KI-Hype am Aktienmarkt: Investoren in eigener Realität?

KI-Hype am Aktienmarkt: Investoren in eigener Realität?

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Aktieninvestoren scheinen in einer Parallelwelt zu leben, in der Künstliche Intelligenz (KI) alles überstrahlt und Bedrohungen sicher ignoriert werden können, so Erik Gordon, Professor für Unternehmertum an der University of Michigan's Ross School of Business. Der Markt zeige sich unbeeindruckt von Kriegen im Nahen Osten, Inflation, hohen Ölpreisen und Zehntausenden von Arbeitsplatzstreichungen.

Die "eigene Realität" des Marktes

Gordon zufolge hat der Markt eine eigene Realität geschaffen, in der nur Unternehmen mit "AI" im Namen von Bedeutung sind. Diese Beobachtung kommt zu einer Zeit, in der der S&P 500 in diesem Monat um mehr als 10 % auf Allzeithochs gestiegen ist. Dies geschieht, obwohl der US-Iran-Krieg den internationalen Handel und die Energieflüsse stört, Ölpreise auf Vierjahreshochs katapultiert und das globale Wirtschaftswachstum sowie die Inflation bedroht.

Das Phänomen Allbirds

Ein prägnantes Beispiel für diese Entwicklung ist das Unternehmen Allbirds. Der Sneaker-Hersteller kündigte kürzlich eine Neuausrichtung auf die Bereitstellung von KI-Infrastruktur unter dem Namen NewBird AI an. Daraufhin stieg der Aktienkurs des Unternehmens an einem einzigen Tag um fast 600 %. Gordon kommentierte dies kritisch: "Wenn Ihr Unternehmen, das gestern noch Schnee von gestern war, abstürzt und Sie Leute dazu bringen können, zu glauben, dass es heute eine Investition wert ist, indem Sie behaupten, ein KI-Unternehmen zu sein, erhalten Sie den 2026 PT Barnum Award." Er fügte hinzu, dass es "Extrapunkte gibt, wenn man weit hinter echten KI-Unternehmen liegt, die über fortschrittliche Technologie und Milliarden verfügen, um diese fortschrittlich zu halten."

Makroökonomische Realitäten vs. Marktperformance

Neben geopolitischen Spannungen und steigenden Ölpreisen haben Technologieunternehmen Zehntausende von Mitarbeitern entlassen. Viele begründen dies damit, dass KI es ihnen ermöglicht, schlanker zu werden. Solche zunehmenden Arbeitsplatzverluste könnten die Haushaltsbudgets belasten, die Konsumausgaben drosseln und die Unternehmensgewinne schmälern. Der Markt scheint diese potenziellen Auswirkungen jedoch weitgehend zu ignorieren.

Skeptiker warnen vor einer Blase

Erik Gordon ist nicht der einzige Skeptiker des aktuellen KI-Booms.

  • Michael Burry, bekannt aus "The Big Short", warnte auf seinem Substack, dass große Technologieunternehmen ein langsameres Wachstum verzeichnen, übermäßig in KI-Ausrüstung investieren, ihre Gewinne aufblähen, ihre Aktionäre verwässern und zirkuläre Verträge miteinander unterzeichnen, um den Hype am Leben zu erhalten.
  • Jeremy Grantham, Mitbegründer der Investmentfirma GMO, bezeichnete KI als "offensichtlich eine Blase", die früher oder später platzen werde.
  • Gordon selbst äußerte bereits im Januar gegenüber Business Insider, die "KI-Blase sei so groß wie der Planet Jupiter" und es werde "überall Trümmer geben", sobald sie platzt. Im August warnte der Professor vor einer "Blase der Größenordnung einer Überbewertung" und befürchtete, dass bei einem Platzen "mehr Investoren leiden werden als beim Dotcom-Crash, und ihr Leid schmerzhafter sein wird."

Befürworter sehen nachhaltiges Wachstum

Andere Investoren teilen diese Bedenken jedoch nicht.

  • Ross Gerber und Kevin O'Leary äußerten, sie seien nicht besorgt über eine Blase.
  • Sie argumentieren, dass KI messbare Produktivitätssteigerungen liefert und das schnelle Wachstum von Einnahmen und Gewinnen bei Unternehmen wie Nvidia antreibt.

Ob Erik Gordon mit seiner Einschätzung, dass der Aktienmarkt von der Realität abgekoppelt ist, Recht hat oder ob Investoren die aktuellen Turbulenzen überwinden und zukünftige, immense Renditen aus der KI korrekt einpreisen, wird sich erst mit der Zeit zeigen.

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