Krypto-Märkte unter Druck: US-Wachstum, BOJ-Zinserhöhung und ETF-Risiken

Krypto-Märkte unter Druck: US-Wachstum, BOJ-Zinserhöhung und ETF-Risiken

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Die führenden Kryptowährungen verzeichneten am Dienstag Rückgänge, während der Aktienmarkt nach oben tendierte. Dies geschah, nachdem die US-Wirtschaft ihr schnellstes Wachstum seit zwei Jahren meldete, was die Erwartungen an baldige Zinssenkungen dämpfte und die Krypto-Märkte unter Druck setzte.

Kryptomärkte unter Druck nach starkem US-Wirtschaftswachstum

Am Dienstag zeigten sich die Kryptowährungsmärkte schwächer, während die traditionellen Aktienmärkte Gewinne verbuchen konnten. Ausschlaggebend hierfür war die Meldung eines robusten US-Wirtschaftswachstums, das im dritten Quartal um 4,3 Prozent zulegte und damit die Erwartungen von 3,3 Prozent deutlich übertraf. Dies markiert die schnellste Expansionsrate seit dem dritten Quartal 2023.

Die überraschend starken Wirtschaftsdaten führten dazu, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung um 25 Basispunkte innerhalb von 24 Stunden von 19,9 Prozent auf 14,4 Prozent sank, wie das CME FedWatch Tool zeigte. Händler preisten nun bis Ende 2026 nur noch zwei weitere Zinssenkungen ein. Diese Entwicklung beeinflusste die Stimmung an den Kryptomärkten negativ, da eine restriktivere Geldpolitik oft als Belastung für risikoreichere Anlagen gilt.

Bitcoin und Altcoins im Minus: Liquidierungen und Konsolidierung

Bitcoin (BTC) verzeichnete am Dienstag einen Rückgang von 1,06 Prozent auf 87.619,56 US-Dollar und konsolidierte sich zwischen 86.500 und 88.500 US-Dollar. Trotz eines Anstiegs des Handelsvolumens um 20 Prozent in den letzten 24 Stunden konnte die führende Kryptowährung keinen entscheidenden Impuls finden. Ethereum (ETH) fiel um 1,69 Prozent auf 2.968,03 US-Dollar und bewegte sich um die 3.000-Dollar-Marke, während Anleger auf einen Ausbruch warteten.

Auch andere wichtige Altcoins wie XRP (-1,46% auf 1,87 US-Dollar), Solana (SOL) (-2,19% auf 123,57 US-Dollar) und Dogecoin (DOGE) (-2,03% auf 0,1300 US-Dollar) handelten im roten Bereich. Laut Coinglass wurden in den letzten 24 Stunden über 250 Millionen US-Dollar aus dem Kryptomarkt liquidiert, wobei Long-Positionen die Hauptlast trugen. Gleichzeitig standen Short-Positionen im Wert von etwa 1,80 Milliarden US-Dollar vor der Liquidierung, sollte Bitcoin die Marke von 90.000 US-Dollar zurückerobern.

Die Open Interest von Bitcoin sank um 0,58 Prozent in den letzten 24 Stunden. Interessanterweise schienen Derivatehändler den Rückgang zu nutzen, da das Long/Short-Verhältnis einen höheren Prozentsatz von Binance-Händlern widerspiegelte, die Long-Positionen auf die Kryptowährung hielten. Die globale Marktkapitalisierung für Kryptowährungen sank um 1,36 Prozent auf 2,96 Billionen US-Dollar.

Analystenmeinungen: Vorsicht in den Feiertagen und bärische Signale für Ethereum

Der bekannte Krypto-Kommentator Ali Martinez identifizierte ein Kopf-Schulter-Muster im 4-Stunden-Chart von Ethereum, das ein bärisches Ziel von 2.400 US-Dollar prognostiziert. Dieses Chartmuster deutet typischerweise auf eine Trendumkehr von bullisch zu bärisch hin und signalisiert das Ende eines Aufwärtstrends.

Michaël van de Poppe, ein weiterer populärer Krypto-Analyst, äußerte die Meinung, dass angesichts der geringen Liquidität während der Feiertage nichts "Besonderes" von Bitcoin zu erwarten sei. Er identifizierte 86.500 US-Dollar als wichtige Unterstützungsmarke. Van de Poppe prognostizierte jedoch auch: "Letztendlich stehen ein klarer Ausbruch über 88.000 US-Dollar und bessere Zeiten bevor, und es scheint, als sei dies nur eine Frage der Zeit, bis dies geschieht."

