
KI-Aktien im Fokus: Kaufgelegenheiten trotz Marktschwankungen
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Der Markt für Künstliche Intelligenz (KI) hat in jüngster Zeit einige Turbulenzen erlebt, insbesondere nach den jüngsten Quartalsergebnissen von Oracle und Broadcom. Diese Entwicklungen führten zu einem Rückgang der Aktienkurse im KI-Sektor, schaffen aber gleichzeitig potenzielle Kaufgelegenheiten für Anleger. Während Oracle aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Finanzierung eines 300 Milliarden US-Dollar schweren Cloud-Computing-Deals von OpenAI unter Druck geriet, sanken die Broadcom-Aktien trotz starker KI-Verkäufe aufgrund von Margensorgen und einem vorherigen starken Kursanstieg.
IREN: Lösung für das Energie-Engpass-Problem
Iren (NASDAQ: IREN), ein australischer KI-Spezialist, konzentriert sich auf die Lösung des Energie-Engpasses in Rechenzentren. Das Unternehmen bewirbt seine Rechenzentren als zu 100 % mit erneuerbarer Energie betrieben. Ein kürzlich abgeschlossener Fünfjahresvertrag über 9,7 Milliarden US-Dollar mit Microsoft unterstreicht das Potenzial des Unternehmens.
Trotz einer Kapitalerhöhung durch Wandelanleihen in Höhe von 2,3 Milliarden US-Dollar, die kurzfristig zu einer Verwässerung der Anteile führte, diente ein Teil des Geldes der Tilgung von Schulden zu ungünstigeren Konditionen, um langfristig eine bessere Finanzierung zu erreichen. Die Aktie von Iren ist seit ihrem Höchststand Anfang November um fast 50 % gefallen, was angesichts der Tatsache, dass die Probleme von Oracle und Broadcom in keiner Weise mit Iren zusammenhängen, als Überreaktion erscheint. Iren erwartet bis Ende des Geschäftsjahres 2026 einen jährlichen wiederkehrenden Umsatz von 3,4 Milliarden US-Dollar, gegenüber 16,4 Millionen US-Dollar im Geschäftsjahr 2025 aus KI-Cloud-Diensten.
Alphabet: Stärke in digitaler und physischer KI
Alphabet (GOOGL, GOOG) ist ein führendes Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, sowohl im digitalen als auch im physischen Bereich. Das Unternehmen profitiert von seinen Online-Werbeeinnahmen und seinem Cloud-Computing-Angebot, die derzeit ein attraktives Umsatzwachstum aufweisen. Wall-Street-Analysten wie Brian Nowak von Morgan Stanley sehen für Alphabet ein Bull-Case-Kursziel von 415 US-Dollar pro Aktie, was einem potenziellen Marktwert von 5 Billionen US-Dollar im Jahr 2026 entspricht.
Alphabet passt sich erfolgreich an die sich ändernde Landschaft an, indem es eigene generative KI-Funktionen wie AI Overviews und AI Mode integriert. CEO Satya Nadella (Microsoft) merkte an, dass diese Innovationen zu höheren Suchanfragen geführt haben. Die neue Gemini-Anwendung von Alphabet erreichte kürzlich 650 Millionen monatliche Nutzer. Google Cloud, der drittgrößte öffentliche Cloud-Anbieter, gewinnt durch seine Stärke in der Künstlichen Intelligenz allmählich Marktanteile.
Nvidia und Taiwan Semiconductor: Die Infrastruktur-Giganten
Nvidia (NASDAQ: NVDA) bleibt ein Top-Pick im KI-Bereich, da seine Grafikprozessoren (GPUs) die bevorzugte Wahl für nahezu jedes Unternehmen in diesem Sektor sind. Das Unternehmen verzeichnete im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (endend am 26. Oktober) ein Umsatzwachstum von 62 %. Das Management prognostiziert für die Kalenderjahre 2025 und 2026 Einnahmen von 500 Milliarden US-Dollar aus seinen Flaggschiff-Rechenzentrums-GPU-Produkten Blackwell und Rubin. Nvidia erwartet, dass die jährlichen globalen Investitionen in Rechenzentren bis 2030 3 bis 4 Billionen US-Dollar erreichen werden.
Taiwan Semiconductor Manufacturing (NYSE: TSM) spielt eine entscheidende Rolle als Auftragsfertiger für Chiphersteller wie Nvidia. Als "fabless" Unternehmen entwerfen Nvidia und seine Konkurrenten die Chips, lagern die Produktion jedoch an Gießereien wie Taiwan Semiconductor aus. Dies positioniert TSMC neutral im KI-Wettrüsten, da das Unternehmen von erhöhten Ausgaben profitiert, unabhängig davon, welche Recheneinheiten verwendet werden. Im dritten Quartal stieg der Umsatz von TSMC im Jahresvergleich um 41 % in US-Dollar.
