
Jim Cramer: Warum Procter & Gamble sein Top-Pick ist – auch als "Tech-Aktie
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Jim Cramer, der bekannte Moderator von "Mad Money" und Leiter des Investing Clubs, hat Procter & Gamble (P&G) als seinen bevorzugten Portfolio-Wert identifiziert. Trotz der derzeitigen Zurückhaltung gegenüber dem Konsumgütersektor sieht Cramer ein attraktives Setup für langfristig orientierte Anleger. Er betont, dass P&G eine Diversifikationsmöglichkeit in einem von KI und Megacap-Tech-Aktien dominierten Markt bietet.
Jim Cramer setzt auf Procter & Gamble
Jim Cramer bezeichnete Procter & Gamble am Dienstag während des Morning Meetings für Investing Club-Mitglieder als seine "Lieblingsaktie". Er sieht das Unternehmen, das hinter Marken wie Tide, Crest und Gillette steht, als zunehmend attraktiv für langfristige Investitionen. Ein Hauptgrund dafür ist die aktuelle Bewertung der P&G-Aktie.
Die Aktien von P&G sind im Jahresverlauf um 10,5 % gefallen, was Cramer als Chance interpretiert. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwas über dem 20-fachen der Schätzungen für die nächsten zwölf Monate handelt P&G laut Cramer zu einem der günstigsten Multiplikatoren, die er für das Unternehmen in Erinnerung hat.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der bevorstehende CEO-Wechsel im Januar. Shailesh Jejurikar, ein langjähriger Unternehmensveteran und bisheriger Chief Operating Officer, wird die Führung übernehmen. Jim Cramer erwartet, dass Jejurikar eine Umstrukturierung einleiten wird, um den Umsatz zu beschleunigen und das Geschäft neu zu beleben. Cramer kommentierte im Dezember Monthly Meeting: "Man möchte bei einem neuen CEO bei Procter & Gamble von Anfang an dabei sein", da er erwartet, dass Jejurikars Strategien zu einem höheren Aktienkurs führen werden.
Kurzfristige Herausforderungen, langfristiges Potenzial
Obwohl Jim Cramer optimistisch ist, räumt er ein, dass sich die Lage kurzfristig verschlechtern könnte, bevor sie sich bessert. Während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2026 am 24. Oktober teilte das Management von P&G den Anlegern mit, dass das nächste Quartal das "schwächste Wachstumsquartal des Jahres" sein werde. Stärkeres Wachstum wird jedoch für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres 2026 erwartet.
Sollte dieses Szenario eintreten, könnte die Aktie laut Cramer stagnieren. Sollte das kommende Quartal jedoch nicht so schlecht ausfallen wie befürchtet, "dann wird die Aktie abheben und nie wieder zurückblicken", erklärte er im Monthly Meeting. Cramers Überzeugung basiert auf P&Gs starker historischer Erfolgsbilanz. Das erste Quartal des Geschäftsjahres markierte das 40. Quartal in Folge mit organischem Umsatzwachstum und das 10. Jahr in Folge mit Wachstum des Kern-Gewinns pro Aktie (EPS).
Der CFO von Procter & Gamble, Andre Schulten, beschrieb den US-Markt kürzlich als den "volatilsten, den wir seit langem gesehen haben". Jeff Marks, Director of Portfolio Analysis für den Club, wies jedoch darauf hin, dass ein schwierigeres US-Umfeld bereits in der Prognosespanne des Unternehmens berücksichtigt sei. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet P&G ein organisches Umsatzwachstum von flach bis zu 4 % gegenüber dem Vorjahr und ein Kern-EPS-Wachstum von flach bis zu 4 % im Jahresvergleich.
Makroökonomische Rückenwinde und Dividendenstärke
Das wirtschaftliche Umfeld könnte sich ebenfalls als Rückenwind für P&G erweisen. Da die Produkte des Unternehmens täglich genutzt werden, kann P&G in allen makroökonomischen Umfeldern bestehen. Niedrigere Kreditkosten und sinkende Ölpreise, die zu niedrigeren Benzinpreisen führen, tragen dazu bei, dass sich die Verbraucher finanziell besser aufgestellt fühlen. Ein schwacher Dollar macht P&Gs Produkte zudem in Übersee wettbewerbsfähiger. Diese Faktoren tragen zur De-Risking der Aktie bei.
Während Anleger auf eine Trendwende warten, werden sie durch Dividenden entlohnt. Procter & Gamble gilt als "Dividendenaristokrat", eine Auszeichnung für Unternehmen, die ihre Dividenden seit mindestens 25 aufeinanderfolgenden Jahren erhöht haben. P&G hat dies seit 69 Jahren in Folge getan. Bei den aktuellen Aktienkursen bietet P&G eine jährliche Dividendenrendite von etwa 2,9 %. Das Management plant zudem Aktienrückkäufe im Wert von 5 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2026.
P&G: Ein "Tech-Wert" der anderen Art
In einer überraschenden Einschätzung bezeichnete Jim Cramer P&G in der "Mad Money"-Sendung vom 16. Dezember als seine "Lieblings-Tech-Aktie". Er erklärte: "Wenn Sie mich fragen, welche Tech-Aktie ich im Moment mag, genau hier, werde ich Ihnen sagen, dass meine Lieblings-Tech-Aktie Procter and Gamble ist." Cramer hebt hervor, dass P&G jährlich über 2 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung neuer Produkte investiert und somit als "Haus der Innovation" fungiert.
Cramer zieht eine klare Linie zwischen Unternehmen, die Technologie nutzen, und denen, die sie herstellen. P&G hat beispielsweise Künstliche Intelligenz (KI) erfolgreich eingesetzt, um seine Lieferkette zu optimieren und Millionen von Dollar einzusparen. Cramer ist der Ansicht, dass P&G und ähnliche Unternehmen "erstaunliche Technologie kaufen können, die ihnen hilft, Kosten zu senken" und "neue Produkte viel schneller als je zuvor auf den Markt zu bringen". Er betonte am Montagabend in "Mad Money": "In diesem verrückten Markt wollen Sie diejenigen, die die Technologie nutzen, nicht diejenigen, die sie herstellen."
Danaher: Ein weiterer Favorit abseits des Mainstreams
Neben Procter & Gamble richtete Jim Cramer am 15. Dezember im Rahmen seines monatlichen Club-Meetings seine Aufmerksamkeit auch auf Danaher (DHR). Er bezeichnete das Unternehmen als eine von sieben "out-of-favor" Aktien, die man kaufen sollte. Nach einer längeren Phase allgemein negativer Performance sieht der Gesundheitswert nun "bereit für einen Höhenflug".
Danaher, das Werkzeuge und Technologien für Pharma-, Biotech- und Medizintechnikunternehmen liefert, hatte in der Post-Covid-Periode zu kämpfen. Das Unternehmen hat sich jedoch in den letzten sechs Monaten erholt und über 12 % zugelegt. Wells Fargo bestätigte diese Erholung, hob sein Kursziel für Danaher von 230 auf 240 US-Dollar an und erwartet für das nächste Jahr mehr organisches Wachstum in der Life-Sciences-Tools-Branche. Cramer argumentiert, dass jetzt ein guter Zeitpunkt zum Kauf ist, insbesondere wenn der Preis erneut fallen sollte.