
Künstliche Intelligenz: Fed berücksichtigt Produktivitätsschub in Prognosen
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Die Federal Reserve berücksichtigt zunehmend die Auswirkungen künstlicher Intelligenz auf die Arbeitsproduktivität in ihren Wirtschaftsprognosen. Diese technologische Entwicklung könnte weitreichende Folgen für den Arbeitsmarkt und die zukünftige Geldpolitik der US-Notenbank haben.
KI und die Prognosen der Federal Reserve
Mit der fortschreitenden Verbreitung von Künstlicher Intelligenz (KI) integrieren Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses der Federal Reserve (Fed) erhöhte Arbeitsproduktivität in ihre ökonomischen Vorhersagen. Fed-Chef Jerome Powell äußerte sich im Dezember zu diesem Thema und stellte fest, dass frühere Technologiewellen stets zu "mehr Arbeit und höherer Produktivität und gestiegenen Einkommen" geführt hätten. Er fügte hinzu: "Was hier passieren wird? Wir werden sehen müssen."
Produktivitätsschub durch Generative KI
Insbesondere generative KI-Tools bergen laut Ökonomen und Investoren das Potenzial, die Arbeitsproduktivität erheblich zu steigern und den Arbeitsmarkt zu transformieren. Forscher des National Bureau of Economic Research (NBER) weisen darauf hin, dass diese auf maschinellem Lernen basierenden Tools sich mit zunehmender Nutzung und Anpassung durch Menschen verbessern können. Ping Wang, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Washington University in St. Louis und Co-Autor von "Artificial Intelligence and Technological Unemployment", betont: "Das liegt daran, dass KI lernen kann. Und Menschen können auch versuchen, KI effektiver zu nutzen und KI an jede Person anzupassen. Und der daraus resultierende Produktivitätsgewinn ist enorm."
Szenarien für die Zukunft der Arbeit
Ping Wang und seine Co-Autorin Tsz-Nga Wong, Senior Economist bei der Federal Reserve Bank of Richmond, haben verschiedene Entwicklungsszenarien für KI modelliert. In einem "unbegrenzten Wachstum"-Szenario, bei dem die Technologie über viele Jahrzehnte vollständig entwickelt wird, könnten 23 % der Arbeitskräfte ihre Beschäftigung verlieren, während die Arbeitsproduktivität um das Drei- bis Vierfache steigt. Für das nächste Jahrzehnt, das eher als mittelfristiger Zeitraum betrachtet wird, prognostiziert Wang in einem hypothetischen Szenario einen Anstieg der Arbeitsproduktivität von etwa 7 % pro Jahr. Er merkte jedoch an, dass dieses Szenario möglicherweise nicht eintreten wird.
Auswirkungen auf die Geldpolitik
Die potenziellen Effekte der KI könnten die Beschäftigungsseite des dualen Mandats der Federal Reserve beeinflussen. Der Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed prognostizierte im Dezember einen Leitzins, der sich langfristig bei etwa 3 % einpendeln könnte. Laut Ökonomen der Cleveland Fed könnte diese Haltung im Vergleich zu einem geschätzten mittelfristigen neutralen Zinssatz von 3,7 % als moderat akkommodierend angesehen werden.
Investoren blicken vorsichtig auf Bewertungen
Einige Investoren ziehen Parallelen zwischen dem aktuellen Boom beim Bau von Rechenzentren und dem Kapitalausgabenboom für Netzwerkkomponenten in den 1990er Jahren. Dan Tolomay, Chief Investment Officer bei Trust Company of the South, äußerte sich in einem Interview mit CNBC dazu: "Die Tatsache, dass wir einen Anstieg der Bewertungen sehen, macht uns etwas vorsichtiger in Bezug auf zukünftige Renditen." Dies deutet auf eine gewisse Skepsis hinsichtlich der Nachhaltigkeit der aktuellen Marktbewertungen im KI-Sektor hin.