JPMorgan warnt vor 60% Tesla-Kurssturz: Rekordinventar belastet

JPMorgan warnt vor 60% Tesla-Kurssturz: Rekordinventar belastet

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JPMorgan warnt Tesla-Investoren vor erheblichen Schwierigkeiten, nachdem das Unternehmen enttäuschende Lieferzahlen für das erste Quartal 2026 gemeldet hat. Ein Rekordbestand an unverkauften Fahrzeugen und sinkende Verkaufszahlen belasten die finanzielle Lage des Elektroautoherstellers. Analyst Ryan Brinkman bekräftigte seine pessimistische Einschätzung für die Tesla-Aktie.

JPMorgan prognostiziert deutlichen Kursrückgang für Tesla-Aktie

JPMorgan-Analyst Ryan Brinkman hat seine "Underweight"-Einstufung für Tesla (TSLA) bekräftigt und ein Kursziel von 145 US-Dollar bis zum Jahresende ausgegeben. Dies würde einen Rückgang von rund 60 % gegenüber den Kursen vom Montag bedeuten, die bei etwa 354 US-Dollar lagen. Brinkman rät Investoren, bei der Tesla-Aktie vorsichtig zu bleiben.

Die Erwartungen an die Performance von Tesla seien über alle Finanz- und Leistungskennzahlen hinweg bis zum Ende des Jahrzehnts eingebrochen. Dennoch sei der TSLA-Aktienkurs um 50 % gestiegen und die Kursziele der Analysten um 32 % erhöht worden. Dies deutet laut Brinkman darauf hin, dass der Markt eine scharfe Wende zu einer wesentlich besseren Performance jenseits dieses Jahrzehnts einpreist.

Enttäuschende Lieferzahlen im ersten Quartal 2026

Tesla meldete für das erste Quartal 2026 die Auslieferung von 358.000 (genau 358.023) Fahrzeugen. Diese Zahl lag 4 % unter dem Analystenkonsens und 7 % unter der JPMorgan-Prognose von 385.000 Auslieferungen. Auch die Schätzung von UBS von 345.000 Auslieferungen wurde verfehlt.

Die Lieferzahlen fielen zudem um 14 % gegenüber dem vierten Quartal 2025, obwohl sie im Jahresvergleich einen Anstieg von 6,3 % verzeichneten. UBS hatte bereits am 19. März eine "Sell"-Einstufung für die Tesla-Aktie beibehalten und eine eigene pessimistische Prognose veröffentlicht.

Rekordhoher Lagerbestand belastet Free Cashflow

Ein zentraler Punkt der pessimistischen Einschätzung von JPMorgan ist der rekordhohe Bestand an unverkauften Fahrzeugen. Tesla produzierte im ersten Quartal 2026 über 50.363 Fahrzeuge mehr, als es auslieferte. Dies stellt den größten Lageraufbau in einem einzelnen Quartal dar.

Der geschätzte Gesamtbestand an Fahrzeugen erreichte damit einen Rekordwert von rund 164.000 Einheiten. Brinkman merkte an, dass dieser "Rekordanstieg an unverkauften Fahrzeugen die Probleme beim Free Cashflow verschärft". Er warnte, dass dies in Kombination mit höheren Investitionsausgaben im Jahr 2026 den Free Cashflow erheblich unter Druck setzen wird.

Gewinnprognosen nach unten korrigiert

Angesichts der schwachen Lieferzahlen und des hohen Lagerbestands hat JPMorgan seine Gewinnprognosen für Tesla gesenkt. Die Schätzung für den Gewinn pro Aktie (EPS) im ersten Quartal wurde von 0,43 US-Dollar auf 0,30 US-Dollar reduziert. Für das Gesamtjahr 2026 wurde die EPS-Prognose von 2,00 US-Dollar auf 1,80 US-Dollar korrigiert.

Die Tesla-Aktie (TSLA) ist im bisherigen Jahresverlauf um 20 % gefallen und ist damit der schlechteste Performer unter den sogenannten "Magnificent Seven".

Herausforderungen im Nachfragemarkt und steigender Wettbewerb

Tesla sieht sich mit mehreren Herausforderungen im Nachfragemarkt konfrontiert. Das Auslaufen der staatlichen Elektrofahrzeug-Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar Ende letzten Jahres hat die heimische Nachfrage gedämpft. Zudem verteuern hohe Zinsen die Fahrzeugfinanzierung.

Analyst Brinkman wies darauf hin, dass die Produktion von Tesla seit dem ersten Quartal 2023 um 80 % gestiegen ist, das Unternehmen jedoch in diesem Zeitraum 15 % weniger Autos verkauft. Tesla sieht sich auch einem zunehmenden Wettbewerb von Herstellern wie BYD, Mercedes-Benz, GM und Ford gegenüber, die ihre EV-Produktpaletten ebenfalls vorantreiben. Auch im Bereich der Energiespeicher gab es einen Rückgang: Die Installationen sanken im Jahresvergleich um 15 % auf 8,8 GWh, der erste Rückgang seit dem zweiten Quartal 2022.

Zukunftshoffnungen: Robotaxis und humanoide Roboter

Der Optimismus vieler Tesla-Bullen basiert auf zukünftigen Produkten und Initiativen. CEO Elon Musk prognostiziert, dass 2026 ein wichtiges Jahr wird, mit dem geplanten Start der Cybercab-Produktion – Teslas Robotaxi ohne Lenkrad – noch in diesem Monat. Musk treibt zudem den humanoiden Roboter Optimus voran, dessen Einsatz für repetitive Aufgaben in Fabriken bis Jahresende angestrebt wird.

Ryan Brinkman räumte ein, dass das Ausführungsrisiko für diese Produkte gesunken sei. Er wies jedoch darauf hin, dass der Einstieg in höhervolumige, preisgünstigere Segmente erhebliche Nachfrage- und Wettbewerbsrisiken birgt.

Diskrepanz zwischen Aktienkurs und operativer Leistung

Trotz des Rückgangs der Autoverkäufe und der Tatsache, dass die Auslieferungsvolumina von Tesla bereits Anfang Juni 2022 ihren Höhepunkt erreichten, ist der Aktienkurs seitdem um etwa 50 % gestiegen. Diese Diskrepanz zwischen Aktienkurs und jüngster operativer Leistung deutet darauf hin, dass die Wall Street eine noch nicht eingetretene Erzählung einpreist. Investoren setzen ihre Hoffnungen auf Initiativen wie Robotaxis und humanoide Robotik, während die Autoverkäufe zurückgehen.

JPMorgan ist der Meinung, dass Anleger bei der Tesla-Aktie weiterhin Vorsicht walten lassen sollten.

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