Konsumentenverhalten im Wandel: Supermärkte spüren den Druck der Inflation

Konsumentenverhalten im Wandel: Supermärkte spüren den Druck der Inflation

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Die Art und Weise, wie Menschen einkaufen, verändert sich grundlegend, angetrieben durch wirtschaftlichen Druck und Inflationsängste. Während Lebensmittel eine Notwendigkeit bleiben, passen Konsumenten ihre Ausgaben zunehmend an ihr Budget an. Diese Verschiebung hat weitreichende Folgen für den Einzelhandel, von traditionellen Supermärkten bis hin zu Discountern und Fast-Food-Ketten.

Konsumentenverhalten im Wandel: Ein Blick auf die Supermärkte

Führungskräfte von preisgünstigeren Ketten wie McDonald's und Dollar General berichten von einem Umsatzwachstum, das zunehmend von Kunden mit höherem Einkommen getragen wird. Dollar General CEO Todd Vasos äußerte sich dazu während des Gewinnberichts für das dritte Quartal seines Unternehmens: "Wir freuen uns über ein erneutes Wachstum unserer Gesamtkundenzahl, wobei ein überproportionaler Zuwachs von Haushalten mit höherem Einkommen kommt." Er betonte, dass das Unternehmen gut positioniert sei, um den Marktanteil bei Kunden aller Einkommensklassen zu erhöhen.

McDonald's verzeichnete im zweiten Quartal einen Anstieg der US-Filialumsätze um 2,5 %, ebenfalls angetrieben durch Kunden mit höherem Einkommen. Christopher J. Kempczinski, CEO von McDonald's, merkte an, dass der Gesamtverkehr im Quick Service Restaurant (QSR)-Bereich in den USA weiterhin eine Herausforderung darstelle, da die Besuche von Verbrauchern mit niedrigem Einkommen im Vergleich zum Vorjahr erneut zweistellig zurückgingen. Er hob hervor, dass die Wiedergewinnung dieser einkommensschwachen Verbraucher entscheidend sei, da sie die Restaurants typischerweise häufiger besuchen.

Kroger CEO Ronal Sargent warnt vor "alarmierendem Trend"

Für traditionelle Lebensmittelketten wie Kroger sind diese Entwicklungen keine gute Nachricht. Der Interims-CEO von Kroger, Ronal Sargent, beobachtet bei seinen Kunden ein zögerlicheres Einkaufsverhalten. Er führte dies auf verschiedene Faktoren zurück, darunter einen sich verlangsamenden Arbeitsmarkt, einen Regierungsstillstand, die SNAP-Leistungen sowie Bedenken hinsichtlich der Inflation in Kategorien wie Rindfleisch, Kaffee und Schokolade.

Sargent stellte fest, dass die Kunden zwar weiterhin die Geschäfte besuchen, ihr Verhalten sich jedoch geändert hat. Sie verwalten ihre Budgets sorgfältiger, machen mehr, aber kleinere Einkäufe, und die Idee des "Hamsterns" nimmt ab. Dieser Trend betrifft nicht alle Käufer gleichermaßen: "Wir sehen diese Wirtschaft, in der Premium-Käufer mit hohem Einkommen weiterhin ausgeben, während Kunden mit geringerem Einkommen aggressiver zurückziehen", so Sargent. Er vermutet, dass auch die mittlere Einkommensgruppe nach Wert sucht, was sich im schwächeren dritten Quartal nach der Aussetzung der SNAP-Leistungen zeigte. Sargent erwartet, dass die Verbraucher vorsichtig bleiben und sich stärker auf Lebensmittel und weniger auf diskretionäre Kategorien konzentrieren werden.

Breite Umfrageergebnisse bestätigen den Trend

Die Beobachtungen der Einzelhandelsmanager werden durch zahlreiche Umfragen und Studien untermauert, die ein vorsichtigeres Ausgabeverhalten der amerikanischen Verbraucher belegen:

  • Inflationsängste: 60 % der Käufer achten laut Grocery Dive sorgfältiger auf ihre Ausgaben, da die Preise steigen.
  • Weniger Lebensmittel: Eine globale Umfrage von Retail Customer Experience ergab, dass 65 % weniger Lebensmittel kaufen wollen, um steigende Kosten auszugleichen, und 42 % planen, in Discount- oder Großmärkten einzukaufen.
  • Veränderte Einkaufsgewohnheiten: Ein großer EY-Index zeigte, dass 73 % der US-Verbraucher ihre Kaufgewohnheiten nach Preiserhöhungen geändert haben und dabei Preis und Wert priorisieren.
  • Wertsuche: Laut First Insight suchen 42 % der Käufer nach Sonderangeboten oder Ausverkäufen, 40 % halten sich an ein striktes Budget, und 28 % kaufen aufgrund des Inflationsdrucks insgesamt weniger.
  • **Eigenmarken und günstigere Optionen:** PYMNTS.com berichtete, dass etwa 36 % der Käufer auf günstigere Alternativen "umsteigen", da die Preise steigen, was den wertorientierten Einkauf fördert.
  • Frustration über hohe Preise: Fast 88 % der US-Käufer äußern Frustration über hohe Preise. Viele decken sich mit Angeboten ein (41 %), kaufen weniger Artikel (37 %) und nutzen Coupons/Rabatte (34 %), so Food Business News.
  • Höhere Lebensmittelrechnungen erwartet: Die meisten Befragten einer KPMG-Studie erwarten, etwa 8 % mehr für Lebensmittel auszugeben als im Vorjahr, was viele dazu zwingt, ihre Budgets zu straffen, so Grocery Dive.

Diese Studien bestätigen die Echtzeit-Verkaufsdaten, die die CEOs der Lebensmittelbranche bereits sehen.

Auch andere Einzelhändler spüren den Druck

Kroger ist mit diesen Herausforderungen nicht allein. Susan Morris, CEO von Albertson's, beobachtet ähnliche Verhaltensweisen. Sie sprach von einem anhaltenden Fokus der Verbraucher auf Wert, einem "Trading Down", möglicherweise zu kleineren Verpackungsgrößen und einem Fokus auf Eigenmarken.

Morris bemerkte auch, dass Verbraucher auf andere Weise vorsichtiger mit ihrem Geld umgehen:

  • Erhöhte Nutzung von Coupons.
  • Strengeres Einhalten der Einkaufsliste.
  • Verzicht auf zusätzliche Artikel.

Dirk Van de Put, CEO von Mondelez International, teilte seine Einschätzung der Konsumausgaben mit PYMNTS.com: "Sie haben keine Neigung, ihre Ausgaben zu erhöhen. Sie sind unsicher, was passieren wird, wann diese Tarifeffekte sie wirklich treffen werden."

Erwähnte Persönlichkeiten