
Korea Zinc: Milliardenprojekt in den USA löst Aktionärsstreit aus
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Die Aktien von Korea Zinc, dem weltweit größten Zinkschmelzer, stürzten am Dienstag um über 13% ab. Hintergrund ist der Widerstand des größten Aktionärsbündnisses gegen ein von den USA unterstütztes Joint Venture für eine neue Schmelzanlage in Tennessee, das eine Verwässerung ihrer Anteile am südkoreanischen Unternehmen zur Folge hätte. Dieser Konflikt wirft ein Schlaglicht auf die komplexen Verflechtungen von globalen Lieferketten, nationaler Sicherheit und Unternehmensführung.
Milliardenprojekt in Tennessee sorgt für Aufruhr
Korea Zinc hat Pläne für ein 7,4 Milliarden US-Dollar schweres Mineralienschmelzprojekt in Tennessee, USA, angekündigt. Dieses Vorhaben, das den Bau einer integrierten Schmelzanlage für Basismetalle sowie kritische und strategische Mineralien vorsieht, soll die US-Lieferketten stärken und die Abhängigkeit von China reduzieren. Die kommerziellen Operationen sind für 2029 geplant, der Baubeginn wird für das nächste Jahr erwartet. Die Anlage soll jährlich 540.000 Tonnen Materialien produzieren, darunter Zink, Blei, Kupfer, Gold, Silber, Antimon, Germanium und Gallium.
Das Projekt wird von der US-Regierung und JPMorgan Chase & Co. unterstützt. Ein ausländisches Joint Venture namens Crucible JV LLC wird gegründet, an dem das Pentagon einen Anteil von 40% halten wird. Korea Zinc wird neue Aktien im Wert von 1,9 Milliarden US-Dollar an dieses Joint Venture verkaufen, wodurch die Gruppe effektiv einen 10%-Anteil am südkoreanischen Unternehmen erhält. JPMorgan berät das Unternehmen bei dieser öffentlich-privaten Partnerschaft und finanziert die Transaktion im Rahmen seiner neuen "Security and Resiliency Initiative".
US-Regierung sichert sich strategischen Zugang
Die US-Regierung verfolgt mit dem Projekt das Ziel, heimische Lieferketten für Schlüsselmineralien zu etablieren und die Abhängigkeit von ausländischen Importen, insbesondere aus China, zu verringern. US-Handelsminister Howard Lutnick bezeichnete die Vereinbarung auf X als "großen Gewinn für Amerika". Er betonte, dass die Vereinigten Staaten ab 2026 prioritären Zugang zur erweiterten globalen Produktion von Korea Zinc haben werden, was die amerikanische Sicherheit und Fertigung an erste Stelle setze.
Lutnick schrieb weiter: "Genau so gewinnen wir: hier bauen, unsere Lieferketten sichern, großartige Arbeitsplätze schaffen und Amerika als industriellen und technologischen Weltmarktführer erhalten." Das US-Handelsministerium und das Pentagon haben bereits eine Reihe von Transaktionen initiiert, um Eigenkapitalpositionen zu erwerben und Metallprojekte mit Hunderten Millionen Dollar zu finanzieren.
Aktionärsstreit eskaliert: Machtkampf um Korea Zinc
Das größte Aktionärsbündnis von Korea Zinc, bestehend aus der Private-Equity-Firma MBK Partners und dem Konglomerat YoongPoong, lehnt die Pläne entschieden ab. Sie beabsichtigen, eine gerichtliche Verfügung zu beantragen, um die Ausgabe neuer Aktien zu verhindern. Laut Berichten der Korea Times und Business Korea ist das Bündnis der Ansicht, dass der Plan darauf abzielt, dem Vorstandsvorsitzenden Choi Yun-beom die Kontrolle über das Management zu sichern.
Die Ausgabe von 10% neuer Aktien würde den kombinierten Anteil von YoongPoong und MBK von etwa 44% auf den "hohen 30%-Bereich" reduzieren. Gleichzeitig würden die Anteile von Choi und der US-Regierung auf den 40%-Bereich steigen. Young Poong kritisierte, dass es selten sei, dass die US-Regierung Anteile an einem ausländischen Unternehmen erwirbt, und warf dem Management vor, einen "weißen Ritter" zu suchen, um Choi die Kontrolle zu sichern. Ein früherer Versuch von Young Poong und MBK, eine Mehrheit der Vorstandssitze zu erlangen, scheiterte.
Marktreaktion und Hintergrund des Konflikts
Die Ankündigung des Projekts führte zunächst zu einem Anstieg der Korea Zinc-Aktien um über 26% am Montag, bevor sie die Gewinne auf 5% reduzierten. Am Dienstag folgte dann der starke Einbruch um über 13%. Die Aktien von Young Poong fielen am Montag um 2,8%.
Dieser Konflikt findet vor dem Hintergrund globaler Spannungen um kritische Mineralien statt. China dominiert den Sektor, was die US-Industrien von Importen abhängig macht. Peking hatte im Dezember 2024 Exportverbote für Germanium und Gallium an die USA verhängt, die jedoch seit November ausgesetzt sind. Korea Zinc hatte bereits im August eine Vereinbarung mit Lockheed Martin getroffen, ab 2028 Germanium aus Rohstoffen außerhalb Chinas zu produzieren, um diesen Abhängigkeiten entgegenzuwirken.