KI-Boom: Goldman Sachs sieht solide Finanzierung, Apple vor Wandel

KI-Boom: Goldman Sachs sieht solide Finanzierung, Apple vor Wandel

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Die jüngsten Kursrückgänge bei hochfliegenden Unternehmen wie CoreWeave Inc. haben am Markt für Nervosität gesorgt. Doch Goldman Sachs Asset Management ist überzeugt, dass der breitere Handel mit Künstlicher Intelligenz (KI) strukturell solide bleibt. Die Befürchtungen einer schuldengetriebenen Blase seien fehl am Platz, da der Großteil des massiven Infrastrukturaufbaus im Sektor durch robuste Unternehmens-Cashflows und nicht durch riskante Kreditaufnahmen finanziert werde.

KI-Investitionen: Solide Finanzierung statt Schuldenblase

Sung Cho, Co-Leiter des Bereichs Public Tech Investing bei Goldman Sachs, betont, dass die Finanzierung der KI-Infrastruktur bis 2026 gesund ist. Er schätzt, dass die Branche in den nächsten Jahren zwischen 700 Milliarden und 1 Billion US-Dollar für den Ausbau der KI-Infrastruktur benötigt. Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass 90 % dieser Summe durch Schulden finanziert werden, stellt Cho klar: "Es sind wirklich nur 10 %, die durch Schulden finanziert werden. 90 % werden durch operative Cashflows finanziert."

Große Akteure wie Meta Platforms Inc. verfügen über Kreditratings, die denen der US-Regierung überlegen sind, was die Stabilität des Marktkerns weiter untermauert. Diese solide finanzielle Basis ist entscheidend für das nachhaltige Wachstum der KI-Branche.

CoreWeave und Oracle: Einzelfälle statt Systemrisiko

Der jüngste Kurssturz von CoreWeave, der als "atemberaubender Absturz" bezeichnet wurde, sowie Bedenken bezüglich Oracle Corp. werden von Goldman Sachs als Ausreißer und nicht als systemische Indikatoren eingestuft. Sung Cho beschreibt diese Situationen als "Ausläufer" ("tails"), die vielleicht nur 2-3 % des gesamten schuldenfinanzierten Bildes ausmachen. Diese spezifischen Unternehmen stehen laut Cho nicht vor einem Nachfrageproblem, sondern vor Engpässen in der Lieferkette, die ihre Bereitstellung behindern.

Die Aktie von CoreWeave fiel an einem Dienstag um 3,94 % auf 69,50 US-Dollar und verzeichnete in den letzten fünf Handelstagen einen Rückgang von 23,34 %. Dennoch war sie seit ihrer Notierung Anfang des Jahres um 78,21 % gestiegen. Im November stürzte der Kurs sogar um 45,3 % ab, nachdem er zuvor bis zu 300 % zugelegt hatte. Das Unternehmen wird mit einer Marktkapitalisierung von rund 38 Milliarden US-Dollar bewertet, was mehr als dem Siebenfachen des erwarteten Umsatzes für 2025 entspricht, ohne dass Gewinne erwartet werden. CoreWeave selbst meldete Rekordumsätze im dritten Quartal und einen Auftragsbestand von über 55 Milliarden US-Dollar, was die "beispiellose Nachfrage nach KI" widerspiegelt. Nvidia-CEO Jensen Huang bestätigte ebenfalls, dass die Nachfrage nach Rechenleistung "exponentiell wächst". Ein wachsendes Hindernis für die Expansion von Rechenzentren ist jedoch die Stromversorgung.

Dynamik in der KI-Führungsrolle

Abseits der Finanzierungsmechanismen hebt Sung Cho signifikante Verschiebungen in der Anlegerstimmung hinsichtlich der KI-Führungsrolle hervor. Während Meta und später OpenAI einst als dominant galten, sehen Investoren derzeit Alphabet Inc.s Gemini als das führende Frontier-Modell. Diese Wahrnehmung trug dazu bei, dass Google in den letzten drei Monaten einen Marktkapitalisierungsgewinn von 1 Billion US-Dollar verzeichnen konnte. Cho warnt jedoch, dass eine solche "Modellvolatilität" unter den Top-Akteuren wahrscheinlich anhalten wird.

Apple im KI-Zeitalter: Führungswechsel und Strategie

Auch Apple steht vor wichtigen strategischen Weichenstellungen im KI-Bereich. Tim Cook, 65, könnte Berichten zufolge bereits nächstes Jahr als CEO zurücktreten, obwohl Bloomberg News und Wedbush davon ausgehen, dass er mindestens bis Ende 2027 im Amt bleiben wird, um Apple durch den "Schlüsselübergang der KI-Technologie" zu führen. J.P.Morgan schätzt, dass Cook seit 2011 die Marktkapitalisierung des Unternehmens von unter 400 Milliarden US-Dollar auf 4 Billionen US-Dollar steigerte und die Aktienkurse sich in seiner Amtszeit verzwanzigfachten.

Trotz Cooks Erfolgen bei Produkten wie Apple Watch und AirPods äußerten einige Investoren Bedenken, dass Apple im KI-Bereich ins Hintertreffen gerät. Die Verzögerung der Einführung einer KI-gestützten Version von Siri und die damit verbundene weniger überzeugende Suite von KI-Tools, genannt Apple Intelligence, wurden kritisiert. Jüngste Neueinstellungen lassen jedoch hoffen, dass 2026 "endlich das Jahr sein wird, in dem Apple tatsächlich in die KI-Revolution eintritt", so Wedbush. Als möglicher Nachfolger für Cook wird John Ternus gehandelt, der seit 2001 im Unternehmen ist.

Erwähnte Persönlichkeiten