
JBS Greeley: Lohnstreik beendet – Neue Vereinbarung sichert Gehaltserhöhungen bis 2028
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Nach wochenlanger Unsicherheit haben sich JBS USA und die Gewerkschaft UFCW Local 7 auf einen neuen Tarifvertrag für das Fleischverarbeitungswerk in Greeley, Colorado, geeinigt. Die Vereinbarung, die am 12. April bekannt gegeben wurde, beendet einen mehrwöchigen Streik und soll den Betrieb der Anlage wieder normalisieren. Rund 3.800 Mitarbeiter sind von diesem neuen Tarifvertrag betroffen.
Einigung nach Streik bei JBS in Greeley
Der Streik im JBS-Werk in Greeley begann am 16. März, nachdem die Arbeiter ihre Arbeit niedergelegt hatten. Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen stimmten die Mitarbeiter am 4. April zu, die Arbeitsniederlegung zu beenden. Die nun erzielte Einigung soll die Stabilität im Swift Beef Co. Werk, einem der größten Fleischverarbeitungsbetriebe der Nation, wiederherstellen.
JBS USA äußerte sich erfreut über die erzielte Einigung und betonte sein Engagement für die langfristige Rentabilität des Greeley-Werks und die dort tätigen Mitarbeiter. Das Unternehmen ist der größte Arbeitgeber in Greeley, einer Stadt mit etwa 114.000 Einwohnern.
Details der Lohnvereinbarung
Der neue Tarifvertrag läuft bis April 2028 und basiert auf dem "wirtschaftlichen Rahmen" des letzten Angebots von JBS vor dem Streik. Er sieht eine gestaffelte Erhöhung der Grundlöhne vor:
- $0.70 bei Ratifizierung
- $0.40 im Juli 2026
- $0.40 im Juli 2027
Zusätzlich erhalten die Mitarbeiter Bonuszahlungen:
- Eine einmalige Zahlung von $750 bei Ratifizierung
- Eine weitere einmalige Zahlung von $500 im April 2027
Die Berechtigung für die Boni setzt voraus, dass die Mitarbeiter zum Zeitpunkt der Ratifizierung und der jeweiligen Zahlung beschäftigt sind. Eine Quelle berichtet von einer "bemerkenswerten 33%igen Lohnerhöhung über zwei Jahre", die der neue Vertrag bietet. Rückwirkende Zahlungen sind in der Vereinbarung nicht vorgesehen.
Die Pensionsfrage: Ein Streitpunkt
Ein zentraler Punkt der Verhandlungen war die Pensionsregelung, die im neuen Greeley-Vertrag nicht enthalten ist. Die Mitarbeiter bleiben stattdessen im bestehenden 401(k)-Plan des Werks. JBS USA zeigte sich "enttäuscht" darüber, dass die Führung von UFCW Local 7 die Gelder, die für eine Pensionsleistung vorgesehen gewesen wären, stattdessen in höhere kurzfristige Lohnerhöhungen umgeleitet hat.
Das Unternehmen wies darauf hin, dass ein nationaler Vertrag, der letztes Jahr zwischen JBS und UFCW International für andere US-Standorte ausgehandelt wurde, eine historische Pensionsleistung enthielt. JBS erklärte, das Ziel sei stets gewesen, ein wettbewerbsfähiges Paket anzubieten, das Familien heute unterstützt und gleichzeitig die Altersvorsorge für die Zukunft schützt.
Weitere Vertragsbestandteile und Kontext
Der Vertrag beinhaltet auch wichtige Bestimmungen zum Schutz der Arbeitnehmer:
- Das Unternehmen ist verpflichtet, die Kosten für persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen.
- Die Mitarbeiter werden vor steigenden Gesundheitskosten geschützt.
Als Teil der Vereinbarung wird UFCW Local 7 sieben "angebliche unfaire Arbeitspraktiken (ULP)"-Anschuldigungen gegen JBS zurückziehen. Der Streik in Greeley war der erste Streik in einem US-Schlachthof seit dem Hormel-Werk in Minnesota im Jahr 1985, der über ein Jahr dauerte und von gewaltsamen Konfrontationen geprägt war. JBS ist das weltweit größte Fleischverpackungsunternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 17 Milliarden US-Dollar.
Stimmen der Beteiligten
Kim Cordova, Präsidentin der lokalen Gewerkschaft UFCW Local 7, kommentierte die Einigung mit den Worten: "Die Arbeiter haben bei extremem Wetter gestreikt, weil sie ihren Wert kannten und sich weigerten, respektlos behandelt zu werden. Heute wurde dieses Opfer belohnt." Sie fügte hinzu: "Das ist es, wie Gewerkschaftsmacht aussieht."
JBS USA bekräftigte sein Engagement für die langfristige Rentabilität des Greeley-Werks und die dort tätigen Mitarbeiter. Das Unternehmen freue sich darauf, "Stabilität wiederherzustellen, seine Belegschaft zu unterstützen und weiterhin in die Greeley-Anlage für die Zukunft zu investieren."