Kishore Mahbubani über Trumps Einfluss, US-Macht und Chinas Aufstieg

Kishore Mahbubani über Trumps Einfluss, US-Macht und Chinas Aufstieg

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Der renommierte singapurische Diplomat Kishore Mahbubani beleuchtet die globale politische und wirtschaftliche Landschaft und betont die einzigartige Rolle von Donald Trump sowie die anhaltende Stärke der USA gegenüber China. Trotz weit verbreiteter Ansichten über eine Schwächung der Vereinigten Staaten warnt Mahbubani davor, die amerikanische Macht zu unterschätzen.

Trumps einzigartige Präsenz

Donald Trump dominiert die politische Szene in einer Weise, wie es kein anderer US-Präsident in jüngster Zeit getan hat, so Kishore Mahbubani, ein bekannter singapurischer Diplomat und Autor. Mahbubani, der auch Präsident des UN-Sicherheitsrates war, bezeichnete Trump als einen "weit folgenreicheren Präsidenten als jeder seiner Vorgänger". Er habe die Agenda "sehr, sehr klar vorangetrieben", erklärte Mahbubani auf dem Fortune Innovation Forum in Kuala Lumpur.

Die anhaltende Wirtschaftsmacht der USA

Trotz Chinas unbestreitbarem Aufstieg bleibt die US-Wirtschaft laut Mahbubani 1,5-mal größer als die Chinas. Ein entscheidendes "mächtiges Werkzeug" der USA ist der US-Dollar. Mahbubani betonte, dass China in vielerlei Hinsicht weiterhin auf den US-Dollar angewiesen sei und ihm nicht entkommen könne. Sanktionen, die den USD betreffen, könnten China "erhebliche Unannehmlichkeiten" bereiten.

Chinas Aufstieg und strategische Antworten

Der Aufstieg Chinas ist jedoch auch für Amerikaner unbestreitbar. Dies zeigte sich, als Donald Trump im Oktober sein Treffen mit Xi Jinping als "G2"-Treffen bezeichnete und damit die aufsteigende Macht des östlichen Pendants anerkannte. Mahbubani wies darauf hin, dass China das einzige Land war, das effektiv auf US-Zölle gegen über 100 Länder reagieren konnte. Chinas Kontrolle über seltene Erden biete zudem ein strategisches Gegengewicht zur Macht des US-Dollars.

Westliche Perspektiven und Chinas Realität

Ein zentraler Fehler des westlichen Denkens über China ist laut Mahbubani die Schwarz-Weiß-Sichtweise, die die Welt als Wettbewerb zwischen "weißen Demokratien und schwarzer Autokratie" betrachtet. Die Realität sei jedoch komplexer. Während westliche Gesellschaften "auf der richtigen Seite der westlichen Geschichte" stünden, indem sie Demokratie und Liberalisierung vorantreiben, stehe China "auf der richtigen Seite der chinesischen Geschichte". Als älteste durchgehende Zivilisation der Welt sei für China Stabilität und Harmonie von größter Bedeutung. Die westliche Welt habe dies nur langsam erkannt und halte an der Vorstellung fest, dass Freiheit Innovation fördert und Kontrolle sie tötet. Mahbubani bezeichnete die Annahme, dass der chinesische Geist nicht innovativ sein könne, als "absolut verrückt" und als Zeichen dafür, dass sich der westliche Geist in einer Blase gefangen hat, die den Rest der Welt nicht versteht.

Ausblick auf die globale Rivalität

Mahbubani prognostiziert, dass der amerikanische Vorstoß, China zu stoppen, noch "mindestens zehn oder zwanzig weitere Jahre" andauern wird. Die Vereinigten Staaten seien seit 130 Jahren die Nummer eins, und "keine Großmacht gibt ihre Nummer-eins-Position (leicht) auf", so der Diplomat. Gleichzeitig rät er China, wachsam zu bleiben, da "etwas Mächtiges und Dynamisches im amerikanischen Wirtschafts- und Sozialsystem steckt, das seine hohe Leistung erklärt". Mahbubani betont gegenüber seinen chinesischen Freunden stets, die Vereinigten Staaten niemals zu unterschätzen.

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