Datadog: Observability für KI-Anwendungen
Datadog (DDOG) unterstützt Unternehmen bei der Analyse ihrer IT-Systeme, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Das Management hat sich stark auf die Unterstützung der KI-Branche mit seinen Observability-Tools konzentriert. Das Unternehmen zählt 500 KI-native Unternehmen zu seinen Kunden und über 5.000 Kunden (von insgesamt 32.000) nutzen seine KI-Integrationen zur Verfolgung generativer KI-Anwendungen. KI-native Kunden machten im letzten Quartal 12 % des Umsatzes aus, gegenüber 6 % im Vorjahr.
Im letzten Quartal verzeichnete Datadog ein Umsatzwachstum von 28 %, und die verbleibenden Leistungsverpflichtungen stiegen um 53 %, was auf weiterhin starke Ergebnisse hindeutet. Die Aktie ist nach traditionellen Bewertungsmaßstäben nicht günstig, mit einem Forward-Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 75 und einem Enterprise Value-to-Sales-Verhältnis von knapp 15. Das Unternehmen wächst jedoch schnell und profitiert von zwei großen säkularen Trends: der Cloud-Migration und generativen KI-Anwendungen.
Microsoft: Zentraler Akteur im KI-Ökosystem
Microsoft (MSFT) ist mit seiner Azure-Plattform, einer der Hauptumgebungen für das Training und den Einsatz großer KI-Modelle, einschließlich derer von OpenAI, ein zentraler Akteur im KI-Sektor. Die Azure-Umsätze stiegen im Quartal Juli bis September 2025 um 40 % und übertrafen die Erwartungen. Die Nachfrage nach KI-Kapazitäten ist so stark, dass die knappe Versorgung bis mindestens Juni 2026 anhalten könnte, so Microsoft.
Im Oktober 2025 reorganisierte sich OpenAI als Public Benefit Corporation, und Microsoft besitzt nun eine Beteiligung von etwa 27 %, die mit 135 Milliarden US-Dollar bewertet wird. Im Rahmen dieses Deals erklärte sich OpenAI bereit, im Laufe der Zeit rund 250 Milliarden US-Dollar für Azure auszugeben, obwohl es nun größere Flexibilität bei der Nutzung anderer Cloud-Anbieter hat. Microsoft plant, KI-Funktionen in seine eigenen Produkte zu integrieren, darunter Microsoft 365 Copilot und GitHub Copilot. Analysten wie Michael Turrin von Wells Fargo setzen das Kursziel für Microsoft auf 700 US-Dollar pro Aktie, was einem potenziellen Marktwert von 5,1 Billionen US-Dollar entspricht. Anfang Dezember 2025 handelte Microsoft bei rund 477,73 US-Dollar pro Aktie, mit einem Marktwert von etwa 3,85 Billionen US-Dollar und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 36,7.
Expertenstimmen und Marktausblick
Der KI-Sektor zieht weiterhin große Aufmerksamkeit auf sich, auch wenn Bill Gates auf der Abu Dhabi Finance Week am 8. November 2025 warnte, dass nicht alle Unternehmen mit hohen Bewertungen am Ende als Gewinner hervorgehen werden. Er betonte, dass KI eine "tiefgreifende Technologie ist, die die Welt neu gestalten wird", aber auch, dass "einige von ihnen untergehen werden", was die wachsende Besorgnis der Anleger über Überbewertungen widerspiegelt.
Ben Powell von BlackRock äußerte sich am 8. November 2025 gegenüber CNBC und sagte, dass das KI-Infrastruktur-Ökosystem, einschließlich Chiphersteller sowie Energie- und Kupferkabelanbieter, am meisten von den laufenden Investitionen profitieren wird. Er sprach von einem "Capex-Superboom", der durch die hohen Investitionen der Hyperscaler angetrieben wird, um im KI-Bereich führend zu bleiben. Die Europäische Zentralbank (EZB) mahnte in ihrem Finanzstabilitätsbericht 2025 Ende November zur Vorsicht und hob die konzentrierte Exposition bei US-Hyperscalern wie Nvidia, Alphabet, Microsoft und Meta hervor. Obwohl die Bewertungen durch starke Gewinne gestützt werden, warnte die EZB, dass sich die Marktstimmung drastisch ändern könnte, wenn die Wachstumserwartungen stagnieren.