuerklasse verschieben kann, wenn sie bereits nahe an der Grenze liegen.

Gute Nachrichten und Fallstricke

Es gibt auch eine positive Seite: Wenn die tatsächliche Steuerlast auf den Bonus unter dem Einbehaltungssatz von 22 % liegt, erhalten Arbeitnehmer eine Steuerrückerstattung für die Differenz. Dieser Betrag wird entweder zurückgezahlt oder auf die fälligen Steuern für andere Einkünfte angerechnet. Boni werden bei der endgültigen Steuererklärung als reguläres Einkommen besteuert. Allerdings muss man bis zur Einreichung der Steuererklärung warten, um das Geld zurückzuerhalten.

Auf der anderen Seite, wenn die tatsächliche Steuerlast auf den Bonus höher ist als der Einbehaltungssatz von 22 %, schuldet man die Differenz zwischen dem einbehaltenen Betrag und der gesamten Steuerlast.

Strategien zur Steueroptimierung des Bonus

Um die Steuerlast auf den Bonus zu minimieren, gibt es Möglichkeiten zur Optimierung. Kay Bell von der Finanzprodukte-Vergleichsseite Bankrate empfiehlt, einen Teil des Geldes in den Altersvorsorgefonds einzuzahlen, falls die Beiträge für das 401(k) oder IRA für das Jahr noch nicht maximiert wurden. Solche Beiträge sind einkommensteuerfrei, wobei spätere Abhebungen versteuert werden. Dies kann das zu versteuernde Gesamteinkommen für die Steuersaison reduzieren.

Mehr als nur Zahlen: Die emotionale Seite der Bonuszahlung

Neben den rein finanziellen Aspekten spielt auch die Art und Weise, wie Boni kommuniziert werden, eine Rolle für die Mitarbeiterzufriedenheit. In einigen US-Unternehmen werden Bonus- und Gehaltserhöhungsbeträge in persönlichen Videoanrufen mit Vorgesetzten mitgeteilt. Dies kann für Mitarbeiter, die über Jahre hinweg sinkende Boni und Gehaltserhöhungen unterhalb der Inflationsrate erhalten haben, eine demütigende Erfahrung sein, selbst bei hervorragenden Leistungsbeurteilungen. Die Diskrepanz zwischen der Anerkennung der Leistung und der tatsächlichen finanziellen Vergütung kann zu Frustration führen.

Steigende Kosten und der Druck auf Haushalte

Die Auswirkungen eines gekürzten Bonus werden durch den allgemeinen Anstieg der Lebenshaltungskosten in den USA noch verstärkt. Eine Analyse von Groundwork Collaborative, The Century Foundation und AFT zeigt, dass beliebte Weihnachtsgeschenke im Durchschnitt 26 % teurer geworden sind als im Vorjahr – fast das Neunfache der allgemeinen Inflationsrate. Insbesondere Heim- und Küchenartikel verteuerten sich um 38 %, Elektronik um 34 %, Kleidung, Schuhe und Accessoires um 20 % und Spielzeug und Spiele um 17 %.

Diese Preissteigerungen belasten die Haushalte erheblich. Eine Umfrage von Data for Progress ergab, dass über zwei Drittel der Wähler in den USA wegen der Weihnachtsausgaben gestresst sind. Mehr als 40 % der Familien kaufen weniger Geschenke, fast ein Drittel beschenkt weniger Personen, und über 10 % greifen auf ihre Ersparnisse zurück. Das Konsumklima erreichte den zweitniedrigsten Stand seit 1952, was den finanziellen Druck auf die Familien verdeutlicht.

Jahresendplanung: Wohltätigkeit und Steueränderungen

Auch im Bereich der wohltätigen Spenden gibt es in den USA wichtige Änderungen zu beachten. Das kürzlich verabschiedete "One Big Beautiful Bill Act" (OBBBA) sieht ab 2026 zwei wesentliche Änderungen vor, die die Steuervorteile für zukünftige Spenden reduzieren werden. Für Steuerzahler, die ihre Abzüge detailliert auflisten, wird ab 2026 ein Teil der Spende, der 0,5 % des bereinigten Bruttoeinkommens (AGI) entspricht, nicht mehr abzugsfähig sein. Bei einem AGI von 500.000 US-Dollar bedeutet dies beispielsweise, dass die ersten 2.500 US-Dollar der Spenden nicht mehr abgesetzt werden können.

Zusätzlich wird der Steuervorteil für Steuerzahler in der höchsten Grenzsteuerklasse begrenzt. Während im Jahr 2025 jeder abzugsfähige Spenden-Dollar etwa 37 % an Bundessteuern einspart, wird dieser Vorteil ab 2026 effektiv auf 35 % begrenzt. Diese Änderungen können zusammen die steuerliche Abzugsfähigkeit von Spenden erheblich reduzieren. Daher sollten Steuerzahler, die größere Spenden planen, in Betracht ziehen, diese noch im Jahr 2025 zu tätigen, um die aktuellen Steuervorteile zu nutzen. Diese neuen Regelungen betreffen jedoch nur diejenigen, die ihre Abzüge detailliert auflisten und nicht die Standardabzüge geltend machen.

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