Bitcoin zeigt Resilienz trotz Zinserhöhung der Bank of Japan

Am Donnerstag, dem 19. Dezember 2025, zeigte Bitcoin eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit und hielt sich stabil nahe 87.000 US-Dollar. Dies geschah, nachdem die Bank of Japan (BOJ) wie erwartet ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent anhob – den höchsten japanischen Leitzins seit 1995. Der Kryptowährungsmarkt absorbierte diese weithin kommunizierte geldpolitische Änderung ohne die dramatischen Ausverkäufe, die frühere BOJ-Straffungsphasen kennzeichneten.

Diese gedämpfte Reaktion steht im scharfen Kontrast zu historischen Präzedenzfällen: Eine Zinserhöhung im März 2024 führte zu einer BTC-Korrektur von 23 Prozent, im Juli 2024 gab es Rückgänge von 30 Prozent und im Januar 2025 einen Ausverkauf von 31 Prozent. Der entscheidende Unterschied lag in der Positionierung der Märkte, die drei Monate Zeit hatten, sich auf diesen Schritt vorzubereiten, nachdem Gouverneur Kazuo Ueda die Erhöhung in seinen Dezember-Reden im Wesentlichen vorangekündigt hatte. Dies ermöglichte einen schrittweisen Abbau von Hebelpositionen und verhinderte kaskadierende Liquidationen. On-Chain-Daten zeigten eine erhebliche Enthebelung während des Preisrückgangs im November, was das Open Interest an großen Derivatebörsen reduzierte und ein saubereres technisches Setup schuf, das die BOJ-Nachrichten ohne Panik absorbierte.

Ethereum profitiert von Tokenisierungs-Momentum, ETF-Flüsse gemischt

Ethereum übertraf Bitcoin am Donnerstag und stieg um etwa 3,3 Prozent auf fast 2.950 US-Dollar. Dies ist auf das beschleunigte Momentum bei der institutionellen Tokenisierung zurückzuführen, das durch Initiativen wie die 50 Millionen US-Dollar schwere Commercial-Paper-Emission von JPMorgan auf Solana und die Ankündigung von State Street zur Bereitstellung von Geldmarktfonds befeuert wird. Die zweitgrößte Kryptowährung profitiert von der wachsenden Erkenntnis, dass Blockchain-Infrastrukturen echte operative Verbesserungen gegenüber traditionellen Abwicklungssystemen bieten.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die SEC-Genehmigung für DTCC, die Erforschung der Tokenisierung ihrer 100 Billionen US-Dollar umfassenden Abwicklungsinfrastruktur voranzutreiben. Dies stellt eine Validierung durch die Organisation dar, die praktisch alle US-Wertpapiertransaktionen abwickelt. Die ETF-Flüsse blieben jedoch gemischt: Ethereum-Produkte verzeichneten am 17. Dezember den fünften Tag in Folge Abflüsse von insgesamt 22,43 Millionen US-Dollar, während Bitcoin-ETFs Zuflüsse von 457 Millionen US-Dollar verzeichneten. Dies unterstreicht die anhaltende institutionelle Präferenz für BTC in Zeiten makroökonomischer Unsicherheit.

Warnung vor Nischen-Krypto-ETFs: Hohe Risiken für Anleger

Im Jahr 2025 wurden bis November 1.087 neue Fonds und ETFs aufgelegt, wovon über 300 als "Nischen-Trading-Spielzeuge" einzustufen sind. Dazu gehören Produkte wie Ether, gehebelter Bitcoin, Krypto-Indexfonds, Altcoin-Fonds, Onchain-Produkte, Litecoin, Bitcoin Covered Call, Long Bitcoin / Short Ether, Hedera Coin und sogar doppelt-short Palantir oder gehebelte Long + Income Palantir ETFs. Auch sechs neue Wege, um auf Tesla zu setzen, führten zu insgesamt 13 Tesla-spezifischen ETFs.

David Snowball, ein Experte für Fondsanalysen, warnt davor, dass diese Produkte darauf ausgelegt sind, Anlegern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Er weist auf Verluste von 50 bis 75 Prozent hin, die viele dieser Fonds vor ihrem ersten Geburtstag erleiden. Snowball beschreibt sie als "Einladungen zu einem Trading-Spiel, bei dem Ihre Reaktionszeit in Minuten und die Ihrer Gegner in Millisekunden gemessen wird." Er prognostiziert, dass diese Fonds "in Scharen untergehen werden", da sie eine schlechte Idee sind und nicht genügend Menschen langfristig überzeugen können. Dies sei ein bekanntes Muster, ähnlich dem Schicksal von Internetfonds, Blockchain-Fonds oder "grünen Fonds" in der Vergangenheit.