
KI-Training für Job-Sicherheit: Ein Investmentanalyst bereitet sich vor
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Alexander Vasylenko, ein Finanzanalyst bei einem großen Stahlproduzenten, investiert seine Freizeit in das Training von Künstlicher Intelligenz. Seine Motivation ist klar: Er möchte auf die Zeit vorbereitet sein, in der KI seine Aufgaben als Investmentanalyst übernehmen könnte. Diese proaktive Herangehensweise soll seine Job-Sicherheit in einer sich schnell wandelnden Finanzbranche sichern.
Die rasante Entwicklung der KI in der Finanzanalyse
In den zwei Jahren, in denen Alexander Vasylenko KI-Modelle trainiert, hat er eine erstaunliche Verbesserung der Technologie festgestellt. Vor zwei Jahren musste er einem Large Language Model (LLM) jeden einzelnen Schritt und jede Eingabe detailliert vorgeben, um den freien Cashflow zu berechnen. Heute kann er dem Modell fünf PDF-Dateien und drei externe Quellen zur Verfügung stellen und es bitten, auf Basis dieser Annahmen den freien Cashflow zu ermitteln.
Dieser technologische Fortschritt ist laut Vasylenko "einfach erstaunlich" und gleichzeitig "ein bisschen beängstigend", wenn man sich fragt, wie nützlich man in Zukunft noch sein wird. Er ist überzeugt, dass sich die Arbeitslast im Finanzbereich in einigen Jahren grundlegend ändern wird, und es sei notwendig, sich Gedanken darüber zu machen, wie man sich in diese neue Struktur einfügt.
Vasylenkos Weg zum KI-Trainer
Vasylenko begann seine Tätigkeit als KI-Trainer im Jahr 2023, während er auf der Suche nach einer neuen Anstellung im Bereich der Aktienbewertung war. Eine Personalvermittlerin kontaktierte ihn über LinkedIn, da sie Experten in Finanzen und Wirtschaft suchte, um KI-Modelle zu schulen. Obwohl er zunächst skeptisch war, entschied er sich, der Sache eine Chance zu geben. Schnell erkannte er, dass ihm die Arbeit gefiel und er sein Fachwissen einbringen konnte, während er gleichzeitig für seinen Beitrag zu dieser Technologie bezahlt wurde.
Sein Arbeitsalltag ist intensiv: Nach seinem Hauptjob, der bis 17 Uhr dauert, widmet er sich bis 21 Uhr dem KI-Training. Samstags arbeitet er ebenfalls und gelegentlich auch sonntags für einige Stunden. In dieser Zeit hat er beobachtet, wie die Modelle drastisch besser in der Finanzanalyse geworden sind. Es kann mittlerweile fast einen ganzen Arbeitstag in Anspruch nehmen, eine einzige KI-Anfrage zu erstellen, die die Modelle tatsächlich "ins Schwitzen" bringt.
Die Bedeutung für die Finanzbranche
Die Arbeit als KI-Trainer ist für Vasylenko gut bezahlt und interessant. Er trägt seine Erfahrung zu einer Technologie bei, die unweigerlich in jede Branche Einzug halten wird. Die Finanzindustrie bildet hier keine Ausnahme. Durch das Verständnis, wie diese Technologie funktioniert und welche Auswirkungen sie auf seinen Job haben wird, fühlt er sich besser auf die kommenden Veränderungen vorbereitet.
Alexander Vasylenko blickt auf eine vielfältige Karriere zurück. Er begann seine Laufbahn in seiner Heimat Ukraine als Aktienhändler bei einer Proprietary Trading Firma, bevor er zu einer der größten ukrainischen Investmentbanken wechselte. Vor neun Jahren verließ er die Ukraine, zog nach Kanada, wo er studierte und anschließend als Analyst bei CIBC tätig war. Heute ist er in New York ansässig und setzt seine Expertise ein, um die Zukunft der Finanzanalyse aktiv mitzugestalten.