
Jared Kushners Affinity Partners zieht sich aus Paramounts WBD-Bieterkampf zurück
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Jared Kushners Private-Equity-Firma Affinity Partners hat ihre Beteiligung an Paramounts Übernahmeangebot für Warner Bros. Discovery (WBD) beendet. Diese Entwicklung markiert einen weiteren Wendepunkt im intensiven Bieterkampf um den Medienkonzern, bei dem Paramount ein feindliches Angebot gegen Netflix' ursprüngliche Offerte unterbreitet hat.
Affinity Partners beendet Beteiligung an Paramounts WBD-Angebot
Affinity Partners, die in Florida ansässige Private-Equity-Firma von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von Ex-Präsident Donald Trump, wird sich nicht an der Finanzierung von Paramounts 108 Milliarden US-Dollar schwerem Angebot für Warner Bros. Discovery beteiligen. Ursprünglich wurde erwartet, dass Affinity 200 Millionen US-Dollar investieren würde, ein vergleichsweise geringer Anteil an der Gesamtsumme.
Ein Sprecher von Affinity Partners bestätigte gegenüber verschiedenen Nachrichtenagenturen das Ende der Beteiligung. "Die Dynamik der Investition hat sich seit unserem ursprünglichen Engagement im Oktober erheblich verändert", so der Sprecher. "Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass Paramounts Angebot eine starke strategische Begründung hat."
Der Bieterkampf um Warner Bros. Discovery
Der Rückzug von Affinity Partners ist die jüngste Entwicklung im Bieterkampf um Warner Bros. Discovery. Anfang Dezember hatte Netflix die Übernahme von WBD zu einem Eigenkapitalwert von 72 Milliarden US-Dollar angekündigt, was 27,75 US-Dollar pro Aktie entsprach.
Wenige Tage später startete Paramount ein feindliches Übernahmeangebot von 30 US-Dollar pro Aktie für alle WBD-Anteile. Paramount-CEO David Ellison forderte die WBD-Aktionäre auf, ihre Aktien anzudienen und sich für Paramount statt Netflix zu entscheiden. Er kritisierte die Berater von WBD in einem Brief vom 10. Dezember, da sie Paramounts Angebot nicht die gleiche Behandlung wie dem von Netflix zukommen ließen, und bezeichnete den Verkaufsprozess als "opak".
Paramounts feindliches Übernahmeangebot und seine Unterstützer
Paramounts Angebot, das auch Kabelnetzwerke wie CNN umfasst, die Netflix von seinem Gebot ausgeschlossen hatte, zielt darauf ab, das Management von Warner Bros. Discovery zu umgehen und die Aktionäre direkt anzusprechen. Paramount, das CBS, MTV und den Streamingdienst Paramount+ besitzt, ist deutlich kleiner als Netflix.
Die Entscheidung, das Management zu umgehen, erfolgte, nachdem dieses "nie sinnvoll" auf frühere Angebote von Paramount reagiert hatte. Paramounts Gebot wird weiterhin von Staatsfonds aus Saudi-Arabien, Katar und Abu Dhabi unterstützt. Zuvor hatte Paramount bereits eine 1 Milliarde US-Dollar schwere Finanzierung von Chinas Tencent Holdings zurückgezogen, da Bedenken hinsichtlich nationaler Sicherheitsfragen bei US-Regulierungsbehörden aufkamen.
Bedenken bei Warner Bros. Discovery
Warner Bros. Discovery prüft derzeit Paramounts Angebot und bereitet sich darauf vor, seinen Aktionären zu empfehlen, das feindliche Übernahmeangebot von Paramount Skydance abzulehnen. Berichten zufolge bestehen Bedenken hinsichtlich der Finanzierung, der regulatorischen Unsicherheit und der Gesamtstruktur des Angebots.
Ein zentrales Problem ist die Finanzierung, die teilweise durch Eigenkapitalzusagen eines Trusts abgesichert ist, der das Vermögen von Larry Ellison, dem Software-Milliardär und Vater von Paramount Skydance CEO David Ellison, verwaltet. Da dieser Trust widerrufbar ist, könnten Vermögenswerte jederzeit abgezogen werden, was bei WBD Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Finanzierung aufwirft.
Die Rolle politischer Verbindungen
Die Präsenz von Donald Trump, dem Schwiegervater von Jared Kushner, spielt in diesem Deal eine Rolle. Trump hat langjährige Verbindungen zu Larry Ellison, der Paramounts Gebot unterstützt. Obwohl Trump Netflix und seinen Co-CEO Ted Sarandos öffentlich lobte, äußerte er auch, dass eine Kombination aus Netflix und WBD aufgrund ihrer Größe "ein Problem" darstellen könnte.
Paramount argumentierte in seinem Appell an die Aktionäre, dass sein Angebot unter einer möglichen Trump-Regierung eher die regulatorische Prüfung bestehen könnte. Kushners Rückzug nimmt Paramount jedoch einen möglichen Vorteil, Trump für sich zu gewinnen. Trump selbst kritisierte kürzlich die Ellisons wegen seiner Behandlung durch CBS News' "60 Minuten" und kommentierte auf Truth Social: "Wenn das Freunde sind, möchte ich meine Feinde nicht sehen!"
Die Aktienkurse spiegeln die Dynamik wider: Paramounts Aktienkurs ist in den letzten fünf Tagen um mehr als 5 % gefallen, seit Jahresbeginn jedoch um 32 % gestiegen. Der Aktienkurs von WBD ist seit Jahresbeginn um etwa 170 % gestiegen.