KI-Markt 2026: Investoren fordern Differenzierung zwischen Spendern und Monetarisierern

KI-Markt 2026: Investoren fordern Differenzierung zwischen Spendern und Monetarisierern

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Der KI-Markt steht 2026 vor einer signifikanten Neuausrichtung. Nach einer Achterbahnfahrt von Tech-Verkäufen und -Rallyes Ende 2025, befeuert durch zirkuläre Deals, Schuldenemissionen und hohe Bewertungen, wachsen die Bedenken hinsichtlich einer KI-Blase. Diese Volatilität könnte ein frühes Zeichen dafür sein, wie sich KI-Investitionen entwickeln werden, da Anleger genauer darauf achten, wer Geld ausgibt und wer es verdient.

Der KI-Markt vor einer Neuausrichtung 2026

Bislang schien jedes Unternehmen im KI-Bereich zu gewinnen, doch der Markt befindet sich noch in den Anfängen, so Stephen Yiu, Chief Investment Officer beim Blue Whale Growth Fund. Er betont, dass Investoren, insbesondere Privatanleger, die über ETFs in KI investieren, bisher nicht ausreichend zwischen Unternehmen mit einem Produkt, aber ohne Geschäftsmodell, solchen, die Bargeld für KI-Infrastruktur verbrennen, und jenen, die von KI-Ausgaben profitieren, unterschieden haben. Eine solche Differenzierung wird für den Markt entscheidend sein.

Drei Kategorien von KI-Unternehmen

Stephen Yiu identifiziert drei Hauptkategorien von Unternehmen im KI-Sektor:

  • Private Unternehmen oder Startups: Dazu gehören Akteure wie OpenAI und Anthropic, die in den ersten drei Quartalen 2025 beeindruckende 176,5 Milliarden US-Dollar an Risikokapital anzogen, wie Daten von PitchBook zeigen.
  • Börsennotierte KI-Ausgeber (AI Spenders): Große Tech-Namen wie Amazon, Microsoft und Meta gehören zu dieser Gruppe. Sie tätigen erhebliche Investitionen in KI-Infrastruktur.
  • KI-Infrastrukturfirmen (AI Infrastructure Firms): Unternehmen wie Nvidia und Broadcom sind die Empfänger dieser Ausgaben und profitieren direkt von den Investitionen der Big Tech-Firmen. Nvidia tätigte beispielsweise den größten Kauf seiner Geschichte, indem es Vermögenswerte des Chip-Startups Groq für rund 20 Milliarden US-Dollar erwarb.

Investoren fordern Differenzierung

Der Blue Whale Growth Fund bewertet Unternehmen anhand ihres Free Cash Flow Yields, um die Rechtfertigung von Bewertungen zu prüfen. Yiu merkt an, dass die meisten Unternehmen der "Magnificent 7" seit ihren massiven KI-Investitionen mit einem erheblichen Aufschlag gehandelt werden. Er würde sich, trotz seines Glaubens an die transformative Kraft der KI, nicht in die "AI Spenders" positionieren, sondern bevorzugt Unternehmen, die von den KI-Ausgaben profitieren.

Julien Lafargue, Chief Market Strategist bei Barclays Private Bank and Wealth Management, sieht die "KI-Blase" auf spezifische Segmente konzentriert und nicht auf den gesamten Markt verteilt. Das größere Risiko liege bei Unternehmen, die Investitionen aus dem KI-Boom erhalten, aber noch keine Gewinne erzielen – beispielsweise einige Unternehmen im Bereich des Quantencomputings. Hier scheine die Positionierung der Anleger eher von Optimismus als von greifbaren Ergebnissen getrieben zu sein, was die Notwendigkeit der Differenzierung unterstreicht.

Rasante Adaption und beeindruckende Renditen

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 78 % der Unternehmen nutzen KI mittlerweile in mindestens einer Geschäftsfunktion, ein deutlicher Anstieg von 55 % im Vorjahr. Dies ist eine der schnellsten Technologieadaptionsraten der letzten Jahrzehnte. Die Nutzung von generativer KI ist von 33 % im Jahr 2023 auf 71 % im Jahr 2024 gestiegen, was das wachsende Vertrauen in diese fortschrittlichen Fähigkeiten zeigt.

Der globale KI-Markt wird derzeit auf rund 391 Milliarden US-Dollar geschätzt und Analysten prognostizieren eine Verfünffachung in den nächsten fünf Jahren. Unternehmen berichten von einem 3,7-fachen ROI für jeden in generative KI und verwandte Technologien investierten Dollar. Die USA führen die globalen KI-Investitionen an, mit privaten KI-Finanzierungen von 109,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024. Dies ist fast das Zwölffache der 9,3 Milliarden US-Dollar Chinas und das 24-fache der 4,5 Milliarden US-Dollar Großbritanniens. 92 % der Unternehmen planen, in den nächsten drei Jahren in generative KI zu investieren, was auf eine anhaltende Beschleunigung hindeutet.

KI in der Fertigungsindustrie: Monetarisierung durch "Critical Mass"

Im Fertigungssektor ist KI nicht nur ein Schlagwort, sondern ein potenzieller Umsatzmotor. Für 2026 prognostiziert die National Association of Manufacturers (NAM) ein Wachstum von 1-4 % in 16 von 18 Branchen. Die Frage ist nicht, ob KI eingeführt werden soll, sondern wie sie effektiv monetarisiert werden kann.

Bill May betont, dass KI allein keine nachhaltigen Gewinne liefern wird. Sie benötigt die "kritische Masse" menschlicher Weisheit, um zu gedeihen. Dies bedeutet, die Rohintelligenz der KI mit menschlichem Wissen und Erfahrung zu verbinden. Eine Studie des Institute for Supply Management zeigt, dass der Fertigungssektor 2025 mehrere aufeinanderfolgende Monate der Kontraktion erlebte, wobei Personalabbau Management-, Führungs- und technische Rollen am stärksten traf.

Die Monetarisierung von KI beginnt mit der Diagnose von Lücken. KI-gesteuerte Analysetools, wie prädiktive Wartungssoftware von Siemens oder IBM Watson, können Terabytes von Sensordaten verarbeiten, um Ineffizienzen zu identifizieren und potenzielle Umsatzlecks in Millionenhöhe vorherzusagen. Ohne die "kritische Masse" menschlicher Expertise bleiben diese Erkenntnisse jedoch ungenutzt. Organisationen mit dieser kritischen Masse sehen einen ROI innerhalb von 6-9 Monaten, während andere Gefahr laufen, am Start zu scheitern.

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