Krypto-Markt unter Druck: Geopolitische Spannungen im Nahen Osten belasten Bitcoin & Co.

Krypto-Markt unter Druck: Geopolitische Spannungen im Nahen Osten belasten Bitcoin & Co.

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Der Kryptowährungsmarkt erlebte am Sonntagabend erhebliche Rückgänge, während auch die Aktien-Futures fielen. Diese Entwicklung ist eng mit den dramatisch gestiegenen Spannungen zwischen den USA und dem Iran im Nahen Osten verbunden, die eine Neubewertung von Risiko-Assets auslösten.

Krypto-Markt unter Druck durch Geopolitik

Führende Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, XRP und Dogecoin verzeichneten am Sonntagabend deutliche Verluste. Bitcoin fiel von über $76.000 und rutschte zeitweise unter $71.000, begleitet von einem Anstieg des Handelsvolumens um 20% bis 33% innerhalb von 24 Stunden. Ethereum sank unter $2.300 und später unter $2.200. XRP und Dogecoin handelten ebenfalls im roten Bereich, Solana verzeichnete ebenfalls Rückgänge.

Laut Coinglass-Daten wurden in den letzten 24 Stunden über $415 Millionen liquidiert, wobei allein $335 Millionen auf Long-Positionen entfielen. Eine andere Quelle spricht von über $280 Millionen Liquidierungen, ebenfalls überwiegend Long-Positionen. Das Open Interest in Bitcoin-Futures fiel um 3,76% bis 5,76% innerhalb von 24 Stunden. Das Sentiment unter Wal- und Retail-Tradern auf Binance wurde als "neutral" oder weiterhin "long BTC" beschrieben, während der Crypto Fear & Greed Index "Fear" oder sogar "Extreme Fear" anzeigte.

Die globale Marktkapitalisierung für Kryptowährungen sank auf $2,51 Billionen, was einem Rückgang von 1,62% entspricht, oder sogar auf $2,42 Billionen mit einem Rückgang von 2,55% gegenüber dem Vortag. Diese Bewegungen spiegeln die erhöhte Unsicherheit wider, die sich auch auf traditionelle Märkte auswirkte.

Eskalierende Spannungen im Nahen Osten

Die geopolitischen Spannungen verschärften sich am Wochenende erheblich. US-Präsident Donald Trump erklärte, die USA hätten ein iranisches Handelsschiff im Golf von Oman angegriffen und "vollständig in Gewahrsam" genommen, das versucht hatte, eine Seeblockade zu durchbrechen. Dies folgte auf das Scheitern von Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran.

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian bezeichnete die US-Aktionen als "klare Verletzung" des Waffenstillstandsabkommens und betonte, dass die iranischen Streitkräfte zu einer umfassenden Verteidigung bereit seien. Trump kündigte zudem an, den Schiffsverkehr im und aus der Straße von Hormus, einem strategisch wichtigen Seeweg, der etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasangebots transportiert, für den Iran zu blockieren.

Diese Entwicklungen führten zu einem starken Anstieg der Ölpreise. West Texas Intermediate (WTI) Rohöl-Futures stiegen um 7,50% auf $90,12 pro Barrel oder sogar um 8,63% auf $104 pro Barrel. Gleichzeitig fielen die Aktien-Futures am Sonntagabend deutlich: Der Dow Jones Industrial Average Futures verlor 0,89% bis 0,97%, S&P 500 Futures sanken um 0,70% bis 0,94% und Nasdaq 100 Futures fielen um 0,66% bis 1,06%.

Waffenstillstand und seine Folgen für die Märkte

Ein zuvor am 8. April 2026 in Kraft getretener zweiwöchiger Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran, vermittelt von Pakistan, hatte zunächst eine gewaltsame Neubewertung von Assets ausgelöst. Dieser sah vor, dass der Iran die Straße von Hormus sofort wieder öffnen sollte. Bitcoin stieg unmittelbar nach der Waffenstillstands-Ankündigung von etwa $66.000 auf $72.150, ein stündlicher Gewinn von 2,55%, und erreichte damit den höchsten Stand seit dem 18. März.

Diese Rallye führte zur Liquidation von $427 Millionen an Short-Positionen bei Bitcoin, Ether und Ölderivaten, was auf eine hebelgetriebene Bewegung und nicht auf frisches Kapital hindeutet. Der CoinDesk 20 Index sprang um 5% auf 2.034 Punkte, wobei High-Beta-Altcoins wie Zcash (+23%) und Monad (+15%) führten. Dies wurde als "Leverage-Appetite-Signal" und nicht als Zeichen nachhaltiger institutioneller Akkumulation interpretiert.

Trotz dieser anfänglichen Rallye blieb der Crypto Fear & Greed Index bei 14, was auf eine anhaltende "Fragilität" im Markt hindeutet. Der iranische Parlamentssprecher Mohammad Bagher Ghalibaf meldete bereits drei Verstöße gegen die Waffenstillstands-Klauseln, und das Institute for the Study of War beschrieb den Waffenstillstand als "unglaublich fragil". Die jüngsten Eskalationen bestätigen diese Einschätzung und führten zu einer Umkehrung der anfänglichen De-Eskalations-Trades.

Analysten warnen vor anhaltender Volatilität

Der bekannte Krypto-Analyst und Trader Killa bemerkte, dass das positive Momentum von Bitcoin nach einer längeren Aufwärtsphase "nachlässt". Er stellte fest, dass die "grünen Balken allmählich schwächer werden, was auf ein Stocken des Momentums hindeutet." Killa hält es für plausibel, dass sich die Delta-Werte von hier aus rot färben und späte Long-Positionen ausgespült werden.

Ein weiterer bekannter Krypto-Kommentator auf X, Rekt Capital, skizzierte einen potenziellen Retest der Bitcoin-Unterstützung bei $73.000. Ein erfolgreiches Halten dieser Marke könnte das Aufwärts-Ausbruchsmuster bestätigen. Michaël van de Poppe, ein weiterer Analyst, äußerte, dass Trumps Ankündigung die Marktvolatilität bei Hochrisiko-Assets verstärkt habe.

Van De Poppe kommentierte: "Die Volatilität bleibt hoch, und es ist klar, dass es keinen Weg nach vorne geben wird, auf dem Risiko-Assets gut abschneiden werden, wenn dies der Konsens bleibt." Er antizipiert, dass eine schwache Wirtschaft die Federal Reserve trotz Inflationsdruck zum Neustart des Gelddruckens zwingen könnte. Ali Martinez identifizierte $47.960 als Bitcoins "absoluten Preisboden".

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