
KI-Blase: Khosla setzt auf API-Aufrufe, nicht Aktienkurse
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Der renommierte Venture Capitalist Vinod Khosla schlägt eine unkonventionelle Methode vor, um eine potenzielle KI-Blase zu bewerten: Statt auf Aktienkurse zu achten, sollten API-Aufrufe als entscheidender Indikator für die tatsächliche Nutzung und Nachfrage von Künstlicher Intelligenz dienen. Diese Perspektive steht im Kontrast zur hitzigen Debatte unter Wirtschaftsführern und Investoren über die Überbewertung des Sektors.
Vinod Khoslas unkonventioneller Blick auf die KI-Blase
Vinod Khosla, bekannt für seine Investitionen in Unternehmen wie OpenAI, DoorDash und Block, betont, dass Aktienkurse "nichts mit irgendetwas anderem als Angst und Gier unter Investoren" zu tun haben. Er schlägt vor, Blasen anhand der Anzahl der API-Aufrufe (Application Programming Interface) zu messen. API-Aufrufe sind der Prozess, bei dem eine Softwareanwendung eine Nachricht an eine andere sendet, um Daten anzufordern oder eine Aktion auszulösen, und gelten als gängiger Indikator für die Nutzung digitaler Tools, insbesondere von KI-Agenten.
Khosla vergleicht diese Metrik mit dem Internet-Traffic, den er während der Dot-Com-Blase in den 1990er Jahren als Benchmark nutzte. Er ist der Ansicht, dass die "tatsächliche Nutzung, Nützlichkeit und Nachfrage nach KI" nicht durch eine Blase bei API-Aufrufen gekennzeichnet sein wird. "Was die Wall Street damit macht, ist mir egal. Ich denke, es ist größtenteils irrelevant", so der 70-jährige VC.
Die geteilte Meinung zur KI-Überbewertung
Die Sorge vor einer Überbewertung der KI-Branche durch massive Investitionen war in der zweiten Jahreshälfte 2025 ein dominantes Thema. Laut einer AlphaSense-Analyse tauchte der Begriff "KI-Blase" zwischen Oktober und Dezember 2025 in 42 Gewinnmitteilungen und Investorenkonferenz-Transkripten auf, was einem Anstieg von 740 % gegenüber dem Vorquartal entspricht.
Die Meinungen führender Wirtschaftsvertreter sind gespalten:
- Microsoft-Mitbegründer Bill Gates äußerte Ende Oktober, dass KI zwar einen extrem hohen Wert habe, sich aber dennoch in einer Blase befinde. Er warnte, dass einige Unternehmen ihre Ausgaben für Rechenzentren mit zu hohen Stromkosten bereuen könnten.
- "Big Short"-Investor Michael Burry warnte Anfang des Monats in einem Substack-Austausch vor einer KI-Blase. Er kritisierte, dass Unternehmen wie Microsoft und Alphabet Billionen für Mikrochips und Rechenzentren verschwenden, die schnell obsolet werden könnten und "keinen klaren Weg zur Nutzung durch die Realwirtschaft" hätten.
- Nvidia-CEO Jensen Huang hingegen wies Bedenken einer Blase zurück. Er erklärte im Oktober gegenüber Bloomberg TV, dass KI Teil eines Übergangs von einer alten Art des Computings sei und dass die Fähigkeit der KI, "Tokens und Intelligenz zu generieren, für die es sich lohnt zu zahlen", ausreichend gut geworden sei.
Nvidia: Profiteur und Gradmesser des KI-Booms
Nvidia hat dank der hohen Nachfrage von KI-Firmen nach GPUs starke Finanzergebnisse geliefert. In den jüngsten Zahlen machten die Rechenzentrums-Einnahmen etwa 90 % des Gesamtumsatzes aus, was Nvidias KI-getriebenes Wachstum unterstreicht. Das Unternehmen wurde im Oktober zum weltweit ersten Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 5 Billionen US-Dollar.
Die Aktie handelt um das 46-fache der nachlaufenden Gewinne, was die Bewertungen hoch, aber im Vergleich zu Wettbewerbern wie AMD immer noch attraktiv macht. Während der Management-Backlog von 500 Milliarden US-Dollar bis 2026 bemerkenswert ist, bleiben Fragen, wie stark Nvidia noch wachsen kann, falls sich der Markt abkühlt. Einige Investoren befürworten Dollar-Cost Averaging (DCA), um das Risiko zu steuern, anstatt eine einmalige große Investition zu tätigen.
Herausforderungen und Sicherheitsbedenken der KI-Innovation
Die rasante Entwicklung der KI bringt auch ernsthafte Sicherheitsbedenken und rechtliche Herausforderungen mit sich. Neue Klagen behaupten, dass OpenAI's ChatGPT, insbesondere das GPT-4o-Modell, zu einem wahnhaften Zustand beigetragen hat, der zum Tod eines Sohnes und seiner Mutter führte. Die Kläger behaupten, OpenAI-Führungskräfte hätten vor der Einführung von Mängeln gewusst und dass die Nachrichten des Bots dazu drängten, der KI mehr als Menschen zu vertrauen.
Acht Klagen wegen widerrechtlicher Tötung richten sich gegen OpenAI und Microsoft, wobei die Produktfehler als Gefahr für die öffentliche Gesundheit bezeichnet werden. Bedenken hinsichtlich KI-Psychosen und Manipulation nehmen zu, was zu Einschränkungen der Chatbot-Nutzung in einigen Staaten führt und die Debatte über die Rechenschaftspflicht für KI-bedingte Schäden anheizt.
Im Bereich der Hardware wurden auf der CES 2026 neue Innovationen vorgestellt:
- Plaud präsentierte das NotePin S, ein KI-Wearable mit zwei Mikrofonen, einem Gewicht von 0,6 Unzen und einer Reichweite von 9,8 Fuß. Es verfügt über einen versenkten Aufnahmeknopf und eine neue "Press-to-Highlight"-Funktion für präzisere KI-Zusammenfassungen.
- Der chinesische Hersteller Haining Toall enthüllte das "Paper"-Tablet, ein rekordverdächtig dünnes Android-Gerät mit 3,1 mm Dicke (im Vergleich zum iPad Pro M5 mit 5,1 mm). Das 13-Zoll-Gerät mit AMOLED-Display bietet zwei USB-C-Anschlüsse und einen Mini-HDMI-Anschluss. Es ist mit 256 GB oder 512 GB Speicher erhältlich und startet bei 1.500 US-Dollar, wobei die Akkulaufzeit ohne Hülle etwa 3 Stunden beträgt.
Khoslas weitreichende Visionen für die Zukunft der KI
Vinod Khosla, Mitbegründer von Sun Microsystems und indisch-amerikanischer Venture Capitalist, teilt seit über einem Jahrzehnt weitreichende Prognosen zur Transformation unserer Welt durch Technologie. Er ist überzeugt, dass wir uns noch am Anfang dieser Reise befinden, aber jedes Jahr näher an die Realisierung seiner Ideen rücken.
Zu seinen bemerkenswertesten Vorhersagen gehören:
- Gesundheitswesen: Bereits 2012 prognostizierte Khosla, dass Maschinen etwa 80 % der Aufgaben von Ärzten übernehmen werden, sodass sich Menschen auf den menschlichen Aspekt der Pflege konzentrieren können, der Empathie erfordert. Er glaubt, dass Datenwissenschaft und Software in den nächsten zehn Jahren mehr für die Medizin leisten werden als alle Biowissenschaften zusammen.
- OpenAI-Investment: Im Jahr 2018 investierte Khosla als erster VC-Investor in OpenAI, da er voraussah, dass KI die Struktur unserer Gesellschaft verändern würde. Das schnelle Wachstum von ChatGPT zeigt, wie schnell KI skalieren kann und dass ihre globale Akzeptanz schneller erfolgte als bei vielen früheren Technologien.
- Demokratisierung der Programmierung: Khosla prognostizierte vor fast zwei Jahren, dass es über eine Milliarde Programmierer geben wird, die in natürlicher Sprache "codieren".
- Weitere Innovationen: Seine Visionen umfassen auch Durchbrüche in sauberer Energie, wie Fusionskraft und superheiße Geothermiesysteme, sowie Mach-5-Flugzeuge, die die Reisezeit zwischen New York und London auf 90 Minuten verkürzen könnten. Zudem glaubt er, dass jedes Kind eines Tages Zugang zu einem personalisierten KI-Tutor haben wird.
Khosla fasst seine Philosophie mit dem Aufruf zusammen, kühn zu denken: "Ignoriert die Experten und erfindet die Zukunft, die ihr wollt."